Das Marsprojekt ist eine fünfteilige Science-Fiction-Romanreihe von Andreas Eschbach. Die Pentalogie beginnt mit dem 2001 erschienenen Marsprojekt-Roman, der nun unter dem Titel Das ferne Leuchten als erster Band der Reihe geführt wird.

Handlung Der Roman beginnt im Jahr 2086. Hauptakteure sind die Marskinder, die Geschwister Elinn und Carl Faggan sowie Ariana DeJones und Ronny Penderton. Ab dem zweiten Teil kommt noch Urs Pigrato dazu.

Die Pentalogie besteht aus den Teilen Das ferne Leuchten, Die blauen Türme, Die gläsernen Höhlen, Die steinernen Schatten sowie Die schlafenden Hüter. Eine 2009 erschienene Kurzgeschichte unter dem Titel Gibt es Leben auf dem Mars oder Das Marsprojekt – der flüsternde Sturm ergänzt die Reihe als Prequel.

Der flüsternde Sturm Ungefähr ein Jahr vor der Handlung der eigentlichen Romanreihe wird auf der Marskolonie ein verunglückter Marsforscher bestattet. Da befürchtet wird, dass dies von der Erdregierung zum Anlass genommen werden könnte, die Marssiedlung stärker zu reglementieren, wird den Marskindern aus Sicherheitsgründen verboten, sich weiterhin in Raumanzügen außerhalb der Station aufzuhalten. Während des erzwungenen „Hausarrests“ erblickt Elinn von der Beobachtungswarte aus eine seltsame Bewegung außerhalb der Station, die sie als Marsianer deutet. Mit Ronny nutzt sie erstmals die vom Stationscomputer nicht kontrollierte Ausstiegsluke des alten Stationsmoduls und gerät durch einen Sandsturm in Gefahr. Sie kann gerettet werden, und die Beobachtung erweist sich als wertvolle Entdeckung. Was Elinn gesehen hat, ist eine alte Marssonde, die 50 Jahre ohne Kontakt zur Erde auf dem Mars unterwegs war und nun wertvolle Erkenntnisse offenbart. Leider hat inzwischen die Erdregierung entschieden, einen Statthalter zu entsenden.

Das ferne Leuchten Ariana, Ronny, Carl und Elinn leben auf dem Mars. Ariana, Carl und Elinn sind auch dort geboren. Aus Kostengründen soll die Marsstation im Jahr 2086 geschlossen werden und alle Marssiedler müssen zur Erde zurückkehren. Vor allem Elinn setzt sich vehement dafür ein, auf dem Mars bleiben zu können, da sie aus medizinischen Gründen auf der Erde nicht überleben könnte. Die vermeintliche Lösung soll ein dauerhafter Aufenthalt von Elinn auf einer Raumstation im Erdorbit werden. Als die Vorbereitungen zur Stilllegung der Forschungsstation bereits auf Hochtouren laufen, wollen die vier Kinder auf eigene Faust eine Expedition zu einer Felsformation starten, die Elinn aufgrund von ihr immer wieder gefundener Artefakte glaubt identifiziert zu haben. Sie entwenden heimlich ein Flugzeug und fliegen zu dieser Löwenkopf genannten Felsformation, wo sie aus Versehen mit ihrem Artefakt zwei blaue Türme entstehen lassen, die aus dem Boden herausgefahren kommen. Nach dieser mysteriösen Entdeckung ist die Schließung der Station kein Thema mehr.

Die blauen Türme Urs Pigrato, der Sohn von Statthalter Tom Pigrato, kommt mit seiner Mutter auf den Mars. Die bisherigen Marskinder gehen ihm aus dem Weg, weil sie befürchten, dass er ihre Geheimnisse an seinen Vater ausplaudern könnte. Elinn findet wieder ein Artefakt. Da auf diesem „Urs“ geschrieben steht, glaubt sie, es sei der Wille der Marsianer, dass Urs nicht weiter ausgegrenzt wird.

Urs fährt mit Jurij Glenkow zum Fusionsreaktor südlich der Marsstation. Auf der Rückfahrt wird Jurij plötzlich bewusstlos. Urs gelingt es im letzten Moment, das Fahrzeug zu stoppen. Über ein Notrufsystem erreicht er Ariana, die sich als einzige in der Krankenstation befindet. Sie holt Urs und Jurij mit einem anderen Fahrzeug in die Marsstation zurück. Es stellt sich heraus, dass der Diabetiker Jurij eine Überdosis Insulin erhalten hat, weil jemand ein medizinisches Gerät vertauscht hat. Da Urs den Täter beim Betreten der Krankenstation beobachtet hat, wird er von diesem hinter eine Wandverkleidung eingesperrt, damit er dort verdurstet. Er kann sich jedoch bemerkbar machen und wird befreit. Der Täter wird festgenommen. Er ist Mitglied der Heimwärtsbewegung, die gegen die Besiedlung des Mars kämpft. Er hatte bereits zuvor die Station der Asiatischen Allianz mit Schimmelpilz kontaminiert und nun den zweiten, nördlich gelegenen Fusionsreaktor mit Sprengstoff und einem Zeitzünder versehen. Er kann rechtzeitig deaktiviert werden.

Zum Schluss finden auch Ariana und Urs ein Artefakt. Auf diesem steht „Elinn“.

Die gläsernen Höhlen Ariana und Urs verlieben sich ineinander.

Neben den zwei blauen Türmen taucht ein dritter auf. Er dreht sich wie die anderen um die eigene Achse. Die Drehgeschwindigkeit nimmt aber ab, und am nächsten Tag stoppt die Bewegung. Im gleichen Moment verändert sich das Aussehen des Turms.

Die Wissenschaftler entdecken mit einem Satelliten ein System von Gängen unter der Marsoberfläche, die an einer Stelle, dem sogenannten Mäusenest, zusammenlaufen. Dieses Mäusenest möchten sie mit einer Expedition, der ersten seit dem Verschwinden von Carls Vater, auskundschaften. Carl darf die Expedition begleiten.

Elinn findet wieder ein Artefakt. Auf diesem steht „Curly“. Auf der Marsstation gab es nie jemanden mit diesem Namen. Es wird festgestellt, dass vor jedem Auftauchen eines neuen Artefakts die Stromversorgung in der Station schwankt. Außerdem sind einige Stromkabel plötzlich von einer blauen Glasschicht umgeben, ähnlich jener, aus der die blauen Türme bestehen. Ein Stück dieser Substanz soll im Labor untersucht werden. Dort beginnt das Material jedoch zu leuchten, frisst sich durch den Boden und verschwindet in den Gängen unter der Marsoberfläche.

Während die Wissenschaftler das Mäusenest untersuchen, entdecken Carl und der Journalist Wim Van Leer eine Höhle, die durch eine Glasschicht verschlossen ist. Carl unternimmt allein weitere Erkundungen. Plötzlich kommt ein Sandsturm auf. Carl verliert die Orientierung und droht zu ersticken. Er entdeckt ein Artefakt, auf dem „Carl“ steht. Mit diesem Artefakt in der Hand gelingt es ihm, die Glasschicht vor der Höhle zu durchdringen. Glassperren im Innern der Höhle kann er ebenfalls nur durchschreiten, wenn er das Artefakt festhält. Er kommt in einen Raum, in dem Lebewesen liegen, die aussehen wie drei Meter große Heuschrecken. Sie scheinen zu schlafen. Roboter tauchen auf und verfolgen Carl. Er kann ihnen entkommen und die Höhle verlassen. Er tritt jedoch nicht aus der Höhle im Mäusenest, sondern aus dem fünftausend Kilometer entfernten dritten Turm.

Später kommt wieder ein Turm zum Stillstand. Darin wird eine fremdartige Landschaft sichtbar.

Die steinernen Schatten Um der Heimwärtsbewegung keine neuen Argumente zu liefern und eine Panik auf der Erde zu vermeiden, verordnet Statthalter Pigrato, dass die Raumfahrtbehörde auf der Erde vorläufig nicht über die jüngsten Ereignisse informiert wird.

Elinn begibt sich heimlich zum Turm, in dem die Landschaft sichtbar ist. Dank des Artefaktes kann sie die Turmwand durchdringen. Auf der anderen Seite bricht sie zusammen, weil dort die Schwerkraft viel höher ist als auf dem Mars. Die von Carl alarmierten Erwachsenen können die Wand nicht durchdringen. Hingegen gelingt dies Carl und Urs, als sie die Artefakte mit ihren Namen halten. Von der anderen Seite her sehen sie den Durchgang nicht mehr. Die drei Kinder erkunden den fremden Planeten und stoßen nach einer anstrengenden Suche auf einen Wegweiser. Sie stellen fest, dass sie auf der Erde sind, in Kenia, nahe der „Wiege der Menschheit“.

Das von den Kindern entwendete Flugzeug befindet sich noch immer bei den Türmen. Die Erwachsenen können es nur mit Hilfe eines Katapults bei der asiatischen Station starten. Anders Ronny, der am Flugsimulator Erfahrung gesammelt hat. Auf dem Flug verschwindet er vorübergehend vom Radar, und er selber sieht nicht mehr die gewohnte Marsoberfläche, sondern eine bewohnte Marsstadt, die von einem Raumschiff zerstört wird.

Carl versucht, mit der Erdregierung Kontakt aufzunehmen. Da die Zentrale von Anhängern der Heimwärtsbewegung unterwandert ist, werden seine Anrufe nicht weitergeleitet. Darauf wendet er sich an Yules Whitehead, einen reichen und weltraumbegeisterten Industriellen. Die Regierung erfährt schließlich von Tom Pigrato, dass sich die drei Kinder auf der Erde befinden. Die bis dahin von Pigrato verordnete Nachrichtensperre wird als Kompetenzüberschreitung betrachtet. Er wird seines Amtes enthoben und durch Yin Chi, den ehemaligen Leiter der Marsstation der Asiatischen Allianz, ersetzt.

Elinn verträgt die Schwerkraft der Erde nicht. Da der Mars im Moment von der Erde zu weit entfernt ist, soll sie vorübergehend in einer Raumstation leben. Auf dem Weg zu einer weiteren ärztlichen Untersuchung Ellinns werden die drei Kinder von der Heimwärtsbewegung entführt. Schon bald werden sie aber von Whiteheads Bodyguards befreit, zum Flughafen gefahren, zu einem Trägerflugzeug geflogen und schließlich auf Whiteheads Raumstation gebracht. Whiteheads Firma verfügt über den Prototyp eines neuen, sehr schnellen Raumschiffs. Mit diesem will er sofort zum Mars fliegen, um dabei zu sein, wenn der dritte Turm zum Stillstand kommt. Die Kinder dürfen ihn begleiten.

Vom Mond aus werden drei unbekannte Raumschiffe beobachtet, die sich ebenfalls Richtung Mars bewegen.

Die schlafenden Hüter Yules Whitehead hält den Flug zum Mars geheim. Deshalb müssen die Kinder ihren Angehörigen gegenüber in den E-Mails vorgaukeln, sie befänden sich immer noch auf der Raumstation.

AI-20, die künstliche Intelligenz der Marsstation, wird mit einem von der Erde gelieferten Programm rekalibriert. Darauf ändert sie ihr Verhalten. Unter anderem mahnt sie die Kinder viel strenger als bisher, ihren Lernrückstand aufzuholen.

Auf der Erde wird in der Nähe des Sternentores, durch das die Kinder vom Mars auf die Erde kamen, ein getötetes Wesen entdeckt, das vor einer Million Jahre gelebt hat und einem Teddybären gleicht. Es ist von dem Material umgeben, aus dem die Türme auf dem Mars bestehen. Zuvor schon hat man in der gleichen Gegend die ebenso alten Umrisse eines jener heuschreckenähnlichen Wesen entdeckt, denen Carl begegnet ist.

Christine Faggan, die Mutter von Carl und Elinn, erfährt zufällig, dass auf einem der Artefakte „Curly“ steht. Dies ist der Kosename, mit dem sie ihr Mann, James Faggan, gelegentlich ansprach. Sie glaubt, dass ihr Mann noch lebt und mit dem Artefakt auf sich aufmerksam machen will.

Auf der Vergrößerung eines Fotos, das Carl von dem Raum mit den heuschreckenähnlichen Wesen gemacht hat, ist ein menschlicher Fuß zu sehen. Daraufhin startet man einen Shuttleflug zu den Höhlen beim Mäusenest. Dort entdeckt Ariana ein Artefakt, auf dem ihr Name steht. Zusammen mit Christine Faggan betritt sie die Höhle und findet James Faggan in einem Sarkophag neben den schlafenden Außerirdischen. Er lebt und kann aus dem Sarkophag befreit werden. Die Roboter der Außerirdischen hatten ihn vor einem Sandsturm gerettet und in das Lebenserhaltungssystem gesteckt, in dem sich auch die Heuschreckenwesen befinden. In seinem Zustand des Halbschlafs produzierte James Faggan mit Hilfe der außerirdischen Technologie die Artefakte. Mr. Faggan erzählt, dass die Heuschreckenwesen die Menschen von den Teddybärenwesen befreit hätten, die es auf eine chemische Substanz in den menschlichen Hirnen abgesehen hatten. Bei diesem Kampf hatten die Heuschreckenwesen ihre eigene Marsstadt vernichten müssen und den aus Sternentoren bestehenden Kontakt zu ihrer Heimat verloren. Sie hatten sich in das Lebenserhaltungssystem zurückgezogen in der Hoffnung, irgendwann von ihren Artgenossen zurückgeholt zu werden.