Christopher Kas (* 13. Juni 1980 in Trostberg) ist ein ehemaliger deutscher Tennisspieler und heutiger -trainer.

Karriere Als Einzelspieler erreichte Kas, Sohn des Journalisten Karlheinz Kas, im Profitennis seine höchste Platzierung am 4. November 2002 als Nummer 224 der Weltrangliste; größere Erfolge blieben jedoch aus. Ab 2005 konzentrierte er sich daher auf das Doppel und gewann zusammen mit seinem regelmäßigen Partner Philipp Petzschner mehrere Challenger-Turniere. Bei ihrem ersten Auftritt bei einem ATP-Turnier erreichten Kas und Petzschner im Februar 2006 in Marseille auf Anhieb das Halbfinale. Im September 2008 gewann Kas mit Philipp Kohlschreiber das Doppelturnier von Stuttgart durch einen Endspielsieg über Mischa Zverev und Michael Berrer. 2009 gewann er ebenfalls mit Kohlschreiber das Rasenturnier von Halle, 2010 mit Viktor Troicki das Turnier von Bangkok. Er stand weitere 15-mal in einem Finale, so u. a. 2006 in Båstad (mit Oliver Marach) und Amersfoort (mit Lucas Arnold Ker), 2007 in Kitzbühel und Wien (jeweils mit Tomas Behrend), 2008 in Zagreb (mit Rogier Wassen) und in Basel (mit Philipp Kohlschreiber), 2009 erneut in Zagreb (wieder mit Rogier Wassen), 2010 in Stuttgart (mit Philipp Petzschner) sowie 2011 in Delray Beach (mit Alexander Peya) und in München (mit Andreas Beck). 2011 gehörte er außerdem beim Sieg Deutschlands im World Team Cup zum deutschen Team, er wurde in der Vorrunde zweimal eingesetzt. 2013 konnte er zwei weitere Turniersiege einfahren. In Doha und Kitzbühel gewann er mit Kohlschreiber sowie mit Martin Emmrich.

Sein bestes Ergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier erreichte er 2011 mit dem Halbfinale in Wimbledon an der Seite von Peya. Darüber hinaus stand er bei den Australian Open 2012 und bei den US Open 2008 jeweils im Viertelfinale. Seine beste Platzierung im Doppel erreichte er Anfang 2012 mit Rang 17 in der Weltrangliste.

2012 nahm er an den Olympischen Spielen teil. Im Herrendoppel mit Philipp Petzschner unterlag er in der ersten Runde Nikolai Dawydenko und Michail Juschny mit 5:7, 5:7. Im Mixed trat er mit Sabine Lisicki an; sie hatten zuvor noch nie zusammengespielt und erreichten das Halbfinale, in dem sie den Briten Laura Robson und Andy Murray mit 1:6, 7:6, [7:10] unterlagen. Im Spiel um Bronze mussten sie sich anschließend ebenfalls geschlagen geben, gegen die US-Amerikaner Lisa Raymond und Mike Bryan verloren sie mit 3:6, 6:4, [4:10]. 2014 beendete Christopher Kas nach dem Turnier in Wien seine Profikarriere.

In fünf Begegnungen für die deutsche Davis-Cup-Mannschaft kam er zum Einsatz, wo er eine Bilanz von 2:5 vorweist. In der deutschen 1. Bundesliga spielte er ab 2005 für den TC Piding und trat von 2006 bis 2014 für den TC Blau-Weiss Halle an. Mit Halle wurde er in den Jahren 2006 und 2014 Deutscher Mannschaftsmeister sowie in den Jahren 2009 bis 2013 Vizemeister. 2015 trat er für den TC Großhesselohe in der 2. Tennis-Bundesliga sowie seit 2016 in der Bundesliga Herren 30 an. Seit 2016 ist er zudem Teamchef des Vereins, mit dem ihm 2018 der Aufstieg in die Bundesliga gelang.

Nach seiner aktiven Zeit war Kas auch als Tennistrainer aktiv. Zur Saison 2015 betreute er Sabine Lisicki. Die Zusammenarbeit lief bis Mai 2016. Anschließend trainierte er bis Mai 2019 Mona Barthel. Seit Oktober 2019 ist er Coach von Peter Gojowczyk. Darüber hinaus ist Kas gelegentlich auch als TV-Experte aktiv.

Persönliches Kas ist seit 2007 verheiratet und hat mit seiner Frau eine Tochter (* 2007) und einen Sohn (* 2011).

Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam Tennis Masters CupATP World Tour Finals ATP Masters SeriesATP World Tour Masters 1000 ATP International Series GoldATP World Tour 500 (1) ATP International SeriesATP World Tour 250 (4) ATP Challenger Tour (22)Titel nach Belag Hartplatz (2) Sand (2) Rasen (1)

Doppel Turniersiege ATP World Tour Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 12. Juli 2008 Sand 6:3, 6:4 2. 14. Juni 2009 Rasen Philipp Kohlschreiber 6:3, 6:4 3. 3. Oktober 2010 Hartplatz 6:4, 6:4 4. 4. Januar 2013 Hartplatz Philipp Kohlschreiber 7:5, 6:4 5. 3. August 2013 Sand 6:4, 6:3

ATP Challenger Tour Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 7. September 2002 Sand 5:7, 6:4, 7:5 2. 14. September 2002 Sand 7:64, 6:77, 6:2 3. 21. August 2004 Sand 3:6, 6:2, 7:64 4. 20. November 2004 (1) Teppich (i) Philipp Petzschner 6:4, 7:65 5. 11. Dezember 2004 Teppich (i) 7:5, 6:3 6. 21. Mai 2005 (1) Sand Philipp Petzschner 6:72, 6:2, 6:4 7. 8. Oktober 2005 Hartplatz (i) Philipp Petzschner 7:64, 6:2 8. 12. November 2005 Eckental (2) Teppich (i) Philipp Petzschner 6:3, 7:5 9. 28. Januar 2006 Teppich (i) Philipp Petzschner 6:72, 6:3, [10:4] 10. 25. Februar 2006 (1) Hartplatz (i) Philipp Petzschner 6:2, 6:2 11. 24. Juni 2006 (1) Sand Tomas Behrend 7:65, 6:4 12. 23. September 2006 (1) Sand Tomas Behrend 6:1, 3:6, [10:4] 13. 24. Februar 2007 Besançon (2) Hartplatz (i) 6:4, 6:4 14. 12. Mai 2007 Dresden (2) Sand Tomas Behrend 6:3, 6:4 15. 23. Juni 2007 Braunschweig (2) Sand Tomas Behrend 6:0, 6:2 16. 22. September 2007 Stettin (2) Sand Tomas Behrend 6:0, 5:7, [10:8] 17. 29. September 2007 Sand Tomas Behrend 7:65, 6:2 18. 17. November 2007 Hartplatz (i) 7:65, 6:2 19. 25. April 2009 Sand 4:6, 7:62, [10:2] 20. 14. September 2012 Hartplatz (i) 2:6, 6:2, [10:8] 21. 18. Mai 2013 Sand Oliver Marach 2:6, 6:4, [10:1] 22. 9. November 2013 Hartplatz (i) 6:2, 7:5

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 16. Juli 2006 Sand 3:6, 6:4, [4:10] 2. 23. Juli 2006 Sand 4:6, 3:6 3. 29. Juli 2007 Sand 6:74, 6:75 4. 14. Oktober 2007 Hartplatz (i) Tomas Behrend 4:6, 2:6 5. 2. März 2008 (1) Hartplatz (i) 3:6, 6:3, [8:10] 6. 26. Oktober 2008 Hartplatz (i) 3:6, 3:6 7. 8. März 2009 Zagreb (2) Hartplatz Rogier Wassen 4:6, 3:6 8. 18. Juli 2010 Sand 6:75, 6:76 9. 27. Februar 2011 Hartplatz 6:4, 4:6, [3:10] 10. 1. Mai 2011 Sand 6:73, 4:6 11. 31. Juli 2011 Sand Alexander Peya 3:6, 6:77 12. 28. August 2011 Hartplatz Alexander Peya 6:72, 4:6 13. 6. Januar 2012 Hartplatz Philipp Kohlschreiber 3:6, 4:6 14. 14. April 2013 Sand 3:6, 2:6 15. 24. Mai 2014 Sand 5:7, 6:4, [3:10]

Bilanz bei Grand-Slam-Turnieren

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1R, 2R = Ausscheiden in der 1. / 2. Hauptrunde bzw. Q1, Q2 = Ausscheiden in der 1. / 2. Qualifikationsrunde

1 Turnierresultat in Klammern bedeutet, dass der Spieler das Turnier noch nicht beendet hat; es zeigt seinen aktuellen Turnierstatus an. Nachdem der Spieler das Turnier beendet hat, wird die Klammer entfernt. 2Stand: Karriereende

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Tennistrainer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Mann