mini|Stolperstein Lützowstraße 6 mini|Kaufhaus Adolf Frank (Schuhstraße 28, Ecke Stephanstraße 1), um 1899. Gustav-Elias Forstenzer (geboren 1888 in BerlinBert Bilzer und Richard Moderhack (Hrsg.): BRUNSVICENSIA JUDAICA. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braunschweig 1933–1945. In: Braunschweiger Werkstücke. Band 35, Braunschweig 1966, S. 165.; gestorben am 30. Oktober 1970 in New YorkReinhard Bein: Ewiges Haus. Braunschweig 2004, S. 211.) war ein deutscher Jurist und Kaufmann jüdischen Glaubens in Braunschweig.

Leben Forstenzer war Handelsrichter in Braunschweig, 1922/24 sowie 1931/32 Präsident der Leopold-Zunz-LogeReinhard Bein: Ewiges Haus. Braunschweig 2004, S. 81. und im Vorstand der Jüdischen Gemeinde tätig. Durch Heirat mit Lucie-Sara Frank (1893–1988), einer Tochter des jüdischen Warenhausbesitzers Adolf Frank (1863–1924), wurde er nach dem Tode seines Schwiegervaters zusammen mit dessen Sohn Herbert Inhaber des Kaufhauses Frank, das zu den größten im Herzogtum Braunschweig gehörte und sich Schuhstraße 28, Ecke Stephanstraße 1 befand.

Während der von den Nationalsozialisten lancierten Novemberpogromen vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Forstenzer in den frühen Morgenstunden zusammen mit seinen Zwillingssöhnen Martin (1921–2008Todesanzeige in der New York Times vom Januar 2008) und Peter (1921–2015) verhaftet und in das KZ Buchenwald gebracht. Seine Wohnung Lützowstraße 6 wurde verwüstet.

Die am 12. November in Kraft getretene Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben bildete anschließend die Grundlage für die „Arisierung“ des Warenhauses Adolf Frank, das Forstenzer und Frank im selben Jahr noch an das NSDAP-Mitglied Karl StöberGarzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon – Ergänzungsband. Braunschweig 1996, S. 47. verkaufen mussten.

Nach seiner überraschenden Freilassung aus dem KZ Anfang Dezember wanderte die gesamte Familie Forstenzer (inkl. des ältesten Sohnes Claus, * 1919) am 9. Dezember 1938 in die USA aus. Fünf Tage später emigrierte auch Familie Frank.

Literatur Reinhard Bein: Gustav Forstenzer. In: Lebensgeschichten von Braunschweiger Juden. döringDruck, Braunschweig 2016, ISBN 978-3-925268-54-0, S. 236–245. Reinhard Bein: Juden in Braunschweig 1900–1945. 2. Auflage. Braunschweig 1988 Bert Bilzer und Richard Moderhack (Hrsg.): BRUNSVICENSIA JUDAICA. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braunschweig 1933–1945. In: Braunschweiger Werkstücke. Band 35, Braunschweig 1966. Hans-Jürgen Derda: Forstenzer, Gustav-Elias. In:

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Judentum, Braunschweig) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Häftling im KZ Buchenwald Kategorie:Person, für die in Braunschweig ein Stolperstein verlegt wurde Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann