mini|Stadtwappen mini|Elsterwerda Die Geschichte Elsterwerdas beginnt nachweisbar bereits in der Bronzezeit. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung aus dieser Zeit wurden in Elsterwerda an der Schwarzen Elster gefunden und stammen aus der Zeit um 1200–1100 v. Chr. Nachdem sich vor 1500 Jahren für kurze Zeit Germanen ansiedelten, blieb dieses Gebiet weitestgehend siedlungsleer und Scherbenfunde belegen erst wieder für die spätslawische Zeit Siedlungsaktivitäten. Im ausgehenden 12. bzw. 13. Jahrhundert scheint zur Sicherung des Flussübergangs die Burg Elsterwerda errichtet worden zu sein und unter ihrem Schutz entwickelte sich das stetichenStädtchen. Elsterwerda, welches den auf der Burg und in Krauschütz sitzenden Herren untertan war. Mit dem Bau der Eisenbahnlinien entwickelte sich der Ort vom einstigen Ackerbürgerstädtchen zum bis in die Gegenwart bestehendem Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort.

Frühgeschichte und Mittelalter Frühgeschichte Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in Elsterwerda wurden an der Schwarzen Elster gefunden und stammen aus der späten Bronzezeit um 1200–1100 v. Chr.

Vor mehr als 1500 Jahren siedelten sich in der Umgebung der heutigen Stadt Germanen an, die wahrscheinlich zum Stamm der Semnonen gehörten. 1991–1994 wurden bei Grabungen auf einer Fläche von ca. 3,8 Hektar auf dem Gelände des Gewerbegebietes Ost Siedlungsüberreste entdeckt, die dies belegen. Zu den Funden gehören ein Langhaus, nach Norden ausgerichtete Pfostenhäuser und nach Westen ausgerichtete Grubenhäuser. Die Germanen waren auf die Eisenverhüttung spezialisiert und verarbeiteten den in der Gegend vorkommenden Raseneisenstein. Belegt wurde dies durch die Ausgrabung eines Verhüttungsfeldes mit fast 200 Eisenschmelzöfen, so genannten Rennfeueröfen, sowie Kohlemeilern und Arbeitsgruben. Die geborgenen Funde werden im Brandenburgischen Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte aufbewahrt. Die Spuren der relativ kurzen Besiedlung von nur einigen Jahrzehnten reichen bis in die Zeit der großen Völkerwanderung hinein. Danach blieb dieses Gebiet weitgehend siedlungsleer und Scherbenfunde im Bereich des Kalkberges sowie in der südlich vorgelagerten Niederung belegen hier erst wieder für die spätslawische Zeit Siedlungsaktivitäten.

Entstehung der Burg Elsterwerda mini|Die Mark Meißen um 1600;oben ist hier Osten In der Zeit um 1000 kam es in dem kurz zuvor durch das entstehende deutsche Reich eroberten Gebiet östlich der Elbe zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem ebenfalls expandierenden polnischen Herzögen und Königen sowie den ansässigen slawischen Herrschern. Dabei wurden mehrere Burgen neu gegründet oder ausgebaut. Diese dienten wohl auch dem Schutz und der Kontrolle der parallel zur Schwarzen Elster verlaufenden Heer- und Handelsstraßen wie der Zucker- und Salzstraße. Die Burg Elsterwerda scheint im ausgehenden 12. bzw. im 13. Jahrhundert zur Sicherung des Flussübergangs, einer aus Halle/Leipzig kommenden und in Richtung Ortrand führenden Salzstraße sowie einer Überlandstraße, die von Großenhain in Richtung Luckau führte, errichtet worden zu sein und diente wahrscheinlich als vorgeschobener Stützpunkt der alten Burgwarte von Strehla und Boritz. Ihre Erbauung steht vermutlich in engem Zusammenhang zu den damals ebenfalls errichteten Burgen in Saathain, Frauenhain und Tiefenau. Im Schutze der Burg entwickelte sich nördlich des Elsterübergangs im 13. Jahrhundert eine städtische Siedlung.

Im Jahr 1288 wurde die Burg von Elsterwerda zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Archäologische Untersuchungen im Fundamentbereich und im Kellergeschoss des heutigen Schlosses 1999 ergaben, dass es im Bereich des Innenhofes der heutigen Anlage einst einen Bergfried mit einer 140 m² großen quadratischen Grundfläche gegeben haben muss, der im 12./13. Jahrhundert errichtet worden war. Er ähnelte in Größe und Form dem noch bestehendem Lubwartturm in Bad Liebenwerda. Außerdem konnten eine Ringmauer und ein Burggraben nachgewiesen werden, welche die Burg umgaben. Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert wurde der Bergfried abgerissen.

Erste urkundliche Erwähnung Am 14. März 1211 wurde Elsterwerda erstmals in einer Urkunde erwähnt. Es ist das bisher älteste gefundene Dokument, das den Stadtnamen belegt, da 1621 das Elsterwerdaer Rathaus mitsamt seinen Urkunden einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer fiel. Die Urkunde wurde vom Bischof von Meißen ausgestellt und zeichnet eine Schenkung auf, die Heinrich von Strehla dem Kloster Altzelle machte. Von sieben Zeugen, die diese Urkunde unterzeichnet hatten, steht an vierter Stelle der Priester Rudolfus sacertos de Elsterwerden.

Die westlich der Stadt zu findende Flurbezeichnung „Alte Stadt“ und die ausgedehnte Flur lassen eine Ortsverlegung im Zuge der Stadtanlage beziehungsweise die Eingliederung benachbarter Dorfgemarkungen vermuten.

Die Herrschaft der Köckeritze mini|Das Wappen derer von Köckeritz mini|Georg der Bärtige Aus einer Urkunde im Hauptstaatsarchiv Weimar vom 18. Februar 1326 ist zu schließen, dass die Burg Lehnbesitz des Heinrich von Köckritz (vgl. Köckritz (Adelsgeschlecht)) war. Auch am 21. Dezember 1343 wurde ein Konrad von Köckeritz als Herr von Elsterwerda in einer Urkunde genannt. Kurz vor den Hussitenkriegen begab sich 1414 der auf Elsterwerda sitzende Ritter Kaspar von Köckritz auf eine lange Reise nach Meißen, von wo aus er den Meißner Markgrafen Friedrich zum Konzil nach Konstanz am Bodensee begleitete, in dessen Folge der ketzerische Prager Rektor Jan Hus am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Der Zabeltitzer Köckritz des damals in dieser Gegend einflussreichen Geschlechts war Kanzler des Meißner Markgrafen und leitete 1426 den Zug des sächsischen Heeres zur Schlacht bei Aussig, wo es in einer der größten Schlachten der Hussitenkriege vernichtend geschlagen wurde und wobei 21 Gefolgsleute der Köckritze den Tod fanden.

Der Elsterwerdaer Diakon M.G.F Hamer berichtete 1727 in seinen Elsterwerdensia 1727, dass auch die Stadt Elsterwerda 1429 schwer unter den Hussitenkriegen zu leiden hatte und vor dieser Zeit größer und bedeutender als das Städtlein Hayn, wie Großenhain damals noch hieß, gewesen sein muss.

Auch in den kommenden Jahren herrschten die Köckritze in Elsterwerda. Es gelang ihnen im Übergangsland zwischen der Mark Meißen und der Niederlausitz ein vom Amt unabhängiges Herrschaftsgebiet aufzubauen. Zur spätmittelalterlichen Herrschaft Elsterwerda gehörten die Dörfer Krauschütz, Biehla, Kotschka, Plessa, Dreska, Kraupa, Kahla, Frauendorf, Hirschfeld, Frankenhain (vermutlich die Wüstung Franken bei Hirschfeld), Strauch, Merzdorf und ein Teil von Großthiemig. Noch 1530 rechnete man diese Dörfer zur Elsterwerdaer Pflege. Die Köckritze sanken allerdings später auf die Stufe von Raubrittern. Nach der Entführung des Hohenleipischer Pfarrers erschien 1509 der Herzog Georg von Sachsen mit seinem Gefolge in Elsterwerda und nahm die Burg und die Stadt ein, da es Anzeichen gab, dass sich weitere Adlige dem Landfriedensbruch der Köckritze anschließen wollten. 1512 zwang er schließlich die Köckritze ihren Besitz in Elsterwerda an ihn zu verkaufen und ließ die Herrschaft bis 1528 durch einen Amtmann verwalten, um sie dann dem Hayner Amt anzugliedern.

Verleihung des Stadtrechts Im Jahre 1364 bekam Elsterwerda das Stadtrecht verliehen. Drei Tore und eine Pforte schlossen die Stadt in der Nacht von allem Verkehr ab, obwohl sie nie eine Stadtmauer hatte. Da die Schwarze Elster in zahlreichen Armen und Fließen, ähnlich der Landschaft im Spreewald, um die Stadt herum floss, bot dies einen sicheren Schutz, sobald die Tore geschlossen waren. Feldbau, Viehzucht, Fisch- und Krebsfang waren die Nahrungsquellen der Bürger. Das Handwerk war bis in das 18. Jahrhundert von geringer Bedeutung.

Eine Pfarrkirche zu Elsterwerda wurde 1311 in einem Kopialbuch erwähnt. Durch den Frieden von Tangermünde 1312 kam das Land zwischen Ortrand und Mühlberg an Brandenburg und noch bis 1367 gehörten Burg und Flecken Elsterwerda dem Bistum Naumburg an. Nach weiteren Gebietswirren fielen um 1370 die Herrschaften Elsterwerda, Mühlberg, Würdenhain, Mückenberg und Ortrand an die böhmische Krone, kamen aber 1423 ziemlich geschlossen wieder unter die Herrschaft von Meißen.

Neuzeit Frühe Neuzeit bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts Um 1539 fand in Elsterwerda die erste evangelische Taufe statt und 1547 wurde nach der Durchsetzung der Reformation Magister Petrus Kezmann als Pfarrer in Elsterwerda eingesetzt. Außerdem wurde eine Knaben- und Mädchenschule eingerichtet. Im gleichen Jahr war Haubold von Maltitz (bis 1567), der noch die Rittergüter Oelsnitz und Kotschka erwarb, Herr von Elsterwerda. Ihm folgten sein Bruder Georg von Maltitz und 1586 Sigmund von Maltitz, Kurfürstlich-Sächsischer Stallmeister und Oberforstmeister zu Annaburg.

Elsterwerda wurde 1562 von einer schrecklichen Feuersbrunst fast ganz eingeäschert. In den folgenden Jahren ist die Stadt noch viele Male dem Feuer zum Opfer gefallen. Nachdem die Stadt 1569 erneut schweren Brandschaden erlitt, ersuchte sie zur Abhilfe die Zulassung eines Jahrmarktes, welcher auch für Dienstag vor Ostern zugelassen wurde, nachdem die anderen Städte keine Einwände erhoben. 1590 wurde die erste nachweisliche Karte von Elsterwerda gezeichnet. Nach dem Tod Siegmunds erwarb die Familie von Rohr am 5. März 1612 den Besitz. Unter deren Einfluss fanden größere Bauvorhaben in Elsterwerda statt. Einen weiteren verheerenden Brand vermeldet die Chronik 1621, der durch die Brandstiftung einer Magd in der Nacht zu Allerheiligen wütete und welchem außer dem Elsterwerdaer Rathaus am Markt auch 44 Wohnhäuser zum Opfer fielen. Die Kirche und deren Turm wurden schwer beschädigt. Das Rathaus am Markt wurde nicht wieder aufgebaut und noch bis 1866 fanden die Sitzungen der Stadtverordneten in den Wohnungen der jeweiligen Bürgermeister statt. Am 16. August 1631 gab es einen weiteren Brand, der aber nur etliche Häuser und Scheunen in die Asche legte.

Der Dreißigjährige Krieg brachte für die gesamte Gegend und die Stadt Elsterwerda viel Elend und Plünderungen durch durchziehende Truppen. Als Bürgermeister Nagel sich mit den Elsterwerdaer Bürgern im sumpfigen Gelände des Schradenwaldes zu verbergen suchte, soll ihm durch schwedische Truppen ein ähnliches Schicksal bereitet worden sein, wie dem Bürgermeister Borßdorff aus Liebenwerda, der 1634 ergriffen und an Pferden gebunden bei Zeischa zu Tode geschleift wurde. Zu dieser Zeit (1640) gehörte die halbe Stadt dem auf der Burg sitzenden Bernhard von Rohr. Die andere Hälfte war Erasmus von Maltitz untertan, der auf dem Rittergut in Krauschütz saß.

Am 9. April 1696 brach in der Stadt erneut Feuer aus und bis auf die Kirche, die Schule, zwei Brauhäuser und einige Garten-Häuschen verbrannte die ganze Stadt, wobei viele Einwohner erstickten oder verbrannten. Auch eine große Menge Vieh kam in den Flammen um. Nur 25 Jahre später fielen 1721 einem Stadtbrand 71 Bürger-Häuser und 39 Scheunen zum Opfer. Eine Ursache, warum so viele Anwesen erneut betroffen waren, lag in der Bauweise der Häuser, deren Wände und Schornsteine vermutlich hauptsächlich aus Holz und Lehm bestanden. Sie waren mit Dächern aus Stroh und Schilf eingedeckt. Ein Feuer konnte somit sehr schnell umsichgreifen. Noch 1700 zählte der Ort 120 Häuser, sowie 825 Einwohner, von denen 67 brauberechtigt waren. Außerdem hatte Elsterwerda unter den regelmäßig wiederkehrenden Sommer- und Herbstüberschwemmungen der sie umgebenden Schwarzen Elster zu leiden. mini|Erzherzogin Maria Josepha von Österreich, spätere Kurfürstin von Sachsen mini|Andreas Hadik von Futak mini|Offizier a. D. des Chevaulegerregiments Herzog von Kurland

Die Zeit Augusts des Starken