Langenloh (fränkisch: LangalaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 121. Dort folgendermaßen transkribiert: „langəla“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Langenloh liegt in der Gemarkung Herpersdorf.
Geografie Unmittelbar westlich des Dorfes fließt das Dorfbächlein, ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat. Im Westen grenzt der Lichtenauer Forst an, im Südwesten folgen die Waldgebiete Birkenbusch und Fürstenloh. 1 km nordöstlich liegt der Sandbühl. Durch Langenloh verläuft die Staatsstraße 2412, die nach Petersaurach (2,7 km östlich) bzw. nach Herpersdorf (1,3 km südwestlich) führt. Die Kreisstraße AN 10 führt nach Wicklesgreuth (1 km nördlich), eine Gemeindeverbindungsstraße nach Büschelbach (1,4 km südlich). Am Ortsausgang in Richtung steht ein Eichensiebenling, der als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Geschichte Der Ort wurde erstmals 1166 als „Langenloch“ urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet bei dem lang gestreckten Gehölz.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 121.
Schon vor 1249 erwarb das Kloster Heilsbronn dort ein Gut.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 232. Daneben waren die Herren von Heideck im Ort begütert. 1435 verkauften sie ihren Besitz – darunter 1 Hof und 2 Güter in Langenloh – an Martin von Eyb.H. Dallhammer: Petersaurach: Dokumentation einer Großgemeinde, S. 164.
Im Salbuch des Pflegamts Lichtenau von 1515 werden für Langenloh 6 Untertansfamilien angegeben: 1 Untertan unterstand der Reichsstadt Nürnberg, 1 Untertan dem Kloster Heilsbronn, 1 Untertan Albert Linck zu Schwabach und 3 Untertanen den Herren von Eyb.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744.
Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurde für Langenloh nur der Bauernhof angegeben, der dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstand. Die Anwesen anderer Grundherrn werden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738.
Laut der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab 6 Untertansfamilien, von denen zwei nürnbergisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 747.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Langenloh acht Anwesen und ein Hirtenhaus der Kommune. Das Hochgericht übte das Pflegamt Lichtenau der Reichsstadt Nürnberg aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb inne. Grundherren waren das Rittergut Frohnhof (3 Halbhöfe, 1 Gut), das Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Hof), die Kirche Immeldorf (1 Wirtsgut) und der Nürnberger Eigenherr von Stromer (1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 879.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Langenloh dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sachsen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sachsen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Langenloh in die neu gebildete Ruralgemeinde Herpersdorf umgemeindet. Diese wurde am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Langenloh wurde nach Petersaurach eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 995.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 71 55 68 61 72 64 71 165 212 190Langenloh: 54 Einwohner; Langenloh-Nord: 136 E. 110 116 120 101HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 10 9 10 12 11 21 37 36 Quelle
Religion Seit der Reformation ist Langenloh evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Seit 1929 gehören sie zu St. Peter (Petersaurach). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1976 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.
Bildergalerie
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ersterwähnung 1166