Der Dodge Coronet ist ein großer PKW, den der Automobilhersteller Chrysler unter der Automobilmarke Dodge in den ModelljahrenDie zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen von Kalenderjahren in der Regel ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen den neuen Modellen angepasst werden, ein neues Modelljahr. Üblicherweise liegt dies im September oder Oktober. 1949 bis 1959 und 1965 bis 1976 herstellte. 1949 war der Coronet das Spitzenmodell, um ab 1955 den niedrigsten Platz in der Modellpalette einzunehmen. Ab 1965 bezeichnete der Name das mittlere Modell von Dodge.
1. Generation (1949–1952)
1949 Der Dodge Coronet wurde als Spitzenmodell der ersten Nachkriegsmodellpalette eingeführt, darunter rangierten Wayfarer und Meadowbrook. Der Coronet war baugleich mit dem Meadowbrook, unterschied sich von diesem durch eine hochwertigere Innenausstattung und Details der Karosserie. Beide unterschieden sich vom Wayfarer durch ein verchromtes Rückleuchtengehäuse. Die Town Sedan-Variante hatte eine nochmals hochwertigere Innenausstattung der Coronet-Familie. Den Coronet gab es als 4-türige Limousine mit sechs oder 8 Sitzplätzen, 4-türigen Town Sedan und Kombi, 2-türiges Club-Coupé mit je sechs Sitzplätzen sowie als Cabriolet mit fünf Sitzen. Die Preise begannen 1949 bei 1927 USD für die Limousine und endeten bei 2865 USD für den Kombi. Der Station Wagon genannte Kombi war als Woodie mit seitlichen Holzflächen der Karosserie ausgeführt. Der 8-sitzige Sedan war als Pullman-Limousine mit vier Türen konzipiert und hatte einen verlängerten Radstand.
Der einzig verfügbare Motor war zunächst ein seitengesteuerter Reihensechszylinder mit einem einzelnen Stromberg-Einfach-Vergaser und 3769 cm3 Hubraum, der 103 brutto SAE-PS Leistung bei 3600 min−1 mit einer Verdichtung von 7,1 : 1 entwickelte. Alle Fahrzeuge waren serienmäßig mit einer manuellen 3-Gangschaltung ausgerüstet. Ein Gyromatic genanntes halbautomatisches Getriebe gab es gegen einen Aufpreis von 95 USD. Es wurde über ein Pedal im Fußraum bedient. Ein Schalthebel wurde nicht benötigt.
1950 Im Juni 1950 wurde die Fahrzeugpalette um ein 2-türiges Hardtop-Coupé namens Diplomat und einen „Ganzmetall“-Kombi mit dem Namen Sierra erweitert, dafür entfiel die Variante Town Sedan. Das Modelljahr 1950 erhielt kosmetische Änderungen, die hauptsächlich den Kühlergrill und die Leuchteneinheiten umfassten. 1950 wurden mehr als 260.000 Meadowbrook und Coronet hergestellt.
1951 Der Dodge erhielt 1951 ein weiteres Facelift, aber dieses Mal blieben die Autos für zwei Modelljahre praktisch unverändert. Der Kühlergrill des 1951er Modells ähnelte der Form des Kühlergrills von 1950, aber durch den Wegfall der dicken vertikalen Mittelstange und die Hinzufügung von sechs Lüftungsschlitzen, die horizontal zwischen der oberen und der mittleren Stange verliefen, wurde ein völlig neues Aussehen erreicht. Zum Modelljahr 1951 überschritten die Einstiegspreise die 2000 USD.
1952 Bis 1952 waren die Modelle noch in die Linien Wayfarer, Meadowbrook und Coronet unterteilt. Der Coronet Diplomat war das erste Hardtop-Cabriolet von Dodge, mit einem säulenlosen Stahldach, das dem zeitgenössischen Chrysler Newport nachempfunden war. Der Tachometer war rund, und die anderen vier Anzeigen waren rechteckig. Für 1952 hatte der Coronet eine lackierte untere Kühlergrill-Lamelle.
2. Generation (1953–1954)
1953 Für das 1953er Modelljahr wurde die Karosserie grundlegend überarbeitet, so wurde u. a. die Motorhaube flacher und die Fahrzeuge erhielten eine einteilige gewölbte Windschutzscheibe. Die Heckscheibe war ebenfalls größer und weiter um die Seiten in die C-Säule herumgezogen. Damit erhielt auch der Coronet die, zu dieser Zeit typische, Pontonkarosserie. Der Coronet war die gehobene Ausstattungslinie von Dodge und beinhaltet alle Ausstattungsmerkmale des Meadowbrook und zusätzlichen Chromschmuck. Die Wayfarer-Linie wurde eingestellt. Die Fahrzeuge mit dem V8-Motor wurden als separate Serie behandelt.
Darüber hinaus wurde der Coronet auf Wunsch mit einem Hemi-V8-Motor mit 3949 cm3 Hubraum und 140 brutto SAE-PS bei 4000 min−1 ausgeliefert, der das Fahrzeug bis auf über 140 km/h beschleunigen konnte. Dieser Motor hatte hängende Ventile und halbkugelförmige Brennräume (Hemi-Motor). Mit ihm stellte das Fahrzeug über 100 Geschwindigkeitsrekorde in Bonneville Flats auf. Darüber hinaus war ab 1953 ein vollautomatisches Getriebe mit dem Namen Gyro-Torque-Drive verfügbar.
1954 1954 wurde oberhalb des Coronet die Baureihe Royal eingeführt, sodass der Coronet das mittlere Marktsegment bediente. Dodge steckte mehr Luxus in alle seine Modelle, zu denen auch die Meadowbrook-, Coronet- und die neue Royal-Linie gehörten. Dennoch waren die Styling-Änderungen für 1954 bescheiden. Die Chromleiste an der Motorhaubenlippe war breiter als bei den Modellen von 1953 und ein großer Chrompfosten in der Mitte des Kühlergrills ersetzte die zuvor verwendete vertikale Teilung. Der Wagen war nach wie vor mit einer vollständigen Instrumentierung ausgestattet. Der 4 Liter-V8 leistete im Coronet 150 brutto SAE-PS bei 4400 min−1. Dodge führte im Jahr 1954 ebenfalls das 2-Gang-PowerFlite-Automatikgetriebe ein. Da im Folgejahr ein grundlegend neues Modell eingeführt werden sollte, gab es wenige Änderungen.
3. Generation (1955–1956)
1955 Im Jahr 1955 fielen der Wayfarer und der Meadowbrook weg, sodass der Coronet das preisgünstigste Dodge-Angebot wurde. Die mittlere Modellreihe hieß Royal und als Spitzenmodell wurde der Custom Royal eingeführt. Die Karosserie wurde vom neu eingestellten Virgil Exner komplett neu gestaltet, um moderner zu sein, was wiederum einen gesunden Anstieg der Verkaufszahlen bewirkte. Der Frontgrill war in der Mitte senkrecht von einem lackierten Steg getrennt und waagerecht durch eine große Chromspange, die um die Seiten in die Kotflügel reichte. Der Coronet hatte eine weiter in die Seite hineingezogene Panoramawindschutzscheibe. Elektrische Fensterheber waren ein neu angebotenes Extra für 102 USD. Bremskraftverstärker, Servolenkung und eine elektrische Sitzverstellung waren aufpreispflichtige Extras. Der Radstand betrug 3048 mm (120 in) und die Länge 5390 mm (212,1 in).
Angetrieben wurden die Wagen entweder von einem seitengesteuerten Chrysler Flathead-Motor als Reihensechszylinder mit 3769 cm3 Hubraum, der dank eines Doppelvergasers 123 brutto SAE-PS leistete, ein neuer Semi-Hemi mit polysphärischen Brennräumen war neu als „Red Ram“ verfügbar. Dieser hatte einen Hubraum von 4,4 Liter V8 (270 in3) und leistete 175 brutto SAE-PS bei 4400 min−1.
Ebenfalls neu war der „Super Red Ram“ als echter V8-Chrysler-Hemi-Motor mit 5211 cm3 (315 in3) Hubraum, 183 brutto SAE-PS und einem Stromberg Doppelvergaser. Dieser Motor war auch als 193 brutto SAE-PS-Variante mit einem Carter-Doppelvergaser für zusätzliche 95 USD verfügbar. Beide Motoren erreichten ihre maximale Leistung bei 4400 min−1. Alle Motoren waren im Standard an einem manuellen 3-Gang-Getriebe gekoppelt. Als Extra war eine 2-Gang-PowerFlite-Automatik bestellbar.
Es gab eine Reihe von Aufbauvarianten: dreitüriger Kombi mit sechs Plätzen – neu als Suburban mit V8-Motor (2427 USD) oder R6-Motor (2324 USD) fünftüriger Kombi mit sechs Plätzen – als der bekannte Sierra mit V8-Motor (2541 USD) oder R6-Motor (2438 USD) fünftüriger Kombi mit acht Plätzen – ebenfalls als Sierra mit V8-Motor (2643 USD) oder R6-Motor (2540 USD) zweitüriges Hardtop-Coupé mit sechs Plätzen – neu als Ausstattungspaket Lancer und nur mit V8-Motor (2256 USD) zweitürige Limousine mit sechs Plätzen – mit V8-Motor (2091 USD) oder R6-Motor (1988 USD) viertürige Limousine mit sechs Plätzen – mit V8-Motor (2171 USD) oder R6-Motor (2068 USD)
1956 1956 war das letzte Jahr dieses Karosseriestils vor dem Wechsel im Jahr 1957, sodass es keine wesentlichen Veränderungen an der Karosserieform gab. Später im 1956er Modelljahr war das „Lancer“-Paket auch für die Limousine und die Kombis bestellbar. Mit diesem Paket war die Auswahl aus einer Kombination von 16 Zweifarblackierungen oder 16 Kombinationen mit drei Farben verbunden. Jedoch wurde das Bordnet von 6 Volt auf 12 Volt umgestellt.
Hatte der Käufer 1955 noch die Wahl aus sechs Karosserievarianten, waren es jetzt acht. Neu in das Programm des Coronet wurden die Bauformen des Custom Royal übernommen, sodass jetzt wieder ein Cabriolet, eine Club Sedan genannte 2-türige Limousine sowie ein 4-türiges Hardtop mit Lancer-Ausstattung – bei dem die B-Säule fehlte – verfügbar waren. Der Lancer wie auch die Sierra-Kombis hatten einen V8-Motor als Standard. Vom Coronet wurden 1956 142.613 Fahrzeuge gebaut.
Die Motorleistungen stiegen abermals an. Der R6-Motor leistete 131 brutto SAE-PS, der „Red Ram“ mit 4,4 Liter Hubraum 189 brutto SAE-PS. Die „Super Red Ram“-V8-Motoren hatte jetzt ebenfalls die polysphärischen Brennräume und leisteten bei 5,2 Liter Hubraum 218 oder 230 brutto SAE-PS. Der Hemi war im Ausstattungspaket „Dodge D-500“ bestellbar.
Der D-500 war der erste Dodge-Werks-Hochleistungswagen, der zu Ehren des (D-500-1) „Super Stock“-Modells hergestellt wurde. Die einzigen äußeren Hinweise waren dezente gekreuzte karierte Flaggen und „500“-Schriftzüge auf der Motorhaube und dem unteren Heckbereich. Er war für alle Coronet-Modelle, einschließlich Kombis und zweitürigen Limousinen, bestellbar. Die Standard-Ausstattung des D-500 enthielt einen 5,2-Liter-V8 (315 in³) mit halbkugelförmigen Brennräumen (im Gegensatz zu den anderen Dodge V8s mit polysphärischen Brennräumen), eine besondere Nockenwelle, Ventilstößel, Vergaser, Zündung und Kolben. Mit einem Verdichtungsverhältnis von 9,25 : 1, einem Carter-Doppel-Register-WCFB-Vergaser und einer Zweipunkt-Verteilung lag die Spitzenleistung bei 260 brutto SAE-PS, während das Drehmoment bei 450 Nm (330 lb⋅ft) lag.
Der D-500 erhielt auch eine verbesserte Aufhängung mit stärkeren vorderen Schraubenfedern; in den Federn waren hochbelastbare Oriflow-Stoßdämpfer mit den gleichen Ventilen wie bei den Dodge-Polizeifahrzeugen montiert. Ähnliche Einheiten wurden hinten verwendet.
Die Gesamthöhe des D-500 war 38 mm (1,5 in) niedriger als die des Standard-Dodge. Der D-500 war serienmäßig mit 15×5,5-Zoll-Rädern mit schlauchlosen 7,60×15-Zoll-Reifen ausgestattet. Neu für die Sicherheit waren Sicherheitstürschlösser.
Ab Jahresmitte 1956 war eine „D-500-1“-Version bestellbar. Der D-500-1 (der erste 500er, der von der NASCAR vorgeschrieben wurde) war für NASCAR-Wettbewerbe gedacht. Er hatte eine noch steifere Federung als der D-500. Der Motor erhielt eine Verdichtung von 8,25 : 1, größere Ventile (ca. 18 % größer im Durchlass), eine Full-Race-Nockenwelle und einen doppelten Ansaugkrümmer mit zwei Carter-Doppelregister-WCFB-Vergasern. Damit leistete er zu 295 brutto SAE-PS. Es war das ab Werk schnellste Auto in diesem Jahr.
4. Generation (1957–1959)
1957 Die 4. Generation wurde für 1957 abermals komplett neu gestaltet. Die neuen Modelle des Coronet, des Royal und des Custom Royal basierten auf der Plattform der zum Chrysler-Konzern gehörenden Marke DeSoto, waren aber mit weniger Chromschmuck ausgestattet. Die Karosserien waren länger, breiter und flacher als alle bisher gebauten Modelle. Neu im Dodge-Design war der ab 1955 bei Chrysler unter der Regie von Virgil Exner eingeführte „Forward Look“. Die beim 1955/56er angedeuteten Heckflossen waren nunmehr deutlich als solche erkennbar und wurden durch eine entsprechende Lackierung bzw. durch Chromleisten zusätzlich hervorgehoben. Den Frontgrill trennten 1957 zwei mächtige Querspangen.