mini|Erich Kaiser-Titz (um 1923). Foto von Eduard Wasow Heinrich Felix Erich Kaiser-Titz (* 7. Oktober 1875 in Berlin; † 22. November 1928 ebenda) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Erich Titz, später nannte er sich Erich Kaiser-Titz, war ein Sohn des Architekten Oskar Titz. Er begann nach seiner Schulzeit eine Ausbildung als Kunstschlosser. Er arbeitete als Maurer, Zimmermann und Baustellenleiter. Erste Bühnenengagements führten ihn nach Lübeck, Kolberg, Hannover und Bremen. 1905 gehörte er zum Ensemble des Leipziger Schauspielhauses. 1906 kam er nach Berlin ans Neue Theater. Dann trat er 1909, 1913 und 1926 am Deutschen Theater auf: als Erwin Löwenherz in Gelbstern, als Jack Brown in Maughams Freund Jack, als Abrezkow in Tolstois Der lebende Leichnam, als Bazaine in Werfels Juarez und Maximilian sowie in Sternheims Komödien Die Sünde und Bürger Schippel.
1911 gab Kaiser-Titz sein Filmdebüt. Er wurde einer der meistbeschäftigten Schauspieler der frühen Stummfilmzeit. 1913 bis 1915 arbeitete er für den Produzenten Oskar Messter als Partner von Henny Porten. Während des Ersten Weltkrieges wurde er vor allem als eleganter Detektiv Engelbert Fox einem großen Publikum bekannt. Seine wohl wichtigste Filmrolle war 1916 E. T. A. Hoffmann in der Adaption der Oper Hoffmanns Erzählungen. Eine weitere bedeutende Rolle war 1918 die Titelfigur des Ferdinand Lassalle im gleichnamigen Film. In den 1920er Jahren war Kaiser-Titz noch in sehr vielen Nebenrollen zu sehen; er soll in fast 300 Filmen mitgewirkt haben.
Kaiser-Titz war dreimal verheiratet. 1903 heiratete er die Schauspielerin Melanie Silberstein. Die Ehe wurde 1912 geschieden.Standesamt I, Dresden, Eheregister 1876-1922, 1903 Juni-Dez, Nr. 763. In: Ancestry.com. Dresden, Deutschland, Heiratsregister, 1876-1927 [database on-line]. Im selben Jahr heiratete er Wally Anna Wilhelmine von Strantz. Die Ehe wurde 1919 geschieden.Standesamt I Charlottenburg, Heirats-Register 1912, Nr. 502. In: Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Heiratsregister, 1874-1936 [database on-line]. 1920 heiratete er die geschiedene Martha Else Emilie Heipcke geb. Schäffer.Standesamt Berlin 8, Heirats-Register 1920, Nr. 79. In: Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Heiratsregister, 1874-1936 [database on-line]. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.
Filmografie (Auswahl) 1913: Problematische Naturen 1913: Schuldig 1913: Ultimo 1914: Sein braunes Mädel 1914: Erstarrte Liebe 1915: Fürst Seppl 1915: Der Fund im Neubau 1915: Der Eremit 1915: Das Geheimnis einer Nacht 1915: Das Schicksal der Gabriele Stark 1915: Und wandern sollst du ruhelos … 1915: Die verschleierte Dame 1916: Artur Imhoff 1916: Schloss Phantom 1916: Ihr bester Schuß 1916: Die silberne Kugel 1916: Ramara 1916: Hoffmanns Erzählungen 1916: Seltsame Köpfe 1916: Leben um Leben 1916: Titanenkampf 1917: Der Erbe von Het Steen 1917: Zimmer Nummer sieben 1917: Der Mut zum Glück 1917: Das Nachtgespräch 1917: Ein Tropfen Gift 1917: Das Bacchanal des Todes 1917: Die Krone von Kerkyra 1917: Am Hochzeitsabend 1917: Das Edelfräulein 1917: Ein scharfer Schuss 1917: Das verlorene Paradies 1917: Was ein Weib vermag 1918: Edelwild 1918: Das Gift der Medici 1918: Halkas Gelöbnis 1918: Tausend um eine Frau 1918: Wogen des Schicksals 1918: Ferdinand Lassalle – Des Volkstribunen Glück und Ende 1919: Das Narrenschloß 1919: Die nicht sterben dürfen 1919: Der Tod von Phaleria 1920: Gentlemen-Gauner 1920: Der Sturz in die Flammen 1921: Die goldene Kugel 1921: Der Mann ohne Namen (6 Teile) 1921: Die Schuld des Grafen Weronski 1921: Am Webstuhl der Zeit 1921: Der Wahn des Philipp Morris 1921: Mann über Bord 1922: Das Liebesnest (2 Teile) 1922: Der Favorit der Königin 1922: Marie Antoinette 1922: Schatten der Vergangenheit 1923: Wilhelm Tell 1923: Die Marionetten der Fürstin 1923: Der Großindustrielle 1923: Frühlingserwachen 1924: Das Spiel der Liebe 1924: Malva 1924: Das Geschöpf 1924: Claire 1924: Königsliebchen 1924: Im Namen des Kaisers 1924: Rex Mundi 1925: Die vom Niederrhein (2 Teile) 1925: Die Feuertänzerin 1925: Der Bastard 1925: Wallenstein (2 Teile) 1925: Der Mann, der sich verkauft 1925: Herrn Filip Collins Abenteuer 1925: Bismarck, 1. Teil 1926: Die Brüder Schellenberg 1926: Die Gesunkenen 1926: Ich hatt’ einen Kameraden 1926: Menschen untereinander 1926: Das Panzergewölbe 1926: Jagd auf Menschen 1926: Es blasen die Trompeten 1926: Fedora 1926: Der Mann seiner Frau 1926: Kubinke, der Barbier, und die drei Dienstmädchen 1926: Frauen, die den Weg verloren 1926: Hölle der Liebe 1926: Was ist los im Zirkus Beely? 1927: Mädchenhandel – Eine internationale Gefahr 1927: Der Himmel auf Erden 1927: Der Kampf des Donald Westhof 1927: Ein Mordmädel 1927: Ein Mädel aus dem Volke 1927: Was die Kinder ihren Eltern verschweigen 1927: Wochenendzauber 1927: Die Vorbestraften 1927: Der Herr der Nacht 1927: Die Welt ohne Waffen 1927: Das Fräulein von Kasse 12 1928: Die Dame in Schwarz 1928: Du sollst nicht stehlen 1928: Panik 1928: Ungarische Rhapsodie
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 288 f.
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