1 Mord für 2 (Originaltitel: Sleuth) ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2007. Regie führte Kenneth Branagh, das Drehbuch schrieb Harold Pinter, basierend auf dem Theaterstück Revanche (Sleuth) von Anthony Shaffer aus dem Jahr 1969.

Handlung Milo Tindle, ein arbeitsloser Schauspieler, hat eine Affäre mit der Ehefrau des berühmten und reichen Krimiautors Andrew Wyke. Auf Einladung des Autors treffen sie sich in dessen Haus unter vier Augen. Tindle wünscht, dass Wyke sich von seiner Frau scheiden lässt. Doch dieser schlägt ihm etwas anderes vor: Er fordert Tindle zum Schmuckdiebstahl im Wert von einer Million Pfund auf. Nach einigem Überlegen geht Tindle auf Wykes „Spiel“, wie er es nennt, ein und befolgt seine gut vorbereiteten Anweisungen zu dem Einbruch. Plötzlich zieht Wyke eine Pistole und bedroht Tindle. Es sieht so aus, als hätte er Tindle die ganze Zeit an der Nase herumgeführt und wolle sich am Geliebten seiner Frau rächen. Nachdem Wyke zwei Schüsse in die Wand abgefeuert hat, um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, bettelt Tindle um sein Leben. Wyke schießt – Tindle bricht zusammen.

Einige Tage später: Ein Herr mit Lederjacke steigt aus dem Auto und klingelt an Wykes Wohnungstür. Er stellt sich als Inspektor vor, der wegen des Verschwindens eines jungen Mannes ermittele, der vor drei Tagen das letzte Mal in einem nahen Hotel gesehen worden sei: Tindle. Er erwähnt auch, von der Beziehung zwischen Wykes Ehefrau und Tindle zu wissen. Letzten Endes beschuldigt er ihn, Tindle ermordet zu haben. Wyke gerät ins Schwitzen. Dann jedoch gibt sich der Inspektor als verkleideter Tindle zu erkennen, der dem Autor einen Revanche-Streich gespielt hat. In einer Rückblende wird klar, dass die dritte Kugel in Wykes Waffe eine Platzpatrone war und Tindle nur aufgrund des Schocks ohnmächtig wurde, dass auf ihn geschossen worden war. Tindle zwingt Wyke, den Safe zu öffnen und den Schmuck herauszuholen. Beide finden, dass der „Spielstand“ nun 1:1 betrage und abzuwarten bleibe, wer den letzten Satz gewinnt.

Es kommt zu einer (von Pinter in die Originalhandlung eingefügten) psychologisch aufgeheizten Szene im Schlafzimmer, in der sich die beiden auch körperlich näherkommen. Als Tindle den zärtlich werdenden Wyke abrupt von sich stößt und ihn auf das Übelste beschimpft, zieht Wyke seine Waffe, worauf das mörderische Spiel durch einen weiteren Schuss zu seinem Ende kommt.

Filmmusik Der Soundtrack stammt von Patrick Doyle. The Visitor The Ladder You’ re Now You I’m Not A Hairdresser Black Arrival Milo Tindle I Was Lying Itch Twitch Rat In A Trap One Set All Cobblers Sleuth Too Much Sleuth

Hintergrund Das Theaterstück war bereits im Jahr 1972 von Joseph L. Mankiewicz als Mord mit kleinen Fehlern verfilmt worden. In dieser Verfilmung spielte Laurence Olivier den Schriftsteller, während Michael Caine die Rolle des Liebhabers der Ehefrau übernahm. Die Neuverfilmung nimmt darauf Bezug, indem der Schriftsteller den Schauspieler immer wieder als Friseur bezeichnet, denn in der ersten Fassung war der Schauspieler ein Friseur.

Der Film wurde in den englischen Twickenham Film StudiosFilming locations für Sleuth, abgerufen am 1. September 2007 und in Bedfordshire gedreht. Weltpremiere hatte er bei den am 29. August eröffneten Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2007. Kinostart in Deutschland war am 20. Dezember 2007.Premierendaten für Sleuth. IMDb, aktualisiert am 2. November 2007

Die Filmbewertungsstelle (FBW) gab dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“.Prädikat der Filmbewertungsstelle (FBW)

Einspielergebnis Der Film spielte laut Box Office Mojo in den USA rund 342.000 Dollar ein, im Vereinigten Königreich umgerechnet 732.000 Dollar und in Deutschland 569.000 Dollar. Insgesamt wurden in den Kinos weltweit Einnahmen von zirka 4,84 Mio. Dollar erzielt.boxofficemojo.com, abgerufen am 28. Dezember 2008.

Kritik Englischsprachige Kritiken In den nordamerikanischen, britischen und australischen Medien wurde der Film mit weit überwiegend negativen Kritiken bedacht. Basierend auf der Auswertung von 121 Kritiken weist Rotten Tomatoes eine Zustimmungsquote von lediglich 36 Prozent aus.https://www.rottentomatoes.com/m/sleuth Als Konsens fassen die Auswerter zusammen, dass der Film statt spannend und aktionsreich einfach nur durchsichtig und unausgefeilt sei und nichts besser mache als sein Vorgänger.

Eine Minderheit der Kritiker entdeckte positive Aspekte:

Carina Chocano schrieb für die Los Angeles Times, die Wortgefechte seien so scharf, dass es ein Wunder sei, dass dabei keiner ein Auge verliere (). Es sei eine große Freude zu beobachten, wie Caine und Law sich mit einer solchen Heftigkeit angreifen.Carina Chocano: Filmbesprechung. In: Los Angeles Times, 12. Oktober 2007 (englisch)

Roger Ebert schrieb in seiner Filmkritik, dass man nicht denken solle, wenn man das Theaterstück oder den früheren Film (Mord mit kleinen Fehlern) gesehen habe, man auch den neuen Film schon kenne. ()Roger Ebert: In: Times-Herald News, 19. Oktober 2007 (englisch)

Robert Koehler schrieb am 30. August 2007 in der Variety,Druckausgabe vom 3. September 2007 dies sei ein radikal anderer „Sleuth“ und der wirke stellenweise wie eine Pinter-Selbstparodie (). Die Darstellung von Jude Law sei nicht überzeugend, besonders in der zweiten Filmhälfte. Der Regisseur habe kein Gespür dafür, wie er die beiden Darsteller in den Räumen platzieren soll (). Koehler kritisierte außerdem den Schnitt und die Filmmusik ().Robert Koehler: In: Variety, 30. August 2007 (englisch)

Roderick Conway Morris schrieb am 31. August 2007 auf der Online-Kulturseite der International Herald Tribune, der Film sei ein fesselndes Erlebnis und reflektiere die enormen Veränderungen in der englischen Gesellschaft, Sprache und Moral seit der Uraufführung des Theaterstücks vor nahezu 40 Jahren.Roderick Conway Morris: Filmkritik. In: The International Herald Tribune, 31. August 2007 (englisch)

Deutschsprachige Kritiken Susan Vahabzadeh schrieb in der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2007, dem Film gelinge die Balance zwischen dem, und . Es mache Spaß, . Der Film enthalte jedoch . Der Regisseur agiere .Susan Vahabzadeh: Besprechung. In: Süddeutsche Zeitung, 1. September 2007 Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden resümiert:

Das Lexikon des internationalen Films urteilte:

Literatur Anthony Shaffer: Revanche. Kriminalstück (Originaltitel: Sleuth). Deutsch von Wolf Parr. Gerhard Pegler Verlag für Theater, Fernsehen, Hörfunk und Film, München o. J. [Bühnenmanuskript] Mariam Schaghaghi: Ich blicke nie zurück. In: Berliner Zeitung, 20. Dezember 2007; Interview mit Michael Caine

Weblinks

Margret Köhler: Interview mit Kenneth Branagh bei movie.de Charlie Rose: Interview mit Jude Law (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Thriller Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Theaterverfilmung Kategorie:Kenneth Branagh