Die Bundesautobahn 8 (Abkürzung BAB 8) – Kurzform Autobahn 8 oder A 8 – ist eine deutsche Autobahn, die in drei Teilstücken von der luxemburgischen Grenze bei Perl über Pirmasens, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München nach Bad Reichenhall an der Grenze zu Österreich führt. Sie gehört zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Mitteleuropa.

Große Teile der Strecke wurden bereits während der Zeit des Nationalsozialismus gebaut und fertiggestellt. Mit wachsender Verkehrszunahme wurde die alte Trassenführung den Anforderungen nicht mehr gerecht, weshalb sich der Verkehr häufig staute. Insbesondere an den Hängen des Nordschwarzwaldes zwischen Karlsruhe und Stuttgart sowie am Albaufstieg zwischen Stuttgart und Ulm kam es durch die steile und kurvige Streckenführung und eine zu schmale Fahrbahn in Kombination mit schlechtem Wetter häufig zu schweren Unfällen, weshalb die Autobahn zwischen Karlsruhe und München bis heute fast durchgehend erneuert wurde. Die Trassenführung von München bis an die österreichische Grenze folgt jedoch nach wie vor dem Vorkriegszustand.

Ihre Nummer trägt die A 8 seit Einführung des heutigen Nummernsystems im Jahr 1975; in dem zuvor entworfenen, dann nicht eingeführten Nummerierungssystem war dem Abschnitt von Perl bis Pirmasens die Nummer 172 zugedacht gewesen, dem nicht realisierten Abschnitt von Pirmasens bis Karlsruhe die 76 und dem Abschnitt von Karlsruhe bis Bad Reichenhall die 21.

Verlauf Luxemburgische Grenze bis Pirmasens Die Bundesautobahn 8 beginnt an der deutsch-luxemburgischen Grenze im Saarland auf dem über die Mosel führenden Viadukt von Schengen. Nur einige hundert Meter südlich der Brücke befindet sich das Dreiländereck mit Frankreich. Auf der rechten Moselseite führt die Autobahn in einer kurvigen Strecke aus dem Moseltal den Hang zum Saargau hinauf, zunächst östlich, dann südöstlich, und hinter Perl unmittelbar parallel an der französischen Grenze entlang. Nach der Unterquerung eines Höhenrückens im Tunnel Pellinger Berg folgt eine Abstiegsstrecke durch ein Seitental hinab ins Tal der Saar. Bei Merzig schwenkt die Autobahn dann nach Süden und folgt ab nun dem Verlauf der Saar bis kurz hinter Dillingen, wo am Autobahndreieck Saarlouis die durchgehende Fahrbahn auf die BAB 620 führt. Die BAB 8 zweigt hier nach Osten ab, überquert die Saar und führt nördlich an Saarlouis vorbei. Unmittelbar an der Autobahn befinden sich die Ford-Werke und das weitläufige Gelände der Dillinger Hütte. Danach geht es in einem weiten Bogen nördlich an Saarbrücken vorbei durch die Südausläufer des hügeligen Saar-Nahe-Berglands. Am Autobahnkreuz Saarbrücken wird die BAB 1 gekreuzt, einige Kilometer weiter am Autobahndreieck Friedrichsthal zweigt die BAB 623 ab. Anschließend wird auf einem längeren Brückenbauwerk das Sulzbachtal überquert und Neunkirchen südlich umfahren. Auf einem kurzen Teilstück zwischen Friedrichsthal und Spiesen ist die Autobahn dabei sechsstreifig ausgebaut.

Am Autobahnkreuz Neunkirchen, wo die BAB 6 gekreuzt wird, verlässt die BAB 8 das waldreiche und hügelige Gebiet und erreicht das weitläufige Bliestal. Sie folgt zunächst dem Blies-, anschließend dem Schwarzbachtal und erreicht kurz vor Zweibrücken das Bundesland Rheinland-Pfalz. Auf dem gesamten Abschnitt zwischen Neunkirchen und Zweibrücken weist die Autobahn einen verringerten Querschnitt und auf etwa 5 km Länge zwischen Limbach und Einöd keinen Standstreifen auf. Auf rheinland-pfälzischer Seite führt sie nun mitten durch das Stadtzentrum von Zweibrücken, dem Hornbachtal entlang und schließlich über eine relativ steile und langgezogene 180°-Kurve aus dem Tal hinauf auf die Westricher Hochfläche, dem hügeligen westlichen Vorland des Pfälzerwalds. Längs dem Höhenrücken zwischen Schwarzbach- und Felsalbtal entlang endet kurz vor Pirmasens das westliche Teilstück der BAB 8. An der Anschlussstelle Pirmasens-Winzeln zweigen die Auf- und Abfahrtsrampen in östliche Fahrtrichtung nach links ab, da hier ursprünglich Bauvorleistungen für ein Autobahndreieck errichtet wurden. Über die sich nahtlos anschließende BAB 62 besteht an der nächsten Anschlussstelle eine Anbindung an Pirmasens und über die B 10 durch den Pfälzerwald nach Landau, während die Autobahn selbst weiter in Richtung Norden führt.

Karlsruhe bis München Das zweite Teilstück der BAB 8 beginnt in Baden-Württemberg am Autobahndreieck Karlsruhe, wo sie von der BAB 5 nach Osten abzweigt. Mit Ausnahme einiger kleiner Abschnitte ist die Strecke bis kurz vor ihrem Ende in München mindestens sechsstreifig ausgebaut. Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus wurde an mehreren Stellen die Fahrbahn verschwenkt und weist weniger starke Längsneigungen und Kurvenradien auf als die alte Strecke.

Gleich nach dem Dreieck führt die Autobahn mit einer markanten Steigung von 7,5 % aus der Oberrheinischen Tiefebene auf den nördlichsten Ausläufer des Schwarzwalds, der hier ins Hügelland des Kraichgaus übergeht. Nach dem Abstieg ins Pfinztal bei Nöttingen folgt erneut eine kurvenreiche Steigungsstrecke. Anschließend führt die Autobahn zunächst nördlich an Pforzheim vorbei und verläuft oberhalb des Enztals am Südrand der zur Bauschlotter Platte gehörenden Katharinentaler Senke. Dann wendet sie sich mit einer engen Kurve in südliche Richtung, um mit starken Längsneigungen das Enztal zu queren und Pforzheim nun im Osten zu passieren. Südlich des Enztals wird mit dem Hagenschieß der nordöstlichste Ausläufer des Schwarzwalds durchquert, dann schwenkt die Autobahn in südöstliche Richtung und erreicht kurz vor Heimsheim das hügelige Heckengäu, wo allmählich auch der Großraum Stuttgart beginnt. In Leonberg zweigt am gleichnamigen Autobahndreieck die BAB 81 nach Norden ab und beide Autobahnen führen ab hier auf einer gemeinsamen, achtstreifigen Trasse in großem Abstand südwestlich an der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart vorbei den Glemswald hinauf.

Am Autobahnkreuz Stuttgart endet der gemeinsame Verlauf beider Autobahnen auf derselben Trasse, die BAB 81 führt von hier nach Süden und gleichzeitig die kurze BAB 831 in Richtung des Stuttgarter Stadtzentrums. Die BAB 8 wird wieder sechsstreifig und führt aus dem Glemswald hinab auf die Filder, eine Hochebene südlich von Stuttgart. Die wie ein Autobahnkreuz ausgebaute Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch verbindet die Autobahn mit der autobahnähnlich ausgebauten B 27, die eine zweite Route in die Stuttgarter Innenstadt darstellt. Gleich danach sind der Stuttgarter Flughafen und die Stuttgarter Messe erreicht. Das 2007 errichtete Messeparkhaus wurde in Form einer Brücke quer über die Autobahn gebaut. Kurz vor Wendlingen verlässt die Autobahn die Filderebene und überquert den Neckar, ehe Kirchheim unter Teck und damit das Vorland der Schwäbischen Alb erreicht wird.

Bei Aichelberg beginnt der relativ steile Aufstieg auf die Alb, dessen erste Stufe bei Gruibingen endet. Dort wurde im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus ein einseitiger Lärmschutztunnel errichtet. Hinter der Anschlussstelle Mühlhausen, einem von zwei noch nicht ausgebauten Abschnitten zwischen Stuttgart und München, verlaufen beide Richtungsfahrbahnen getrennt voneinander – die Richtungsfahrbahn München oberhalb des Filstals, die Richtungsfahrbahn Karlsruhe oberhalb des Gosbachtals am sogenannten Drackensteiner Hang. In Richtung München führt die Strecke außerdem durch den 625 m langen Lämmerbuckeltunnel. Bei Hohenstadt treffen beide Fahrbahnen wieder aufeinander und die Autobahn führt zunächst noch vier-, später wieder sechsstreifig über die leicht nach Osten hin fallende Albhochfläche. In diesem Bereich wird auch die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau überquert und die Autobahn erreicht den mit höchsten Punkt ihrer gesamten Strecke. Bis kurz vor Ulm führt nun die ICE-Neubaustrecke Wendlingen–Ulm parallel zur Autobahn. Nach Osten hin langsam abfallend, wird kurz hinter Ulm die flache Ebene des Donaurieds und erstmals bayerisches Gebiet erreicht. Dort kreuzt nach einem kurzen, noch nicht ausgebauten Abschnitt, der die letzte Stufe des Abstiegs ins Donautal bildet, am Autobahnkreuz Ulm/Elchingen die BAB 7.

Für einige Kilometer wechselt die nun erneut sechsstreifige BAB 8 nochmals zurück nach Baden-Württemberg, danach endgültig wieder nach Bayern. Bei Leipheim wird die Donau überquert und das hügelige Gebiet des Holzwinkels (Naturpark Augsburg-Westliche Wälder) beginnt. Kurz hintereinander wechseln sich die relativ breiten Täler von Günz, Kammel, Mindel, Zusam und Schmutter mit waldreichen Höhenzügen ab. Schließlich wird die breite Lech-Ebene und damit auch Augsburg erreicht. Im nördlichen Stadtgebiet wird der Lech überquert, hinter Augsburg wird die Landschaft wieder hügeliger. Bis zum Erreichen des Ballungsraums München werden mehrere bewaldete Höhenzüge überquert und die Täler von Paar, Ecknach und Glonn gequert.

Kurz hinter Sulzemoos beginnt schließlich die Münchner Schotterebene. Am Autobahndreieck München-Eschenried zweigt eine mehrere Kilometer lange Verbindungsspange zur BAB 99, dem zu drei Vierteln geschlossenen Münchner Autobahnring, ab. Der meiste Verkehr verlässt hier die BAB 8, da über den Münchner Ring eine direkte Verbindung zum dritten Teilstück weiter nach Salzburg besteht. Ab hier ist die Autobahn wieder vierstreifig, allerdings mit Standstreifen. Nach Passieren des Langwieder Sees kreuzt am Autobahnkreuz München-West die BAB 99. Kurz danach endet das zweite Teilstück der BAB 8 an einem Kreisverkehr im Münchner Stadtteil Obermenzing.

München bis österreichische Grenze Im südöstlichen Stadtgebiet von München beginnt das dritte Teilstück der BAB 8. Die Autobahn zweigt dabei an der Kreuzung Innsbrucker Ring/Rosenheimer Straße vom Mittleren Ring ab, dabei handelt es sich um den letzten noch nicht kreuzungsfrei ausgebauten Abschnitt der Ringstraße. Nach rund zwei Kilometern sechsstreifiger Strecke weist die Autobahn hinter der unmittelbar hinter dem Autobahnbeginn liegenden Anschlussstelle München-Perlach nur noch vier Fahrstreifen auf. In südöstliche Richtung führt die Autobahn nach Verlassen des Stadtgebiets an den Münchner Vororten Neubiberg, Unterhaching und Taufkirchen vorbei, wobei mit der BAB 995 nur wenige Kilometer westlich eine weitere Route zwischen Mittlerem Ring und Münchner Autobahnring (BAB 99) besteht. Zwischen Neubiberg und Unterhaching wird mit einem 327 m langen Tunnel der ehemalige Fliegerhorst Neubiberg unterquert. Am Autobahnkreuz München-Süd trifft die BAB 8 auf die BAB 995 und die hier endende BAB 99, den bis heute nicht vollendeten Münchner Autobahnring.