Hogsback ist eine Ortschaft und ein Bergkamm innerhalb der Amathole-Berge in Südafrika. Die Waldsiedlung ist Teil der Local Municipality Raymond Mhlaba im Distrikt Amathole und befindet sich in der südafrikanischen Provinz Ostkap.

Geographische Lage Die Ortschaft Hogsback liegt in einer Berglandschaft 30 Kilometer nördlich des kleinen Ortes und Verwaltungssitzes Alice. Die höchsten Einzelerhebungen dieses Berglandes sind Gaika’s Kop (1963 m) und Hog One (1937 m). Im Nordwesten liegt die markante und isolierte Erhebung des Elandsbergs (2016 m). Hogsback selbst liegt auf einer Höhe von 1347 Metern über dem Meeresspiegel. Die nächstgelegenen größeren Siedlungen sind im Norden Cathcart, im Südwesten Fort Beaufort und im Südosten King William’s Town.

Am Nordostrand von Hogsback ermöglicht die Erhebung Tor Doone (1564,9 m) mit ihrem Aussichtsturm einen weiten Blick auf die Ortslage.

Bevölkerung und Beschäftigungssituation In Hogsback leben Familien von schwarz- und weißafrikanischer Herkunft sowie Einwanderer aus zahlreichen europäischen Staaten. Die Zahl der Bewohner in der Gemeinde beläuft sich nach der Volkszählung von 2011 auf etwa 1029 Personen.Volkszählung 2011, abgerufen am 22. November 2013

Die anglikanische Gemeinde St. Patrick on the Hill der Diözese Grahamstown verfügt über ein kleines Kirchengebäude im oberen Teil der Ortschaft, das man 1935 errichtete und weiteren Religionsgemeinschaften zur Verfügung steht.

Die schwarze Bevölkerung gehört mehrheitlich dem Xhosa-Volk an. Die Xhosa sind überwiegend in der Forstwirtschaft, im Dienstleistungsbereich und in touristischen Einrichtungen beschäftigt. Aus den Xhosa-Siedlungen der tiefer gelegenen Landschaft (Tyhume-Tal) zwischen Hogsback und Alice pendeln täglich weitere Beschäftigte ein. Die weiße Bevölkerung ist teilweise überregional unternehmerisch tätig. Ein anderer Anteil betreibt im Hogsbackgebiet touristische Unternehmen oder versorgt die Region mit Gartenprodukten. Darüber hinaus leben hier zahlreiche Personen im Pensionsalter.

Die hier mit einem Betriebsteil vertretene Amathole Forestry Company betreibt Forstwirtschaft in den höher gelegenen Landschaftsarealen. Es wird in großem Umfang aufgeforstet und auf diese Weise das Wasserrückhaltevermögen der Landschaft erhöht. Sie ist der größte Arbeitgeber dieser Region. Die Hotelunternehmen gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern. Die Unterkünfte sind teilweise im Cottage-Stil errichtet worden und erinnern teilweise an traditionelle Bauweisen.

Zwischen beiden Bevölkerungsgruppen zeigen sich deutliche Differenzierungen in der Einkommenssituation.

mini|zentriert|700px|Fernsicht in den hochgelegenen grasslands (Gaika’s Kop, Hogsback-Berge)

Geschichte Im Hochland nördlich von Hogsback findet man alte Felsmalereien von den San. Durch die Entwicklung afrikanischer Farmen und englischer Kolonialstrukturen kamen Menschen der Volksgruppe von den Xhosa als Sklaven und später Farmarbeiter in das Gebiet. Die wenigen San-Gruppen wurden vertrieben, vernichtet oder assimiliert.

mini|hochkant=1.5|Felszeichnungen der Bushman-Kultur in den grasslands nördlich von Hogsback In den kriegerischen Auseinandersetzungen um 1852 bekämpften britische Truppen die Xhosa in den Amathole-Bergen mit wechselndem Erfolg. Schließlich verdrängte man die Xhosa und errichtete in der Region zur Sicherung der britischen Herrschaft viele kleine Forts. Im Jahre 1857 starben 50.000 Xhosa an Hunger und weitere verließen die Region. Aufgrund einer verhängnisvollen Prophezeiung töteten sie ihr Vieh und vernichteten die Ernte. Ein erneuter Aufstand gegen die britischen Kolonisatoren unterblieb auf diese Weise und wurde nie wieder versucht. Damit enden die Grenzkonflikte in dieser Region.

In der Folge wanderten Europäer in das weitgehend entvölkerte Land ein. Weiße Familien betrieben hier seit dem 19. Jahrhundert zunehmend Farmwirtschaft und prägten auf diese Weise die neuzeitliche Kultur des Landes.

In den Grenzkriegen des 19. Jahrhunderts spielte die Hogsback-Pass-Straße für den Transport von militärischen Gütern und dem Durchmarsch von Truppen eine wichtige Rolle. Nach dem Anstieg aus dem Tyhume Rivier-Tal war für diesen Zweck ein Rastplatz erforderlich.

Die Waldsiedlung Hogsback liegt an einer alten Verbindungsstraße zwischen dem Agrarland westlich von King William’s Town und dem Farmgebiet im Hochland südlich von Cathcart. Der Hogsback-Pass war für Ochsenfuhrwerke und andere Passanten eine nur unter großen Anstrengungen zu überwindende Höhenstufe. Dazu diente eine Raststation an dem steilen Gebirgsaufstieg, die auch eine Tränkung des Viehs vor dem Betreten des relativ trockenen Graslandes ermöglichte. Farmen sollen nach mündlichen Überlieferungen schon um 1820 in der Region existiert haben.

Als gesichert gilt, dass im Jahr 1883 eine Raststation mit Unterkünften, Waschgelegenheiten und Pferdeausspanne an der alten Straße existierte. Das Hotel Hogsback Inn verfügt über einige alte Fotografien aus jener Zeit, deren historischen Gebäude heute noch im vorhandenen Komplex eingebunden sind. Es markiert die Stelle des alten Rastplatzes.

Name Der Ursprung des Namens Hogsback wird heute mit der Form der markanten Berge (Hogsback Mountains) begründet. Eine felsige Steilkante, der Abbruch frei stehenden Intrusivgesteins, prägt die drei in einer Linie liegenden Erhebungen. Die senkrechte Zerklüftung und leichte Krümmung der Horizontlinie lässt diese drei Berge wie den mit Borsten bewachsene Rücken von Schweinen aussehen.

Geologie mini|Blick von The Edge ins Tyhume-Tal Vulkanische Vorgänge sind für die Entstehung der Hogsback-Berge verantwortlich. Die Region um Hogsback und die gesamten Erhebungen der Amathole-Berge sind Teil des Karoo-Hauptbeckens und erhalten ihre Prägung von den Sedimentschichten der Beaufort-Gruppe (vorwiegend Sandstein der Balfour-Formation und Mudstone), deren Bildung im oberen Perm vor rund 255 Millionen Jahren überwiegend abgeschlossen war. Die feinkörnigen Sandsteine weisen eine hohe Dichte, quarzitischen Charakter und eine ausgeprägte Bänderstruktur auf. Ihre Farbe ist grau bis hellbeige in verschiedenen Abstufungen, manchmal in Kombination mit rostbraunen Strukturen.

In den höher liegenden grasslands sind Sandsteine der Katberg-Formation aus der mittleren Trias (rund 240 Millionen Jahre) verbreitet und den bereits erwähnten Perm-Schichten abgelagert.

mini|hochkant|Der versteinerte Abfluss ehemals flüssiger Lava (Flutbasalt) über eine Felskante Die Sedimentstrukturen der Beaufort-Gruppe verbergen sich meist unter der Vegetation und treten nur an jenen Stellen zu Tage, die durch tiefere Einschnitte der wenigen größeren Wasserläufe geformt wurden. Gelegentlich markieren sie sich als charakteristische Linien des Graslandes in Bereichen latenter oder intensiverer Bodenerosion.

mini|Hog one, das Intrusionsgestein markiert den gebogenen Rücken Zur Ausbildung des Gebirgsreliefs in den Amathole-Bergen kam es durch verbreitete vulkanische und subvulkanische Aktivitäten vor etwa 140 Millionen Jahren, die auf und in den Sedimenten der Beaufort-Gruppe sichtbare Strukturen hinterlassen haben. Langgestreckte Spalten, mit magmatischem Gestein ausgefüllt, durchkreuzen in unregelmäßiger Weise die Landschaft. Dolerite, Laven und gelegentlich stark zersetzte Basalte sind als charakteristische Gesteine der ehemaligen vulkanischen und tektonischen Vorgänge im Gelände zu erkennen. Punktförmige Austritte von magmatischem Gestein haben singuläre Erhebungen, beispielsweise den Berg Gaika’s Kop, geschaffen.

mini|Die dominante Erhebung des Gaika’s Kop entstand durch eine Dolerit-Intrusion. An seiner Nordflanke floss die basaltische Lava herab. Mehrere Bruchzonen haben im Geländerelief um Hogsback erhebliche Abstufungen verursacht, die an verschiedenen Stellen aus den Waldzonen und dem Grasland sichtbar herausragen und gelegentlich auch horizontale Intrusionszonen teilweise mit erstarrten Lavaausflüssen aufweisen. Von einigen Aussichtspunkten sind markante Felsformationen erkennbar, die ein Zeugnis des Ergusses ehemals flüssiger Laven in die kurzen Spaltentäler darstellen (sehr gut bei dem Anwesen The Edge ausgebildet, bis 400 Meter Steilabfall) und stellenweise viele Gaseinschlüsse enthalten.

Die Geländeabstufungen unterbrechen einige Bachläufe und lassen deren Wasser aus beträchtlicher Höhe herabstürzen (z. B. Swallow Tail Falls, Kettle Spout Fall, Madonna and Child).

Deutlich sichtbar sind die zu beobachtenden Erosionsformen anstehender Gesteine. Die Doleritmassen zeigen an der Oberfläche teilweise ausgeprägte Konturen der sogenannten Wollsack-Formen. In den sie begleitenden Geröllfeldern treten signifikante schalenförmige Abplatzungen als Verwitterungserscheinungen auf.

In den oberflächennahen Bereichen des welligen Hochlandes sind auffällige Grobgerölle aus Doleriten und den Karoo-Sandsteinen eingemischt.

Naturraum Die vorwiegend von Wald geprägte Streusiedlung Hogsback erstreckt sich weitläufig auf einer mittleren Höhe von etwa 1.300 Metern ü. NN.

An den zur Ebene abfallenden Hängen der Hogsback-Region und besonders in den tief einschneidenden kurzen Tälern sind noch Teile des ursprünglichen Waldbestandes der Region vorhanden. Diese Waldbestände treten überwiegend fragmentarisch auf und werden von modernen Aufforstungen begleitet. In den höheren Regionen wechselt das Gelände in ein hügeliges Plateau, das von den höchsten Erhebungen (Hog one, Hog two, Hog three, Gaika’s Kop und Menziesberg) eingerahmt ist. Diese Areale bilden ein fast unberührtes Wiesenland, das heute nur in geringem Umfang als Viehweide genutzt wird. Entlang der meisten Wasserläufe erstrecken sich ökologisch wertvolle Feuchtwiesen mit einer spezifischen Pflanzengemeinschaft. Moderne Aufforstungen bringen Koniferen in den Landschaftsraum dieses Hochlandes ein.

Das natürliche Wassersystem um Hogsback einschließlich der benachbarten Gebirgsareale der Amathole Mountains wird in neuerer Zeit intensiv für die Trinkwassergewinnung der Metropolgemeinde Buffalo City genutzt. Dazu dient auch die südlich von Hogsback im Tyhume-Tal erbaute Stauanlage Tyhume Rivier Dam. Die Hauptentwässerung des Hochlandes erfolgt aber in Richtung Norden zur Region Queenstown, in den Groot-Keirivier. Die großflächigen Aufforstungen mit Koniferenbeständen um Hogsback begünstigen das Wasserrückhaltevermögen dieser Landschaft.

Teile der Region um Hogsback stehen heute als Naturpark unter Schutz (Auckland Nature Reserve). Die natürlichen Waldbestände, ihre Schutzwürdigkeit sowie die notwendige öffentliche Wahrnehmung für dieses sensible Ökosystem gaben zur Gründung einer Interessensgruppe, Friends of the Indigenous Forest (FIF), in Hogsback Anlass.

Sehenswürdigkeiten Hogsback ist ein beliebtes Urlaubsziel für Bewohner der Küstenstädte East London und Gqeberha. Hauptattraktionen sind die artenreiche Flora, gestaltete Gärten und die beeindruckende Landschaft.

Der Naturraum mini|hochkant|Seltene Orchidee Disa crassicornis Die Region wird von zahlreichen Feriengästen und Wandertouristen besucht. In den Wäldern und Wiesenarealen (grasslands) leben sehr viele einheimische Blütenpflanzen. Darunter finden sich seltene Bodenpflanzen, wie beispielsweise Disa venusta, Disa lugens, Disa scullyi, Disa tysonii, Schizochilus zeyheri und Eulophia meleagris (alle Orchidaceae), Aloe pratensis (Asphodelaceae) und Dierama pulcherrimum (Iridaceae). Das Gebiet Auckland Nature Reserve ist zum Schutz von Restbeständen der einheimischen Waldflora angelegt. Wichtige Teile davon befinden sich im kaum zugänglichen Tal zwischen dem Menziesberg und der Flur The Edge in der Ortschaft Hogsback.

Arboretum