mini|Truppenübungsplatz Hammelburg (Bonnland)

Die Infanterieschule (InfS; 1962 bis Februar 1995 Kampftruppenschule 1; KpfTrS 1; 1. Januar 2015 bis 31. März 2021 Ausbildungszentrum Infanterie; AusbZ Inf) in Hammelburg ist eine der Ausbildungseinrichtungen des Heeres der Bundeswehr und bildet militärische Vorgesetzte der Infanterie aus. Dies umfasst Teile der Offizier- und Feldwebelausbildung der Jäger-, Fallschirmjäger-, Gebirgsjäger- sowie der Luftwaffensicherungstruppe und Marinesicherungstruppen, im Einzelkämpferlehrgang auch der Spezialkräfte. Ausbildungsinhalte sind vor allem die Befähigung zum infanteristischen Gefecht sowie die Einsatzvorbereitung aller Truppen der Bundeswehr.

Auftrag Zu den Aufgaben zählen: Ausbildung allgemeiner infanteristischer Kampf für die Infanterie der Bundeswehr und befreundeter Streitkräfte Ausbildung Orts- und Häuserkampf sowie Waldkampf Einsatzvorbereitende Ausbildung für NATO- und EU-Auslandseinsätze Einzelkämpferlehrgang mit Überleben und Durchschlagen und Jagdkampf sowie Ausbildung für spezielle Operationen gegen irreguläre Kräfte (Jagdkampf in rückwärtigen Gebieten) Schießlehrerausbildung für die gesamte Bundeswehr Ausbildung im Objektschutz und Sicherungsdienst für die Marineschutzkräfte (MSK) sowie den Objektschutz der Luftwaffe Pflege der Lehrsammlung der Infanterie

Organisation Der Kommandeur der Infanterieschule im Rang eines Brigadegenerals und seit 1995 zugleich der General der Infanterie ist Fachvorgesetzter – diese untersteht dem Ausbildungskommando, bis 2013 dem Heeresamt – unterstellt sind: Infanterieschule Stabsgruppe Bereich Lehre/Ausbildung Gruppe Lehre/Ausb Lehrgruppe A Lehrgruppe B Gebirgs- und Winterkampfschule (Geb/WiKpfS), Mittenwald Luftlande- und Lufttransportschule (LL/LTrspS), Altenstadt (Oberbayern) Übungszentrum Infanterie (ÜbZ Inf) Ausbildungsstützpunkt Gefechtsübungssimulationssystem SIRA Btl (GefÜbSimSys SIRA Btl) Orts- und Waldkampf Bonnland (Truppenübungsplatz Hammelburg) und Truppenübungsplatz Lehnin Ausbildungsstützpunkt Spezialkräfte Heer, Calw Logistischer Bereich Bereich Unterstützung Ausbildungswerkstatt

Geschichte Die Infanterieschule wurde am 1. Juli 1956 in Hammelburg eröffnet und führte zunächst Einweisungslehrgänge für kriegsgediente Offiziere und Unteroffiziere durch, ab 1958 Verwendungslehrgänge für Einzelkämpfer, Fahrlehrer für Ketten- und Radfahrzeuge, Mörserschützen, Scharfschützen, Schießlehrer und Schirrmeister. Zur Infanterie gehörte damals auch noch die Panzergrenadiertruppe.

Ab 1965 konnte der angeschlossene Truppenübungsplatz voll genutzt werden. Dieser hatte bis dahin Flüchtlingen des Zweiten Weltkriegs als landwirtschaftliche Anbaufläche gedient und Bonnland als Siedlung. Ab Ende der 70er Jahre wurde die Einzelkämpferausbildung auch durch die Luftlande- und Lufttransportschule am Sauwaldhof durchgeführt, zeitweilig nur dort und seit 2013 wieder ausschließlich in Hammelburg. 1999 wurde in Hammelburg das VN Ausbildungszentrum aufgestellt. Das ehemals unterstellte Jägerlehrbataillon 353 wurde zum 31. Dezember 2006 aufgelöst.

Organisation der Infanterieschule bis Dezember 2014: Infanterieschule Stabsgruppe Bereich Lehre / Ausbildung Unterstützungsgruppe Gebirgs- und Winterkampfschule Luftlande- und Lufttransportschule VN Ausbildungszentrum der Bundeswehr

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde 2015 das VN Ausbildungszentrum der Bundeswehr selbstständig und die Infanterieschule in das Ausbildungszentrum Infanterie umgegliedert und umbenannt. Zum 1. April 2021 erhielten zehn Ausbildungseinrichtungen des Heeres ihre traditionellen Namen zurück. Das Ausbildungszentrum Infanterie wurde in Infanterieschule rückbenannt.

Verbandsabzeichen mini|Verbandsabzeichen Infanterieschule

Das Verbandsabzeichen zeigt ähnlich wie alle Abzeichen der Schulen des Heeres zwei gekreuzte Schwerter auf rotem Grund. Darüber hinaus signalisiert ein „S“, dass es sich um eine Schule des Heeres handelt. Die grüne Umrandung entspricht der Waffenfarbe der Infanterie. Es wird am Dienstanzug als Ärmelabzeichen getragen und kann mit dem internen Verbandsabzeichen als Brustanhänger kombiniert werden.

Internes Verbandsabzeichen Das interne Verbandsabzeichen symbolisiert alle Truppengattungen der Infanterie. Das Abzeichen wird an der Feldbluse als Brustanhänger oder Ärmelabzeichen getragen. Gemäß den heraldischen Bestimmungen ist der Schild „von Rot und Grün geteilt, die Balkenstelle mit stilisiertem Gebirge belegt und darunter befinden sich zwei gekreuzte Schwerter“.

Ansprechen: Schild: französische Form Schildhaupt: rot, Fallschirmjägertruppe Balkenstelle: silber, Gebirgsjägertruppe Schildfuß: grün, Jägertruppe Nabelstelle: Schwerter, symbolisieren das Heer

Beschreibung der Felder: Schildhaupt: oberer Bereich, symbolisiert Himmel, Verbringungsart Fallschirmjäger Balkenstelle: aufgelegt auf Berührungspunkt der Bereiche, zwischen Himmel und Erde, stilisiertes Gebirge, symbolisiert Gebirgsjägertruppe Schildfuß: unterer Bereich, bodengebunden, symbolisiert Jägertruppe

Bedeutung der Farben: Schildhaupt: rot = Wille, sich um das Vaterland verdient zu machen Balkenstelle: silber = Reinheit, Weisheit, Unschuld, Keuschheit, Freude Schildfuß: grün = Freiheit, Schönheit, Freude, Gesundheit, Hoffnung

Abwandlung gegenüber den Grundregeln der Heraldik: Schildhaupt: Bordeauxrot als Symbol für die Fallschirmjägertruppe Balkenstelle: Grau als Symbol für die Gebirgsjägertruppe

Liste der Kommandeure Name Beginn EndeBrigadegeneral Andreas Steinhaus21. März 2025–Brigadegeneral Michael Matz21. März 201921. März 2025Brigadegeneral Andreas Hannemann16. September 201621. März 2019Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann1. Mai 201316. September 2016Brigadegeneral Hans Günter Engel13. April 201030. April 2013Brigadegeneral Josef Blotz5. Oktober 200713. April 2010Brigadegeneral Johann Berger1. April 20015. Oktober 2007Brigadegeneral Wolf-Dieter Löser19981. April 2001Brigadegeneral Wulf Wedde1. April 19931998Brigadegeneral Klaus-Peter Schötensack1. Oktober 198831. März 1993Brigadegeneral Eberhard Fuhr1. April 198530. September 1988Brigadegeneral Gerhard Ohm1. April 198131. März 1985Brigadegeneral Ruprecht von Butler1. Oktober 197731. März 1981Brigadegeneral Eckart Afheldt1. Oktober 197430. September 1977Brigadegeneral Curt von Witzendorff1. April 197030. September 1974Brigadegeneral Karl-Reinhard von Schultzendorff1. Oktober 196631. März 1970Brigadegeneral Anton Lorch1. Dezember 196430. September 1966Brigadegeneral Kurt Gerber1. Oktober 196230. November 1964Brigadegeneral Rudolf BuhseNovember 196030. September 1962Brigadegeneral Hellmuth Mäder19571960Oberst Franz Weller19561957

Bekannte Alumni Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern

Siehe auch Bonnland – Ortskampfanlage auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg Außenstelle des AusbZ Inf auf dem Truppenübungsplatz Lehnin

Literatur Stefan Heydt, Christian Bannert (Projektbeauftr.): Die Heeresschulen. Im Auftrag des Heeresamtes, Fölbach-Medienservice, München 2011, S. 106 ff. Infanterieschule (Hrsg.): Chronik der Infanterieschule Hammelburg 1956 bis 2006, ehemals Truppenschule Grenadiere. Infanterieschule, Hammelburg 2006.

Weblinks Webseite Infanterieschule

Einzelnachweise

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