Eisemroth ist der größte der fünf Ortsteile der Gemeinde Siegbach im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Ort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und liegt im Gladenbacher Bergland.

Geschichte mini|Die evangelische Kirche in Eisemroth Ortsgeschichte Der Ort wurde 1276 als Isenmaroden zum ersten Mal urkundlich erwähnt;Georg Wilhelm Sante (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 4: Hessen (= Kröners Taschenausgabe. Band 274). Kröner, Stuttgart 1960, , S. 96. in späteren Dokumenten tauchen die Namensformen Isemerade (1300), Ysennerode (1304) und Isemerode (1327) auf.Ernst Wiese: Urkundenbuch der Stadt Wetzlar, Bd. 1: 1141–1350 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck, Bd. 8), Elwert, Marburg 1911, S. 722. 1344 und 1384 bestand das Dorf aus den zwei Orten Ober- und Nieder-Isenburgerode. Wann aus den beiden Dörfern eins wurde und der heutige Ortsname aufkam, ist nicht bekannt. Beide Siedlungen sind als Rodeorte, wie Günterod und Hartenrod, einer Siedlungsperiode während der Mittelalterlichen Warmzeit ab etwa 900 n. Chr. zuzurechnen.

Auf dem Berg, auf dem sich heute die evangelische Kirche befindet, stand von 1307/08 bis 1327/28 die Burg Eisemroth, vermutlich eine Turmburg der Landgrafen von Hessen.Georg Wilhelm Sante (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 4: Hessen (= Kröners Taschenausgabe. Band 274). Kröner, Stuttgart 1960, , S. 96. Die Burg sollte in der Endphase der Dernbacher Fehde zur Sicherung des wichtigen Talweges dienen, der von Marburg über Burg Blankenstein bei Gladenbach über den Salzbödesattel (westlich Hartenrod) weiter nach Herborn und Dillenburg verlief, auch Marburg-Herborn/Dillenburger Amts- oder Botenweg genannt. Horst W. Müller: Burg „Wallenfels“, die Unbekannte, Geschichte einer kleinen Burg an der Grenze zum Hinterland; Hinterländer Geschichtsblätter, 88 Jahrgang, Nr. 3, Oktober 2009, Biedenkopf

Die Kirche wurde 1393 erstmals urkundlich erwähnt und 1723 zu ihrer heutigen Größe als QuerkircheKathrin Ellwardt: Kirchenbau zwischen evangelischen Idealen und absolutistischer Herrschaft. Die Querkirchen im hessischen Raum vom Reformationsjahrhundert bis zum Siebenjährigen Krieg. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2004, ISBN 3-937251-34-0 ausgebaut. 1965 kam die katholische Kirche dazu.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. Dezember 1970 die Nachbargemeinde Oberndorf auf freiwilliger Basis eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kam Eisemroth zusammen mit Tringenstein, Übernthal und Wallenfels (Siegbach) zur neuen Gemeinde Siegbach. Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eisemroth angehört(e):

ab 1137: Heiliges Römisches Reich, Herborner Mark, Reichslehen der Landgrafen von Thüringen ab 1231: Heiliges Römisches Reich, Herborner Mark, Afterlehen der Grafen von Nassau ab 1336: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Dillenburg (nach Ende der Dernbacher Fehde) ab 1351: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Dillenburg, Amt Tringenstein ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Tringenstein 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge des Friedens von Tilsit. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Herborn 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Tringenstein ab 1816: Herzogtum Nassau,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Herborn ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Herborn) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Herborn ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Herborn) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis, Gemeinde SiegbachAm 1. Dezember 1971 wurde Eisemroth als Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Siegbach eingegliedert. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Siegbach ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Siegbach

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eisemroth 1206 Einwohner. Darunter waren 21 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 210 Einwohner unter 18 Jahren, 507 zwischen 18 und 49, 264 zwischen 50 und 64 und 228 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 501 Haushalten. Davon waren 123 Singlehaushalte, 126 Paare ohne Kinder und 189 Paare mit Kindern, sowie 54 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 93 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 327 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1885: 556 evangelische (= 99,82 %), ein katholischer (= 0,18 %) Einwohner • 1961: 1020 evangelische (= 91,32 %), 95 katholische (= 8,50 %) Einwohner

Wappen und Flagge Blasonierung: „In grün auf goldenem Boden ein schwarzes Stollenmundloch mit goldenem Gebälk, belegt mit silbernem schräggekreuzten Hammer und Schlägel“. Flaggenbeschreibung: „Auf einer schwarz-goldenen im oberen Viertel in den Farben verwechselten Zweistreifenbahn das Wappen der ehemaligen Gemeinde.“ Das hessische Innenministerium genehmigte Wappen und Flagge am 6. Mai 1957.Staats-Anzeiger für das Land Hessen, Nr. 20/1957, Seite 455 Das Wappen ist identisch mit dem von Siegbach.

Infrastruktur mini|Der ehemalige Bahnhof Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3050.

Im Ort gibt es: ein Bürgerhaus eine GrundschuleHomepage der Grundschule am Siegbach eine Rettungswache auf www.rettungsdienst.de das NaturerlebnisbadNaturerlebnisbad Siegbach. Abgerufen im April 2019. einen Sportplatz mit Sportheim, Trainingsplatz und Sporthalle mehrere Tennisplätze einen Kinderspielplatz ein Motorsportgelände eine Schutzhütte mit Grillplatz

Persönlichkeiten Heinrich Schmidt (1876–1931), Bürgermeister und Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau Berthold Martin (1913–1973), Psychiater und Politiker (MdL, MdB) Bernd Nickel (1949–2021), Fußballspieler (Eintracht Frankfurt) Michael Heck (* 1964), Schlagersänger

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Weblinks

Ortsteil Eisemroth im Internetauftritt der Gemeinde Siegbach

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