Der Bezirk Laufen, auch Laufental genannt, ist einer von fünf Bezirken im Schweizer Kanton Basel-Landschaft. Der Hauptort ist Laufen. Bis 1994 gehörte der Bezirk zum Kanton Bern.
Geografie mini|Blick Richtung Laufental von der Burg Neu-Thierstein aus. Zu sehen sind unter anderem Laufen, Dittingen, Blauen und Brislach Das knapp 90 km² grosse Laufental mit den dreizehn Gemeinden Blauen, Brislach, Burg im Leimental, Dittingen, Duggingen, Grellingen, Laufen, Liesberg, Nenzlingen, Roggenburg, Röschenz, Wahlen und Zwingen liegt in der Wirtschaftsregion Nordwestschweiz in der Metropolregion Basel. Es grenzt an die Kantone Jura und Solothurn und berührt im Westen die französische Staatsgrenze.
Geschichte Nach der Niederlage Napoleons Ende 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig marschierten die verbündeten Armeen (Russland, Preussen, Österreich) Richtung Frankreich. In Missachtung der schweizerischen NeutralitätGustav Steiner: Der Bruch der schweizerischen Neutralität im Jahre 1813. In: Neujahrsblatt der GGG. Basel 1924 (127 Seiten). erlaubte Basel 1814 80'000 Soldaten die Überquerung der Mittleren Brücke und den Marsch durch das ehemalige Fürstbistum Basel, um gegen Napoleons Armee zu kämpfen. Diese Geste wurde am Wiener Kongress nicht vergessen und brachte dem Stand Basel unter gewissen Bedingungen die Einverleibung der neun katholischen Dörfer des Birsecks.
Für die Siegermächte galt es 1815 in Wien, zuerst einen neuen Herrscher über das herrenlose Fürstbistum zu wählen, der militärisch die Klusen und die Pässe verteidigen könnte. Gerade dieses Gebiet hatten die Franzosen 1797 als Vorwand für das Eindringen in die Schweiz genutzt. Basel war dafür nicht geeignet. Einzig Bern besass die erforderliche militärische Macht.Georges-André Chevallaz: Histoire générale de 1789 à nos jours. 1974, S. 83. Zudem war Bern mit Biel und den südjurassischen Tälern verburgrechtet.
Der Aargau und das Waadtland, die Bern schon 1803 verloren hatte, waren bereits durch die Mediationsakte als Kantone anerkannt, und die Frage einer Entschädigung Berns erschien zweitrangig.Vortrag von Marco Jorio, Verein der Freunde des Domes Arlesheim, 19. April 1989. Die Herrschaft Pfeffingen gab es im Jahre 1815 schon seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr. Es wäre wenig sinnvoll gewesen, Duggingen und Grellingen nicht Bern zuzuordnen.In: Jean-Jacques Kottelat: Basler Zeitung. 24. August 1991. Das Birstal bildet eine geographische Einheit bis zum Schloss Angenstein, das für die Berner eine strategische Klus und das Eingangstor zum Jura war.
Basel wollte die Laufentaler nicht.Adolf Walther: Rund um den Baselstab. Bd. 2, 1977, S. 197. Ähnlich wie 1803 beim Fricktal wollte Basel keine Katholiken und nicht zu viele Bauern.In: Martina Lichtsteiner: Basler Zeitung. 18. März 1993. Bereits 1798 hatten Landschäftler drei Landvogteischlösser in Brand gesetztFritz Meier: Basler Heimatgeschichte. 1982, S. 559., und deren Aufmüpfigkeit bekam Basel noch bis 1833 hart zu spüren.
Als der Jura im Jahre 1979 ein selbständiger Kanton wurde, erhielt das vom Kanton Bern isolierte und zu einer Exklave gewordene Laufental die Möglichkeit, sich einem benachbarten Kanton anzuschliessen oder bei Bern zu bleiben. Zur Wahl standen die Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Der gewählte Kanton wurde dem Kanton Bern gegenübergestellt. Nach der ersten Volksabstimmung vom 13. Januar 1980 kamen Basel-Landschaft (52 %) und Solothurn (32 %) in die engere Wahl, während Basel-Stadt (16 %) abfiel. Bei der zweiten Abstimmung vom 16. März 1980 ging Basel-Landschaft (65 %) als Sieger hervor, das «Aktionskomitee pro Solothurn» blieb ohne Wirkung. In der Volksabstimmung am 11. September 1983, bei der es um den Entscheid pro Bern oder pro Basel-Landschaft ging, stimmten fast 57 Prozent der Bevölkerung des Bezirks für den Verbleib bei Bern. Nachdem aber 1984 im Zuge der Berner Finanzaffäre bekannt geworden war, dass der Kanton Bern die Aktion bernisches Laufental widerrechtlich finanziell unterstützt hatte, entbrannte ein jahrelanger Rechtsstreit. Letztlich gab das Bundesgericht den Beschwerdeführern von der Laufentaler Bewegung recht und ordnete die Wiederholung der Volksabstimmung an. Am 12. November 1989 entschieden sich die Laufentaler mit einer Mehrheit von 51,7 Prozent für die Annahme des Laufentalvertrags und somit für die Zugehörigkeit zum Kanton Basel-Landschaft. Am 1. Januar 1994, nachdem die Eidgenossenschaft als Ganzes dem Kantonswechsel des Laufentals zugestimmt hatte, erfolgte der Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft.Das Heimweh der berntreuen Laufentaler. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Oktober 2013. mini|Herrschaftsfahne Zwingen-Laufen im Fürstbistum Basel
Politische Gemeinden Wappen Name der Gemeinde Einwohner() Flächein km² Einwohnerpro km² 35px|Blauen Blauen 35px|Brislach Brislach 35px|Burg im Leimental Burg im Leimental 35px|Dittingen Dittingen 35px|Duggingen Duggingen 35px|Grellingen Grellingen 35px|Laufen Laufen 35px|Liesberg Liesberg 35px|Nenzlingen Nenzlingen 35px|Roggenburg Roggenburg 35px|Röschenz Röschenz 35px|Wahlen Wahlen 35px|Zwingen Zwingen Total (13)
Veränderungen im Gemeindebestand
1852: Fusion Laufen Stadt und Laufen Vorstadt → Laufen 1976: Bezirkswechsel von Roggenburg von Bezirk Delémont → Bezirk Laufen 1994: Kantonswechsel vom Kanton Bern → Kanton Basel-Landschaft
Literatur Marco Jorio: Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792–1815). Freiburg i. Ue. 1982, . Christina Borer-Hueber: Streifzug durch die bewegte Laufentaler Geschichte. In: Baselbieter Heimatblätter, Organ der Gesellschaft für Baselbieter Heimatforschung. Heft 4, Bd. 58, 1993, S. 110–129 (Digitalisat). Daniel Hagmann: Grenzen der Heimat. Territoriale Identitäten im Laufental. Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 1998, ISBN 3-85673-254-3. Das Laufental schliesst sich Baselland an. In: Basler Stadtbuch. 1993, S. 84–85.
Weblinks
RockValley – touristische Highlights im Laufental
Einzelnachweise
Laufen Laufen