Mori Sumio (jap. , eigentlich: ; * 28. Februar 1919 in Nagasaki oder Himeji; † 18. August 2010 in Tokio) war ein japanischer Haiku-Dichter und Mitglied der japanischen Akademie der Künste.

Leben Mori Sumio wurde in Nagasaki, einigen Quellen zufolge jedoch im Gebiet Aboshi der Stadt Himeji, Präfektur Hyōgo geboren. Während seines Besuches der höheren Handelsschule wurde er von Katō Shūson in der Haiku-Dichtung unterwiesen.

1940 beteiligte er sich an der Gründung der Haiku-Zeitschrift Kanrai (, dt. „Winterdonner“) Shūsons und war später Mitglied der Redaktion.

1942, nach Abschluss eines Studiums der Wirtschaftswissenschaft an der Kaiserlichen Universität Kyūshū, wurde er zum Kriegsdienst einberufen und nahm ab 1944 an mehreren Kampfeinsätzen teil. 1946 kehrte er in das zivile Leben zurück und trat 1947 eine Anstellung als Lehrer an der Mädchenoberschule Tosu der Präfektur Saga (jap. Schulname: , Saga-kenritsu Tosu kōtō jogakkō) an. Später wechselte er an die Oberschule Toshima der Präfektur Tokio (jap. Schulname: , Toritsu Toshima kōtō gakkō).

1954 veröffentlichte er seine erste Haiku-Zusammenstellung Yukitsubute (, dt. „Schneeball“).

1970 gründete er eine eigene Haiku-Zeitschrift, betitelt Sugi (, dt. „Zeder“), und übernahm die Leitung der Redaktion.

Im weiteren Verlauf seines literarischen Schaffens erhielt Mori zahlreiche Preise und Auszeichnungen: 1977 wurde die Haiku-Zusammenstellung Riso () mit dem Yomiuri-Literaturpreis (, Yomiuri-bungaku-shō) und 1987 die weitere Haiku-Zusammenstellung Shien () mit dem Dakotsu-Preis (, Dakotsu-shō) gewürdigt. Ebenfalls 1987 wurde er mit der Medaille am violetten Bande (, Shiju-hōshō) ausgezeichnet. 1993 folgte eine Auszeichnung mit dem kleinen Orden der Aufgehenden Sonne. 1997 erhielt er für Kakan () und Haiku no inochi () den kaiserlichen Preis der Japanischen Akademie der Künste, in die er gleichen Jahres als Mitglied aufgenommen wurde. 2001 wurde ihm der Orden des Heiligen Schatzes dritter Klasse verliehen. 2005 wurde er zum Bunka Kōrōsha erklärt (, Definition: Person, die sich um die Kultur in bedeutendem Maße verdient gemacht hat; verbunden hiermit ist neben der Ehre der Auszeichnung ein Rentengeld auf Lebenszeit).

Thema zahlreicher seiner Haiku ist das alltägliche Leben, insbesondere die Zuneigung zur Ehefrau oder die Verbindung zwischen Ehemann und Ehefrau.

Mori war für Auswahl und Kritik von Haiku für die Yomiuri-Zeitung verantwortlich. Seine Kommentierungen sind bekannt für die eingehenden Erklärungen vorkommender Eigennamen.

Mori starb im August 2010 im Alter von 91 Jahren nach einer mehrmonatigen Phase des Unwohlseins in einem Krankenhaus in Tokio an einer Lungenentzündung.

Werke Titel Verlag Ort DatumKagan Bokuyōsha Tokio 1969Mori Sumio haironshū Nagata Shobō Tokio 1971Fuō Nagata Shobō Tokio 1973Mori Sumio kushū Gogatsu Shobō Tokio 1976Yūhō Rippū Shobō Tokio 1980Haiku-yūshin Gogatsu Shobō Tokio 1980Oumi Unotatsuyama Bunko Tokio 1982Kararo Unotatsuyama Bunko Tokio 1983Sumio haiwa-hyakudai Nagata Shobō Tokio 1984Mori-Sumio-haiku-juku Bunka Shuppankyoku Tokio 1984Haiku-yūsō Kōdansha Gakujutsu Bunko Tokio 1987Haiku to yugyō Fujimi Shobō Tokio 1987Shi no shinjitsu: haiku-jissaku-sakuhō Kadokawa Shoten Tokio 1987Shoshō Kadokawa Shoten Tokio 1989Haijin-kuwa: gendai-haijintachi no fūbō to shisei Kadokawa Shoten Tokio 1989Hana wa mina Furansudō Mitaka 1990Mori Sumio haiwa-gojūdai Nagata Shobō Tokio 1993Medetasa no bungaku Yūshorin Tokio 1994Haiku kono yutaka naru mono Yūshorin Tokio 1994Mori Sumio saijiki Kashinsha Tokio 1995Shien Yūshorin Tokio 1996Haiku no inochi Kadokawa Shoten Tokio 1998Haiku no yutakasa: Mori Sumio taidanshū Asahi Shimbunsha Tokio 1998Kakan Asahi Shimbunsha Tokio 1998Koto-yūyū Furansudō Chōfu 1999Mite wasuru Kakūsha Tokio 1999Haiku ni manabu Kadokawa-shoten Tokio 1999Mandarage Asahi Shimbunsha Tokio 2000Tenjitsu Asahi Shimbunsha Tokio 2001Mori Sumio kushū Geirin Shobō Chōfu 2002Yūshin Ueppu Tokio 2003Kyoshin Bungaku no mori Tokio 2004Shin: Sumio haiwa-hyakudai Nagata Shobō Tokio 2005

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