Hattersheim am Main ist eine Stadt mit  Einwohnern () im südhessischen Main-Taunus-Kreis. Sie liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt am Main, Mainz und Wiesbaden.

Geografie Nachbargemeinden und -kreise Hattersheim grenzt im Nordosten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Südosten an die Stadt Kelsterbach, im Südwesten an die Stadt Raunheim (beide Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Städte Flörsheim am Main und Hofheim am Taunus sowie die Gemeinde Kriftel.

Stadtgliederung Hattersheim besteht aus den drei Stadtteilen Hattersheim, Eddersheim und Okriftel.

Hattersheim Hattersheim ist verkehrstechnisch im Nordwesten an die A 66 (Hattersheim) und im Nordosten an die Flughafentangente B 40 (Hattersheim Ost) angebunden, außerdem über eine S-Bahn-Station an der Linie S1 (Rödermark-Ober-Roden – Frankfurt am Main – Wiesbaden). Hattersheim hat eine evangelische Kirche,Homepage, abgerufen am 3. Mai 2022 zwei katholische Kirchen (St. Athanasius und St. Martinus) sowie eine Neuapostolische Kirche und vier Moscheevereine, die Fatih-Moschee der IGMG (Vogelweidestraße) und den Marokkanischen Verein (Schützenstraße).

Eddersheim

80px|links|Eddersheim

Im Jahr 2007 zählte der Stadtteil 4.986 Einwohner. Der Stadtteil liegt wie Okriftel am Main und ist Standort eines Wasserwerks und einer Schleuse. Der Ingenieur und Erfinder Anton Flettner stammte aus Eddersheim.

Eddersheim hat eine S-Bahn-Station an der Linie S1 (Rödermark-Ober-Roden–Frankfurt am Main–Wiesbaden) sowie eine evangelische und eine katholische Kirche und eine kleine Kapelle. Darüber hinaus entstanden in den letzten Jahren mehrere Reiterhöfe und Tennishallen.

Okriftel

80px|links|Okriftel

Im Jahr 2007 zählte der Stadtteil 7.563 Einwohner. Die Mainfähre Okriftel setzte bis 2022 Fußgänger und Radfahrer in Richtung Kelsterbach über den Main. Die Fähre war in den Sommermonaten jeweils samstags, sonntags und feiertags in Betrieb. Nach dem unerwarteten Tod des Fährmanns im Jahr 2022 wurde der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt.

Okriftel besitzt einen Kunstrasenfußballplatz, eine evangelische Kirche sowie eine katholische Kirche und einen Moscheeverein der Ahmadiyya Muslim Jamaat (Sindlinger Straße). Eine direkte S-Bahn- oder Autobahnanbindung besteht nicht.

mini|Katholische Kirche St. Martinus in Hattersheim mini|Kapelle Eddersheim mini|Okriftel Straßeneck und ehemalige Fabrik Phrix mini|Mainfähre zwischen Okriftel und Kelsterbach

Der alte Ortskern von Okriftel wird von einer größeren Industriebrache beherrscht, die heute Künstler und zahlreiche Kleinbetriebe beherbergt. Die Cellulosefabrik Phrix wurde 1884 gegründet und am 4. September 1970 geschlossen. Die Gründung bedeutete für den landwirtschaftlich geprägten Ort mit seinen damals etwa 650 Einwohnern den Einstieg in das Industriezeitalter. Bei der Schließung gingen über 1000 Arbeitsplätze verloren.RheinMain-Wiki: Die Phrix-Werke AG war 1948 als Hersteller von Cellulose und Kunststofffasern neugegründet und Anfang 1967 von der Ludwigshafener BASF gekauft worden.Kelsterbach – Die Perle am Untermain: Phrix – Denk- und Mahnmal deutscher Industriegeschichte; Quellenangabe: Die BASF. Eine Unternehmensgeschichte. Herausgeber Wolfgang Abelshauser, Ch. Beck, 2003, S. 566

Ortsbildprägend ist auch das Hochhaus in der Sindlinger Straße am Ortsausgang. Baubeginn war im März 1970, Anfang 1975 ging der Bauträger Alpha Bau Frankfurt in Konkurs. Helaba Landesbank Hessen-Thüringen kaufte einen Großteil der Wohnungen zu 70 % des Schätzpreises. Erst 1980 waren alle Wohnungen verkauft.Hochhausfreunde Okriftel:

Am Mainufer verlaufen mehrere Radwanderwege: Der Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg) führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Auf Teilstück bis Eltville – Hochheim am Main führt der R3 über die Rheingauer Riesling Route. Der Main-Radweg führt von den Quellen des Weißen- und Roten Mains bis nach Mainz zur Mündung in den Rhein. Die D-Route 5 (Saar-Mosel-Main) von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze (1.021 km).

Geschichte Übersicht Das Gebiet um Hattersheim war schon früh besiedelt. So wurden bei archäologischen Ausgrabungen südlich der Voltastraße Siedlungsspuren aus dem Mittelneolithikum und ein Frauengrab aus dem Endneolithikum entdeckt. Ferner wurden bei Ausgrabungen eisenzeitliche Funde keltischen Ursprungs gesichert. Im Baugebiet Südwest wurde ein Gräberfeld entdeckt, welches ungefähr von 500 vor Christus bis 200 vor Christus genutzt worden ist., gesichtet am 1. Mai 2009

Die Endsilbe -heim in Hattersheim und Eddersheim deutet auf fränkische Siedlungen hin, die im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet worden sein könnten.Hattersheim.de: , gesichtet am 1. Mai 2009 Ähnlich alt war der benachbarte Ort Heddingheim auf der Gemarkung des heutigen Kriftel. Heddingheim wurde im 16. Jahrhundert zur Wüstung.

Hattersheim war von 1597 bis 1601 von Hexenverfolgung betroffen, sieben Frauen wurden Opfer der Hexenprozesse. Die Stadtverordnetenversammlung Hattersheim hat am 3. Dezember 2015 einstimmig die Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse/Hexenverfolgung beschlossen.

Am 10. August 1845 begann die englische Königin Victoria mit ihrem Gemahl Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha in Antwerpen eine Reise durch Belgien und deutsche Länder. Für diese Reise legte die Königin ein Tagebuchheft an, das im Original erhalten geblieben ist. Ihr Tagebucheintrag vom 18. August 1845 berichtete von ihrer Reise bzw. einer Kutschfahrt, die sie auch nach Hattersheim, wahrscheinlich in den Posthof, führte:

Am 16. Juni 1970 wurde Hattersheim zur Stadt erhoben. Am 1. August 1972 schlossen sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen die Gemeinden Hattersheim, Okriftel und Eddersheim freiwillig zu einer neuen Stadt mit dem Namen Hattersheim zusammen. Am 1. Januar 1978 wurde deren Name amtlich in Hattersheim am Main geändert. Ortsbezirke wurden in der Stadt nicht gebildet.

Einwohnerentwicklung + Einwohnerzahlen der Stadt Hattersheim und ihrer Stadtteile In: Website der Stadt Hattersheim. Abgerufen im März 2025 Jahr Hattersheim Eddersheim Okriftel Stadt Hattersheim am Main(Gesamt) 1900 1.930 1.237 1.215 4.382 1925 2.698 1.505 1.689 5.892 1950 4.218 2.190 2.808 9.216 1960 7.043 1.900 3.793 13.736 1970 10.176 4.634 4.790 19.600 1975 12.670 4.837 5.755 23.262 1980 12.799 4.864 6.089 23.752 1985 12.001 4.655 7.550 24.206 1990 12.246 4.816 7.407 24.469 1995 13.008 4.757 7.614 25.379 2000 13.472 4.822 7.467 25.761 2005 13.950 4.946 7.602 26.498 2010 14.152 4.783 7.175 26.110 2015 16.143 4.954 6.989 28.0862016 16.406 5.031 7.022 28.459201716.6015.0227.03928.662201816.7585.0117.05528.824201916.7355.0357.11728.887202016.7655.0357.17328.973202117.0115.0277.12329.161202217.4175.1037.23129.751202317.4955.1177.33529.947202417.5665.1607.42130.134

Sehenswertes mini|Wasserwerk Hattersheim mini|Wasserwerkchaussee

Hattersheim ist Teil der Industrieroute Rhein-Main. Das 1909 fertiggestellte Wasserwerk Hattersheim wurde nach den Plänen des Baumeisters Hand Dasen im Jugendstil errichtet. Auch Elemente des seinerzeit geforderten Heimatstils sind vorhanden. Die Förderung wurde mittels Saugpumpen betrieben. Ursprünglich sorgte eine Dampfmaschine für den Antrieb der Pumpen, die heute elektrisch betrieben werden. Derzeit (2011) fördert das Hattersheimer Wasserwerk nicht mehr täglich rund um die Uhr, sondern dient nur noch dazu, Verbrauchsspitzen in der Wasserversorgung auszugleichen und wird vorgehalten als Ausfallreserve für die Sicherung der Versorgung im Großraum Frankfurt am Main.

mini|Teich am Rosarium

Die Wasserwerkchaussee beginnt zwischen Hattersheim und Okriftel und war die 1905 erbaute Zufahrtsstraße zum Wasserwerk. Sie ist etwa zwei Kilometer lang, mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und von Linden gesäumt.Regionalpark-Rheinmain: Die neoromanische St.-Martinus-Kirche wurde 1913–1915 erbaut, wobei die barocke Vorgänger-Kirche (erbaut 1747) integriert wurde und Jugendstil-Elemente hinzugefügt wurden. Die Chorfenster wurden 1913–1914 von dem Glasmaler August Martin gestaltet. Das Stadtmuseum Hattersheim beschäftigt sich mit Schwerpunkten aus der Stadt- und Industriegeschichte Hattersheims sowie der Archäologie. Es wurde im Mai 2023 eröffnet. Träger ist die Stadt Hattersheim, betrieben wird es vom Geschichtsverein Hattersheim 1985 e. V. Das Rosarium Hattersheim wurde 1997 angelegt und liegt zwischen den Stadtteilen Hattersheim und Okriftel, an der Wasserwerkallee. Es erinnert an den gewerblichen Rosenanbau, der in Okriftel bis in die 1970er Jahre betrieben wurde. Die Anlage ist Teil des Angebots des Regionalparks Rhein-Main. Im Rosarium blühen im Sommer über 6000 Rosen und andere Gewächse um einen künstlich angelegten Teich. Blickfang des Rosariums sind zwei Holzpyramiden im Eingangsbereich, die von Kletterrosen berankt werden.Regionalpark-Rheinmain:

Veranstaltungen Seit Mai 1989 finden in Hattersheim jährlich rund um den Posthof, in der gesamten Innenstadt und im Bürgerpark die „Lufthansa Klassikertage“ statt. Diese überregionale Veranstaltung wird durchgeführt von der „scuderia Lufthansa classico“. Es ist über zwei Tage ein lockeres Oldtimertreffen, mit Musik, Kleindarstellern und einer Oldtimer-Prämierung. Seit einigen Jahren wird die Veranstaltung durch einen verkaufsoffenen Sonntag und ein Innenstadtfest ergänzt. Die Klassikertage sind eine feste Institution im Rhein-Main-Gebiet, es nehmen dabei über 1000 Fahrzeuge teil.

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hattersheim am Main erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001%1997Sitze1997 50,3 19 51,1 19 36,0 13 34,8 13 35,3 13 33,5 12 28,7 10 20,7 8 19,2 7 34,0 13 38,8 14 44,7 16 40,9 15 42,4 16 15,0 5 15,8 6 8,3 3 16,0 6 8,5 3 9,4 3 8,3 3 6,3 2 6,3 2 8,1 3 6,2 2 7,0 3 7,3 3 7,2 3 – – 6,0 2 10,6 4 4,1 2 3,0 1 4,3 2 13,4 5 5,6 2 – – – – – – – – – – – – GP Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer 2,1 1 – – – – – – – – – – – – – – 1,6 1 – – – – – – – – – – WPH Wählervereinigung Pro-Hattersheim – – – – 2,9 1 – – – – – – – – HWG Hattersheimer Wähler Gemeinschaft – – – – – – – – 1,5 1 4,6 2 – – Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 51,3 50,8 49,4 44,2 46,6 52,3 65,6

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Hattersheim neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich 13 weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Oktober 2016 Klaus Schindling (CDU). Er setzte sich am 20. März 2016 in einer Stichwahl gegen Amtsinhaberin Antje Köster (SPD), die sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 45,0 Prozent Wahlbeteiligung mit 50,5 Prozent der Stimmen durch. Es folgte eine Wiederwahl im Mai 2022.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2022 in Hattersheim am Main

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2016 – Klaus Schindling (CDU)Hattersheimer Stadtanzeiger, 10. August 2022: Klaus Schindling: "Ich möchte keinen anderen Job machen" : Tagesordnungspunkt „Einführung und Verpflichtung des am 8. Mai 2022 für eine am 1. Oktober 2022 beginnende Amtszeit von sechs Jahren gewählten hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Hattersheim am Main“ 2010–2016 Antje Köster (SPD) 1998–2010 Hans Franssen (SPD) 1993–1998 Alfred Schubert (SPD)