mini|St. Mauritius in Gleizendorf

Gleizendorf (fränkisch: Gleitsa-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 82. Dort folgendermaßen transkribiert: „gleitsədorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Gleizendorf liegt in der Gemarkung Großhaslach.

Geografie Nordöstlich des Kirchdorfes liegt Großhaslach und südwestlich Wicklesgreuth. Bei Gleizendorf entspringt ein kleiner Bach, der bei Untermühle in den Haselbach mündet; der Haselbach entspringt etwas südlich davon beim Gleizendorfer Weiher. Östlich des Ortes befindet sich ein Gewerbegebiet, westlich eine Bauschuttdeponie. Bei der Kirche stehen zwei Rotbuchen, die als Naturdenkmal ausgezeichnet sind. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Kreisstraße AN 22 bei Großhaslach (0,8 km östlich) und zur Bundesstraße 14 in der Nähe von Wicklesgreuth (0,7 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1295 als „Glizendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Glizo, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 82. Im 13. Jahrhundert wurde eine dem heiligen Mauritius geweihte Filialkirche errichtet.

Das Kloster Heilsbronn kaufte nach und nach die Gefälle von allen dortigen Höfen (damals sechs). Die Verkäufer waren Edelleute und Nürnberger Patrizier.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 199 ff.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Gleizendorf sechs Mannschaften verzeichnet: Die fünf Höfe und das Köblergut unterstanden dem Klosterverwalteramt Heilsbronn.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737. Im Dreißigjährigen Krieg blieben die sechs Höfe verschont, waren aber danach Jahrzehnte lang unbewohnt und verfielen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 201 ff.

In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Gleizendorf mit Wicklesgreuth eine Realgemeinde. In Gleizendorf gab es sieben Anwesen (4 Höfe, 1 Höflein, 1 Gütlein, 1 Häuslein) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 859.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 332. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 991.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gleizendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großhaslach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Großhaslach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Petersaurach eingemeindet.

Baudenkmal evangelisch-lutherische Filialkirche St. Mauritius

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 61 43 76 74 84 77 87 136 107 109 108 138 135 161HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 13 15 15 15 17 20 30 Quelle

Religion Gleizendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1976 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ersterwähnung 1295 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)