Pitkjaranta (, , ) ist eine Stadt in der Republik Karelien (Russland) mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Die Stadt liegt etwa 170 Kilometer westlich der Republikhauptstadt Petrosawodsk langgestreckt am Nordostufer des Ladogasees und an der Eisenbahnstrecke Janisjarwi–Lodeinoje Pole

Pitkjaranta ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte Die heutige offizielle Schreibung entspricht der russischen (kyrillischen) Transliterierung von finnisch Pitkäranta, das sich (auf Finnisch) als „langes Ufer“ deuten lässt.

Das Dorf am Ostufer des Ladogasees wurde erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt. Zu jener Zeit gehörte es zur Gemeinde Impilahti (heute geschrieben als Russisch Impilachti). Im 19. Jahrhundert befand sich in Pitkäranta eine Schiffsanlegestelle, die auch in der gleichbedeutenden, russischen Namensform Dolgi Bereg bekannt ist. Mit der Erlangung der Unabhängigkeit Finnlands 1918 kam der Ort zur damaligen Provinz Wiborg. 1932 wurde er von der Eisenbahnstrecke aus Richtung Jänisjärvi–Läskelä erreicht.

Im Ergebnis des Winterkrieges wurde Pitkäranta 1940 zusammen mit dem größten Teil Südkareliens von der Sowjetunion besetzt. Im Fortsetzungskrieg wurde Pitkjaranta am 17. Juli 1941 von finnischen Truppen zurückerobert und am 10. Juli 1944 von Truppen der Karelischen Front der Roten Armee im Rahmen der Swir-Petrosawodsker Operation wiederbesetzt.

Im Ort bestand das Kriegsgefangenenlager 166 für deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg.Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1959 6.204 1970 10.251 1979 13.839 1989 14.361 2002 13.347 2010 11.429 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.

Wirtschaft mini|Eine Straße in Pitkjaranta Die Wirtschaft der Stadt Pitkjaranta wird von der Holz- und holzverarbeitenden Industrie bestimmt (Zellulose- und Papierfabrik).

12 Kilometer von der Stadt entfernt wird auf der Insel German im Ladogasee seit dem Ende des 19. Jahrhunderts roter Granit abgebaut, auch als Walaamgranit bekannt, obwohl die Insel nicht zur Inselgruppe Walaam gehört. Mit diesem Granit ist eine Reihe von Bauwerken in Sankt Petersburg und finnischen Städten verkleidet.

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Stadtverwaltung (russisch) Website der Rajonverwaltung (russisch) Pitkjaranta auf mojgorod.ru (russisch)

Kategorie:Ort in der Republik Karelien Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1940