Villa Serrano ist eine Landstadt im Departamento Chuquisaca im südamerikanischen Andenstaat Bolivien.
Lage im Nahraum Villa Serrano ist Sitz der Verwaltung der Provinz Belisario Boeto und ist zentraler Ort im Cantón Villa Serrano im Municipio Villa Serrano. Die Stadt liegt auf einer Höhe von am Río Pescado in einem Becken am Ostabhang der bolivianischen Cordillera Central. Wenige Kilometer östlich der Ortschaft befindet sich der Nationalpark Río Grande Mascicuri an der Grenze zwischen den Departamentos Chuquisaca und Santa Cruz.
Geographie Villa Serrano liegt zwischen dem Altiplano und dem bolivianischen Tiefland im Höhenzug der bolivianischen Cordillera Central. Das Klima ist warm-gemäßigt und ein typisches Tageszeitenklima, bei dem die Temperaturunterschiede im Tagesverlauf stärker schwanken als im Jahresverlauf.
Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Region liegt bei gut 17 °C (siehe Klimadiagramm Villa Serrano), die Monatsdurchschnittswerte schwanken zwischen 14 °C im Juni/Juli und 19 °C von November bis Januar. Der Jahresniederschlag beträgt 640 mm und weist vier aride Monate von Mai bis August mit Monatswerten unter 10 mm auf, und eine deutliche Feuchtezeit von Dezember bis Februar mit Monatsniederschlägen zwischen 100 und 130 mm.
Zur Überbrückung der Trockenzeit bauten die Bewohner auf Anregung und mit Unterstützung des deutschen Priesters und Entwicklungshelfers Lothar Brucker († 2020) in der Zeit zwischen 1990 und 1998 einen Staudamm, der die Wasserversorgung und damit die Ernte sicherte. Für Brucker war es der zweite achtjährige Solidaritätseinsatz in Bolivien, in dem er es als weitere Ziele sah, die Infrastruktur der Gemeinde und das Bildungszentrum Ceithar auszubauen.Generalanzeiger. Hildegard Ginzler: Seelsorger auf zwei Kontinenten. Abgerufen am 12. Mai 2021.
Verkehrsverbindungen Villa Serrano liegt in einer Entfernung von 172 Straßenkilometern östlich von Sucre, der Hauptstadt des Departamentos Chuquisaca.
Von Sucre aus führt ein Abschnitt der 1000 Kilometer langen Nationalstraße Ruta 6 in südöstlicher Richtung 142 Kilometer über die Städte Yamparáez, Tarabuco, Zudáñez und Tomina nach Padilla und dann weiter ins Tiefland. In Tomina zweigt eine Landstraße in nordöstlicher Richtung ab, die nach weiteren 30 Kilometern Villa Serrano erreicht. Von dort führt eine weitere Landstraße über Pucará und Guadalupe nach Vallegrande und Mataral.
Bevölkerung Die Einwohnerzahl der Stadt ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten um etwa zwei Drittel angestiegen: Jahr Einwohner Quelle 1992 1916 VolkszählungInstituto Nacional de Estadística Bolivia (INE) 1992 2001 2872 Volkszählung 2012 3298 Volkszählung 2024 Volkszählung Die Region weist einen gewissen Anteil an Quechua-Bevölkerung auf, im Municipio Villa Serrano sprechen 29,1 Prozent der Bevölkerung Quechua.INE-Sozialdaten Chuquisaca 2001 (PDF; 4,4 MB)
Einzelnachweise
Weblinks Reliefkarte 6736 IV der Region Villa Serrano 1:50.000 (PDF; 2,0 MB) Municipio Villa Serrano - Übersichtskarten Nr. 10801 Municipio Villa Serrano - Detailkarte und Bevölkerungsdaten (PDF; 775 kB) (spanisch) Departamento Chuquisaca - Sozialdaten der Municipios (PDF; 4,21 MB) (spanisch)