Frohnhof (, fränkisch: Fro-huhfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 79. Dort folgendermaßen transkribiert: „frohūf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Frohnhof liegt in der Gemarkung Vestenberg.
Geografie Der Weiler liegt an einer Steigung; dort entspringt ein linker Zufluss des Rippbachs, der seinerseits ein linker Zufluss des Haselbachs ist. 0,5 km nordwestlich liegt der Buchendwald, 0,5 km nordöstlich der Kindlerswald und 0,5 km südöstlich liegt das Waldgebiet Himmelreich. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Vestenberg (1 km östlich), nach Külbingen (1,2 km südlich) und Thurndorf (1,1 km westlich).
Geschichte Der Ort hieß ursprünglich „Ronhof“ bzw. „Ranhof“.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 483.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 79, führt einen Beleg von 1311 auf, in der von einem „curiam dictam Fronhof“ die Rede ist. Damit ist aber wahrscheinlich nicht dieser Ort gemeint. 1476 war „Rohnhof“ ein Mannlehen der Herren von Vestenberg, die damit 1473/74 den Nürnberger Bürger Peter Volckamer belehnten. Am 9. November 1476 erwarb Hans von Eyb zu Vestenberg den „Rohen Hof“ von Peter Volckamer. Durch Tausch mit einem Hof in Bernhardswinden mit Stefan von Vestenberg wurde Hans von Eyb schließlich auch Lehensherr des Hofes. Während des Dreißigjährigen Kriegs verödete der Hof. Im Jahre 1649 ließ Hans Christoph von Eyb den Hof zu einem Herrensitz aufbauen. 1678 wurde das Anwesen erstmals als „Frohnhof“ bezeichnet, wohl in Anlehnung an das mittelhochdeutsche Wort „vrôn“ (= Herr). Das Rittergut Frohnhof entstand erst 1724.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 1, S. 481 f.
In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Fronhoff, Ein dem Herrn von Eyb zugehöriger Hoff, samt 2. neben Güthlein, seind nach Vestenberg gepfarret, gehören aber mit dem Leichten [= Beerdigung] gleich Vestenberg zur Pfarr Haßlach. Die Vogthey gehört dem Herrn von Eyb, die Hochfraischl[iche] hohe Obrigkeit aber, dem allhiesigen Ober- und Castenamt Anßpach.“Zitiert nach
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frohnhof fünf Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Frohnhof im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Frohnhof. Alle Anwesen hatten das Rittergut Frohnhof als Grundherrn. Neben den Anwesen gab es als herrschaftliche Gebäude die Amtsdienerwohnung und das Forsthaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 856. Das Rittergut Frohnhof gehörte zum Ritterkanton Altmühl. Es hatte auch über Frankendorf, Langenloh und Wustendorf die Dorf- und Gemeindeherrschaft inne, und die Grundherrschaft über insgesamt 60 Anwesen, die sich in folgenden Orten verteilten (in Klammern ist die Zahl der Anwesen angegeben): Adelmannsdorf (4), Bernhardswinden (1), Eyb (5), Frankendorf (7), Frohnhof (5), Immeldorf (6), Kaltengreuth (2), Kleinhaslach (1), Külbingen (12), Langenloh (4), Malmersdorf (1), Rückersdorf (1), Schönbronn (1), Weiherhof (1) und Wustendorf (9).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 822. Auch nach der Säkularisation (1803) hatte das Rittergut Frohnhof über seine Anwesen bis 1836 das Patrimonialgericht inne.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 971.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 1013. Es gab zu dieser Zeit vier Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 2, Sp. 227.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Frohnhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Petersaurach eingegliedert.
Baudenkmäler Haus Nr. 1 (Schlösschen): zweigeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit Krüppelwalmdach und Stichbogenportal mit gerader Verdachung. Zugehörige ehemalige Zehntscheune des 18. Jahrhunderts, eingeschossig mit rustizierten Ecklisenen und Mansarddach Haus Nr. 2: Scheune, wohl schon des 18. Jahrhunderts, eingeschossiger Fachwerkbau mit KrüppelwalmG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. S. 95. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 29 39 38 33 33 37 32 56 46 37 31 38 37 26HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 6 7 6 7 6 6 6 6 Quelle
Religion Frohnhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Maria (Großhaslach) gepfarrt, seit 1578 ist die Pfarrei St. Laurentius (Vestenberg) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 sind sie nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach !