Opotschka () ist eine Stadt in der Oblast Pskow (Russland) mit 9.928 Einwohnern (Stand 1. Januar 2021).https://rosstat.gov.ru/storage/mediabank/tab-5_VPN-2020.xlsx

Geografie Die Stadt liegt etwa 130 Kilometer südlich der Oblasthauptstadt Pskow an der Welikaja, dem größten Zufluss des Peipussees.

Opotschka ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Die nächstgelegene Bahnstation ist Pustoschka 60 km südöstlich, an der auf diesem Abschnitt 1901 eröffneten Eisenbahnstrecke Moskau–Riga. Durch Opotschka führt die Fernstraße M20 von Sankt Petersburg nach Newel und weiter über Belarus in die Ukraine (Kiew, Odessa).

Wappen Beschreibung: In Blau mit erhöhtem grünen Schildfuß geteilten Schild ein silberner sich verjüngender Steinstapel aus sechs Reihen.

Geschichte Opotschka wurde erstmals 1414 in der Pskower Chronik als neue südliche Grenzfestung an Stelle der 1406 von Truppen des litauischen Großfürsten Vytautas Festung Koloscha erwähnt. Der Name wurde wahrscheinlich von Wort opoka abgeleitet, welches im Russischen heute für ein helles Kieselgestein, ursprünglich auch für andere helle Gesteine, wie Kreide oder Alabaster stand.

1426 trotzte Opotschka der erneuten Belagerung durch litauische Truppen, 1427 einer Belagerung durch den Deutschen Orden. 1517 widerstand die Festung einer polnisch-litauischen Belagerung unter Konstantin Ostroschski. In der Zeit des Livländischen Krieges (1558–1583) beherbergte Opotschka eine große Strelizen-Garnison.

1777 wurde Opotschka das Stadtrecht als Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds) verliehen. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem der bedeutendsten Handwerks- und Handelszentren des Gouvernements Pskow, in welchem bekannte Jahrmärkte stattfanden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Opotschka am 8. Juli 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt und am 15. Juli 1944 von Truppen der 2. Baltischen Front der Roten Armee im Rahmen der Reschiza-Dwinsker Operation zurückerobert.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 5.735 1926 7.146 1939 11.174 1959 11.700 1970 12.877 1979 14.978 1989 16.190 2002 13.964 2010 11.603 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten In Opotschka ist der Erdwall der Festung aus dem 15. Jahrhundert erhalten, außerdem Verwaltungs- und Gefängnisgebäude aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie mehrstöckige Kaufmanns- und Lagerhäuser aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

In Stadtnähe befand sich die Petrowskaja mysa () genannte Bildwirkerei- und Teppichmanufaktur des russischen Zarenhofes, von welcher ein umgebauter Palast aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist.

Wirtschaft In Opotschka gibt es Betriebe der Textil- und Lebensmittelindustrie sowie der Bau- und Holzwirtschaft.

Söhne und Töchter der Stadt

Nikolai Kudrjawzew (1893–1971), Erdölgeologe, bekannt für seine abiotische Theorie der Entstehung von Erdöl und Erdgas Wladimir Nikitin (* 1948), Politiker, derjava.pskov.ru Waleri Iwanow (1960–2019), GeneralleutnantУроженец города Опочки, генерал-лейтенант Валерий Иванов, возглавил войска воздушно-космической обороны, opochka.ru

Literatur Opochka, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 549

Weblinks

Webseite der Stadtverwaltung (russisch) Opotschka auf mojgorod.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Pskow Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1777 Kategorie:Ghetto