Schnepfendreck ist der Name eines heute weitgehend vergessenen Gerichts aus den Eingeweiden einer Schnepfe samt Inhalt. Die Innereien werden fein gehackt, mit Speck, Eigelb, Zwiebeln sowie Sardellen oder Kapern vermengt und zu einer Art Farce verarbeitet, mit der geröstetes Weißbrot bestrichen und dann im Backofen überbacken wird.Robert Habs/Leopold Rosner, Appetit-Lexikon, Badenweiler 1997 (Reprint der Originalausgabe Wien 1894), S. 477 In einigen Kochbüchern wird das Gericht auch als „Schnepfenbrot“ bezeichnet, u. a. bei Henriette Davidis.
Der Koch Heinz Wehmann hat eine modernere Interpretation von Schnepfendreck und dessen einzelne Zubereitungsschritte mit Bildern auf seiner Homepage dokumentiert.
Schnepfendreck galt früher als erlesene Delikatesse. Das spiegelt sich in alten Sprichworten wider wie „Schnepfendreck ist der beste Schleck“, „Schnepfendreck und Pasteten sind dem Bauer nicht vonnöten“ und „Was teuer ist, geht weg, wär' es auch nur Schnepfendreck.“Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander, 1867 Wilhelm Busch schrieb in einem Brief: „Der Gourmand hat im Traume an Schnepfendreck gedacht. Er träumt, es hätt' ihm ein Engel was auf die Zunge gemacht.“Wilhelm Busch an Nanda Keßler, Neujahr 1897
Modernere Rezepte verwenden von den Verdauungsorganen lediglich den geleerten Kaumagen, Leber ohne Gallenblase und Herz. Für eine Person braucht man ein ganzes Tier, den Schnepfendreck als Vorspeise und den Vogel als Hauptgang.
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