mini|Das Dortmunder Rathaus mini|Das alte und das mittlere Stadthaus beherbergen Teile der Stadtverwaltung Der Artikel Zahlen und Fakten zur Politik in Dortmund enthält statistische und historische Angaben zur Politik in Dortmund.

An der Spitze der Stadt Dortmund stand in Zeiten der Freien Reichsstadt der 18-köpfige, später 12-köpfige Rat, welcher im Laufe der Zeit verschieden zusammengesetzt war. Die Amtszeit dauerte zunächst ein Jahr, wobei die Mitglieder turnusmäßig wechselten, sodass es einen „alten Rat“ und einen „neuen Rat“ beziehungsweise „sitzenden Rat“ gab. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Ratsherren auf Lebenszeit gewählt. Von den 6 Obersten Ratsherren führten zwei den Titel „Bürgermeister“. Der 7. Sitz war dem Freigrafen vorbehalten. Nach 1803 übernahm ein fürstlich-oranischer Stadtmagistrat die Amtsgeschäfte und in französischer Zeit gab es einen Maire, dem ein Munizipalrat zur Seite stand. Nach 1815 gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Mit Einführung der Städteordnung 1835 leiteten der Magistrat und das Stadtverordnetenkolleg unter Vorsitz des Bürgermeisters die Verwaltung. Ab 1860 trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Der Oberbürgermeister wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt und rekrutiert sich seit Anfang 1946 in ununterbrochener Folge aus den Reihen der SPD. Die dominierende Stellung der SPD führte zur Metapher von Dortmund als „Herzkammer der Sozialdemokratie“.

Bundestagsabgeordnete mini|Die Dortmunder Wahlkreise Das Dortmunder Stadtgebiet bildet aktuell zwei Bundestagswahlkreise.

Wahlkreis 142 Dortmund I Der Bundestagswahlkreis 142 Dortmund I umfasst die westlichen Stadtbezirke Hombruch, Huckarde, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Lütgendortmund und Mengede.

Hier fiel 2021 mit 33,0 Prozent der abgegebenen Erststimmen das Direktmandat an den SPD-Abgeordneten Jens Peick. Dieser ist zum ersten Mal im Bundestag, zuvor wurde der Wahlkreis durch den nun-parteilosen Marco Bülow (zuvor SPD) vertreten. Über die Landesliste zog im Jahre 2021 Markus Kurth, Bündnis 90/Die Grünen in den 20. Deutschen Bundestag ein.

Wahlkreis 143 Dortmund II Die östlichen Stadtbezirke (Aplerbeck, Brackel, Eving, Hörde, Innenstadt-Nord und Scharnhorst) bilden den Bundestagswahlkreis 143 Dortmund II.

Hier fiel das Direktmandat 2021 mit 39,1 Prozent auf Sabine Poschmann, SPD, welche diesen Wahlkreis bereits seit der Wahl 2013 vertritt.

Ehemaliger Wahlkreis Dortmund III Der Bundestagswahlkreis Dortmund III war von 1949 bis 2002 ein Wahlkreis in Nordrhein-Westfalen. Er umfasste zuletzt von 1980 bis 1998 die Dortmunder Stadtbezirke Aplerbeck, Hörde, Hombruch und Lütgendortmund.

Landtagsabgeordnete Derzeit ist Dortmund in vier Landtagswahlkreise unterteilt.

Wahlkreis 111 – Dortmund I Der Wahlkreis 111 Dortmund I wird durch die Stadtbezirke Innenstadt-West, Huckarde und Mengede beschrieben.

Bei der Wahl 2022 wurde Ralf Stoltze (SPD) mit 33,7 Prozent direkt gewählt.

Wahlkreis 112 – Dortmund II Die Stadtbezirke Stadtbezirke Eving, Innenstadt-Ost und -Nord bilden den Wahlkreis 112 Dortmund II.

Direkt gewählter Kandidat ist mit 34,2 Prozent Volkan Baran (SPD).

Wahlkreis 113 – Dortmund III Der Wahlkreis 113 Dortmund III umfasst die Stadtbezirke Stadtbezirke Scharnhorst, Aplerbeck und Brackel.

Hier ist Nadja Lüders (SPD) mit 38,7 Prozent direkt gewählt worden.

Wahlkreis 114 – Dortmund IV Der Wahlkreis 114 Dortmund IV wird durch die Stadtbezirke Hörde, Hombruch und Lütgendortmund gebildet.

Mit 34,0 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde Anja Butschkau (SPD) direkt in den Landtag gewählt.

Ehemalige Wahlkreise Bis zum Jahr 2005 existierten zwei weitere Wahlkreise auf dem Dortmunder Stadtgebiet. Der Wahlkreis Dortmund V umfasste die Stadtbezirke Aplerbeck und Hörde. Der Wahlkreis Dortmund VI wurde durch die Stadtbezirke Hombruch und Lütgendortmund gebildet.

Kommunalwahlergebnisse (Stadtrat) mini|Wahlergebnisse Dortmunder Stadtrat 1946–2014

mini|Sitzverteilung Dortmunder Stadtrat 1946–2014

Übersicht

Hier ist eine Übersicht der Ergebnisse der Dortmunder Kommunalwahlen nach dem Zweiten Weltkrieg. Es wird nur die durch das Wahlergebnis festgelegte Sitzverteilung aufgeführt. Das Feld der Partei, die bei der jeweiligen Wahl die meisten Stimmen bzw. Sitze erhalten hat, ist farblich gekennzeichnet.

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2012 20142020 SPD 46,2 46,0 49,7 57,0 54,2 61,2 57,3 57,2 57,3 55,4 52,9 51,4 41,0 41,3 37,8 43,7 38,230,0 CDU 35,1 31,1 29,5 31,0 35,2 33,4 35,6 35,2 34,3 30,7 25,7 30,4 41,7 32,7 28,7 27,2 27,222,5 GRÜNE 10,7 9,8 12,2 9,9 11,5 15,4 17,2 15,424,8 DIE LINKE. 2,8 5,5 3,5 6,85,6 AfD 3,45,5 FDP 3,6 7,8 10,9 6,7 7,8 5,4 5,3 6,2 4,6 2,3 3,9 2,1 1,8 3,8 6,3 2,6 2,43,5 PIRATEN 2,30,9 DIE RECHTE 1,01,1 Bürgerliste 1,6 2,6 3,1 2,0 1,9 1,00,7 NPD 0,1 0,01 0,9 1,9 0,9 FBI 1,1 1,2 0,70,5 BIG 0,3 Die PARTEI 0,12,8 DKP 1,8 1,1 0,9 0,7 0,10,01 DUW 2009 0,1 0,1 0,1 Unabhängige 0,1 0,1 0,01 0,02 0,01 Linkes Bündnis 1,0 0,8 0,6 0,5 Aufbruch Gr. 0,1 0,1 DVU 2,0 3,1 1,5 Offensive D 0,7 Stadtgrüne 0,1 REP 6,3 1,9 STATT 0,5 ÖDP 0,5 BLI 0,3 DOLL 0,3 UBL 0,2 Patrioten 0,01 EAP 0,03 0,1 KPD 12,6 11,8 6,0 0,3 0,05 FAP 0,04 Bunte Liste 2,9 DWU 2,1 DRP 0,3 0,7 DP 2,9 BHE 1,9 2,1 NR 1,3 FSU 0,6 Zentrum 2,4 3,3 1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2012 2014

Sitzverteilung

1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009 2012 20142020 SPD 36 25 31 40 37 42 40 48 52 48 47 46 34 36 37 38 3627 CDU 12 17 18 22 24 22 24 30 31 26 23 27 34 29 28 23 2620 GRÜNE 9 8 10 8 10 15 15 1522 DIE LINKE. 2 5 3 65 AfD 35 FDP 1 4 7 4 5 3 3 5 1 3 6 2 23 PIRATEN 21 DIE RECHTE 11 Bürgerliste 2 3 2 2 11 NPD 1 2 1 FBI 1 1 1 DVU 2 3 1 Linkes Bündnis 1 1 Offensive D 1 REP 5 KPD 2 6 4 Die PARTEI3BVT1Tierschutzpartei1 Summe 51 52 60 66 66 67 67 83 83 83 83 83 82 88 96 86 9490

Wahlperiode 1946 bis 1948

Die erste Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund der Vorgaben durch die britische Besatzungsmacht nach dem (britischen) Mehrheitswahlrecht durchgeführt. Das heißt, es gab 13 Wahlbezirke, in denen jeweils 3 Ratsmitglieder mit den meisten Stimmen gewählt wurden. Zu diesen 39 Direktkandidatinnen und -kandidaten kamen weitere 12 Ratsmitglieder über einen stadtweiten Wahlbezirk per Verhältniswahl hinzu. Wahlberechtigt waren alle Dortmunderinnen und Dortmunder über 21 Jahren, die die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen und denen das Wahlrecht nicht aufgrund der Unterstützung des Nazi-Regimes entzogen worden war. Der Rat hatte 51 Mitglieder. Er wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister.

Die Kommunalwahl am 13. Oktober 1946 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 103.499 46,3 % 36 70,6 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 78.612 35,1 % 12 23,5 %

Kommunistische Partei Deutschlands 28.262 12,6 % 2 3,9 %

Freie Demokratische Partei 8.070 3,6 % 1 2,0 %

Deutsche Zentrumspartei 5.368 2,4 % – – Gesamt 223.811 100,0 % 51 100,0 %

Zum Oberbürgermeister wählte der Rat Fritz Henßler (SPD).

Wahlperiode 1948 bis 1952

Diese zweite Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg fand nach der Konstituierung des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Das Wahlsystem wurde dahingehend verändert, dass jetzt nach der personalisierten Verhältniswahl gewählt wurde. So wie heute noch wurde die Hälfte der Sitze direkt in Wahlkreisen vergeben, die andere Hälfte wurde zur Herstellung des Proporzes von den stadtweiten starren Listen ergänzt. Es wurde eine 5-%-Hürde eingeführt. Der Rat hatte 52 Mitglieder. Er wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister.

Die Kommunalwahl am 17. Oktober 1948 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 99.958 46,0 % (−0,3 %) 25 (−11) 48,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 67.666 31,1 % (−4,0 %) 17 (+5) 32,7 %

Kommunistische Partei Deutschlands 25.645 11,8 % (−0,8 %) 6 (+4) 11,5 %

Freie Demokratische Partei 16.966 7,8 % (+4,2 %) 4 (+3) 7,7 %

Deutsche Zentrumspartei 7.240 3,3 % (+0,9 %) – (=) – Gesamt 217.475 100,0 % 52 (+1) 100,0 %

Zum Oberbürgermeister wählte der Rat Fritz Henßler (SPD).

Wahlperiode 1952 bis 1956

Bei der dritten Kommunalwahl wurde die Anzahl der Sitze im Rat auf 60 erhöht.

Die Kommunalwahl am 9. November 1952 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 140.970 49,7 % (+3,7 %) 31 (+6) 51,7 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands + Deutsche Zentrumspartei 83.746 29,5 % (−1,6 %) 18 (+1) 30,0 %

Freie Demokratische Partei + Deutsche Partei 30.771 10,9 % (+3,1 %) 7 (+3) 11,7 %

Kommunistische Partei Deutschlands 17.068 6,0 % (−5,8 %) 4 (−2) 6,7 % BHEBund der Heimatvertriebenen und Entrechteten 5.308 1,9 % (+1,9 %) – (=) – NRNationale Rechte 1,3 % (+1,3 %) – (=) – FSUFreisoziale Union 0,6 % (+0,6 %) – (=) – Unabhängige2 parteilose Bewerber 0,1 % (+0,1 %) – (=) – Gesamt 283.532 100,0 % 60 (+8) 100,0 %

NR, FSU und Unabhängige haben in der Summe 5.669 Stimmen (genauere Zahlen sind nicht auffindbar).

Zum Oberbürgermeister wählte der Rat Fritz Henßler (SPD). Nach dessen Tod wurde Anfang 1954 Dietrich Keuning (SPD) als dessen Nachfolger gewählt.

Wahlperiode 1956 bis 1961

Bei der vierten Kommunalwahl wurde die Anzahl der Sitze im Rat auf 66 erhöht.

Die Kommunalwahl am 28. Oktober 1956 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 188.650 57,0 % (+7,3 %) 40 (+9) 60,6 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 102.494 31,0 % (+1,5 %) 22 (+4) 33,3 %

Freie Demokratische Partei 22.086 6,7 % (−4,2 %) 4 (−3) 6,1 %

Deutsche Partei 9.742 2,9 % (+2,9 %) – (=) – BHEBund der Heimatvertriebenen und Entrechteten 7.010 2,1 % (+0,2 %) – (=) –

Deutsche Reichspartei 857 0,3 % (+0,3 %) – (=) – Gesamt 330.849 100,0 % 66 (=) 100,0 %

Zum Oberbürgermeister wählte der Rat Dietrich Keuning (SPD).

Wahlperiode 1961 bis 1964

In der fünften Wahlperiode hatte der Rat 66 Mitglieder.

Die Kommunalwahl am 19. März 1961 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 189.610 54,2 % (−2,8 %) 37 (−3) 56,1 %

Christlich Demokratische Union Deutschlands 123.322 35,2 % (+4,2 %) 24 (+2) 36,4 %

Freie Demokratische Partei 27.291 7,8 % (+1,1 %) 5 (+1) 7,6 % DWUDemokratische Wähler-Union 7.506 2,1 % (+2,1 %) – (=) –

Deutsche Reichspartei 2.317 0,7 % (+0,4 %) – (=) – Gesamt 350.046 100,0 % 66 (=) 100,0 %

Zum Oberbürgermeister wählte der Rat Dietrich Keuning (SPD).

Wahlperiode 1964 bis 1969

Bei der sechsten Kommunalwahl wurde die Anzahl der Sitze im Rat auf 67 erhöht.

Die Kommunalwahl am 27. September 1964 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmen Stimmenanteil Sitze Sitzanteil