Das Hansa-Brandenburg CC war ein deutsches Flugboot im Ersten Weltkrieg. Der Konstrukteur der Hansa- und Brandenburgischen Flugzeug-Werke, Ernst Heinkel, hatte sich zunächst an den österreichischen Lohner-Flugbooten orientiert und den Typ FB, einen Dreisitzer entwickelt, der 1915 in kleiner Stückzahl an die deutsche und die k.u.k. Marine geliefert wurde.
Geschichte 1916 entwarf Heinkel ein einsitziges Flugboot mit Holzrumpf und benannte es „CC“ nach den Initialen des Firmenbesitzers Camillo Castiglioni. Das CC-Flugboot – nicht zu verwechseln mit dem Wasserflugzeug Hansa-Brandenburg KDW – sollte als Jagdflugzeug eingesetzt werden. Es besaß die typische Sternverstrebung des Hansa-Brandenburg D.I-Jägers, die sogenannte „Strebenspinne“.Volker Koos: Ernst Heinkel. Vom Doppeldecker zum Strahltriebwerk. Delius Klasing, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-7688-1906-0, S. 40. Der Prototyp wurde am 25. September 1916 bestellt, mit der Marine-Nummer 946 am 6. November 1916 nach Warnemünde geliefert und am 14. Dezember 1916 abgenommen. Danach wurden insgesamt 35 Flugboote aus zwei Produktionsserien geliefert, die zunächst mit einem, dann mit zwei starren MG bewaffnet waren. Der Propeller wurde von der Firma Axial zugeliefert.
Das Flugboot wurde 1917 von der deutschen Marine in der Ostsee eingesetzt, aber vor allem in Lizenz durch die Phönix Flugzeugwerke und die Ufag für die k.u.k.-Seeflieger produziert, die das erste Serienexemplar am 16. Dezember 1916 erhielten. Diese Maschinen verfügten über 8 mm Schwarzlose-MGs und waren wesentlich stärker motorisiert. Die österreichischen CC – auch als „Kampf-Doppeldecker-Wasser“ bezeichnet – wurden den österreichischen Flugbooten der A-Klasse (A.13–42 und A.45–49) zugeordnet und über der Adria eingesetzt, wo die schnelleren Flugboote sich heftige Gefechte mit den wendigeren Nieuport 11 der italienischen Gegner lieferten. Auch der österreichische Fliegerheld Gottfried von Banfield flog das CC-Flugboot. mini|A.45-Versuchsdreidecker 1918 wurde eine Maschine (A.45) versuchsweise als Dreidecker geliefert.
Technische Daten mini|Dreiseitenansicht
Kenngröße Daten (Abweichungen pro Serie möglich) Besatzung 1 Länge 7,65 m Spannweite 9,30 m (oben), 8,80 m (unten) Querruder 1,80 m² Höhenruder 1,15 m² Seitenruder 0,54 m² Höhe 3,58 m Flügelfläche 26,50 m² Flächenbelastung 38,8 kg/m² Leistungsbelastung 7,6 kg/kW Leermasse 715 kg Rüstmasse 801 kg Startmasse 1081 kg, 1030 kg (1375 kg) Triebwerk ein wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor Benz Bz III, Austro-Daimler oder Hieromit 150, 185 bzw. 200 PS Startleistung Propellerdurchmesser 2,70 m bei 1,85 Steigung Brennstofftank 180 l Höchstgeschwindigkeit 160 - 175 km/h in NN Steigzeit auf 1000 m 5 min Steigzeit auf 2000 m 13 min Dienstgipfelhöhe 4000 m Reichweite 500 km Flugdauer 3:30 h Bewaffnung 1–2 starre MG 08/15 7,92 mm oder 8 mm Schwarzlose MG M.07/12
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen
Literatur Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Flugzeuge von den Anfängen bis zum 1. Weltkrieg, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9 H. Dieter Köhler: Die deutsche Luftfahrt Ernst Heinkel – Pionier der Schnellflugzeuge, Bernard&Graefe Verlag, ISBN 3-7637-6116-0 Kenneth Munson: Kampfflugzeuge, Jagd- und Trainingsflugzeuge 1914–19, Zürich 1968, Nr. 72 Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–18, Wilhelmshaven 1977
Weblinks
http://www.luftfahrtgeschichte.com/ccw18.htm
Einzelnachweise
Kategorie:Flugzeugtyp (Kaiserliche Marine) Kategorie:Flugzeugtyp des Ersten Weltkrieges (Österreich-Ungarn) Kategorie:Flugboot Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1917 Kategorie:Jagdflugzeug (bis 1919)