mini|Feuerwehrhaus mini|Im Winter mini|Von Petersaurach kommend

Altendettelsau (fränkisch: Dedlsa bzw. AldndedlsaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 38.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Das Dorf liegt im Tal des Heiligenbächls. 0,5 km südöstlich liegt die Flur Zeileck. Die Kreisstraße AN 19 führt nach Petersaurach zur Staatsstraße 2412 (2 km nordwestlich) bzw. nach Neuendettelsau (1,3 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Geichsenhof (1,6 km östlich) und Ziegendorf (1,8 km südwestlich).

Gemarkung Die Gemarkung Altendettelsau hat eine Fläche von 3,872 km². Sie ist in 359 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.786,44 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Ziegendorf.

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1141 in der päpstlichen Bulle, in der die Gründung des Klosters Heilsbronn bestätigt wurde. Unter anderem war es zu dieser Zeit in „Tetelesowe“ begütert. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Tettilî(n), eine Verkleinerungsform des Personennamens Tato/Teto, das Grundwort ist Aue. Im Würzburger Lehenbuch, das zwischen 1303 und 1313 entstand, wurde der Ort erstmals „Altentetelsaw“ genannt zur Unterscheidung des zwei Kilometer südöstlich gelegenen Neuendettelsau. Die Herren von Heideck übten zu dieser Zeit im Ort die Vogtei über ein Lehen aus.Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbücher 1. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 187.

Im Jahre 1318 bestand der Ort aus sechs Anwesen, die alle dem Nürnberger Patrizier Berthold Pfinzing als Lehen des Würzburger Hochstifts gehörten. Von Heilsbronnern Gütern ist zu dieser Zeit nicht mehr die Rede.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 353. Im Jahre 1364 erwarb das Kloster Heilsbronn von den Pfinzings zwei Anwesen (einen Hof, ein Lehen).M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 353 f. Um 1450 gelangten drei Anwesen an die Herren von Eyb zu Vestenberg. Im Jahre 1518 gelangte nochmals ein Anwesen, das zwischenzeitlich den Herren von Seckendorff gehörte, an die Eyber.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 359.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach von 1608 wurden für Altendettelsau sieben Mannschaften verzeichnet: Zwei Höfe und ein Gut unterstanden dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, zwei Höfe und ein Gut den Herren von Eyb zu Neuendettelsau und ein Hof den Herren von Vestenberg. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 7. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 729. Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn von 1608 wurden nur zwei Heilsbronner Anwesen angegeben (ein Hof und ein Köblergut).Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 4. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 736.

In den Jahren 1718 und 1728 wurden zwei Anwesen errichtet, die dem Kastenamt Windsbach unterstanden.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 358. In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 heißt es: „Weiler, 1 Castenamt Windsbachisches Guth und neuerbautes Würthshäußlein, item 2 Halbhöff und ein Guth, so in das Verwalteramt Heilsbronn gehören, dann 3 adelich Crailsheim-Rüglandische Unterthanen samt 1 gemeinen Hirtenhauß.“Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 120/II, 69 III Vetter OA Windsbach S. 69. Zitiert nach M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 352.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Altendettelsau acht Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Klosterverwalteramt Heilsbronn: 2 Halbhöfe, 1 Gütlein; Kastenamt Windsbach: 1 Halbhof, 1 Haus mit Schmiede) und das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (1 Hof, 2 Halbhöfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 828.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 69. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.

Im Jahre 1806 kam Altendettelsau an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Altendettelsau dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Altendettelsau, zu der Froschmühle und Ziegendorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Altendettelsau zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 976. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,018 km².

Von 1900 bis 1922 gab es bei Altendettelsau eine Bedarfshaltestelle der Bahnstrecke Wicklesgreuth–Windsbach. Wegen geringer Inanspruchnahme wurde diese wieder aufgelöst.

Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Altendettelsau und Ziegendorf wurden nach Petersaurach umgegliedert, die Froschmühle kam zu Neuendettelsau.

Historische Ortskarte

Bodendenkmäler In der Gemarkung Altendettelsau gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Altendettelsau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 115 127 141 145 131 131 138 146 157 165 150 158 152 143 143 147 151 148 128 188 173 155 127 172HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1807 und 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 21 21 24 25 26 25 27 24 26 Quelle Für die Gemeinde Altendettelsau zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Froschmühle (S. 27) und Ziegendorf (S. 107).

Ort Altendettelsau Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 54 59 62 67 72 90 83 79 93 68 75 70 72 80 111Häuser 10 10 10 13 13 14 13 13 21 Quelle H. Dallhammer: Petersaurach: Dokumentation einer Großgemeinde, S. 104.

Gemeindevorsteher Name Herkunft Amtszeit Johann Michael Pirner Altendettelsau 1833–1840 Johann Leonhard Moll Ziegendorf 1840–1849 Johann Groß Altendettelsau 1849–1860 Johann Endres Ziegendorf 1860–1864 Johann Leonhard Schwab Ziegendorf 1864–1867 Georg Rottler Altendettelsau 1867–1868 Georg Groß Altendettelsau 1868–1876 Michael Sixtus Schülein Ziegendorf 1876–1896 Johann Michael Meier Altendettelsau 1896–1900 Johann Michael Förster Altendettelsau 1900–1912 Georg Arnold Altendettelsau 1912–1935 Johann Heumann Altendettelsau 1935–1945 Johann Meier Altendettelsau 1945–1960 Martin Franke Altendettelsau 1960–1962 Michael Meier Altendettelsau 1962–1968 Hans Limberger Altendettelsau 1968–1972

Religion Altendettelsau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Franziskus (Neuendettelsau) gepfarrt.

Zwischen Alten- und Neuendettelsau gab es ursprünglich eine Marienkapelle.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1141 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach