Die drei Musketiere (französisch: Les Trois Mousquetaires) ist ein Roman von Alexandre Dumas dem Älteren in Zusammenarbeit mit Auguste Maquet. Er wurde 1844 veröffentlicht und ist der erste Teil einer Trilogie über d’Artagnan und seine drei Freunde Athos, Porthos und Aramis, die zu den Musketieren der Garde gehören. Die Folgebände heißen Zwanzig Jahre danach und Der Vicomte von Bragelonne oder Zehn Jahre später.

Publikationsgeschichte miniatur|D’Artagnan und die drei Musketiere, Illustration von 1894 Der Roman basiert auf Les Mémoires de d’Artagnan (D’Artagnans Erinnerungen) (1700) von Gatien de Courtilz de Sandras.Gatien de Courtilz de Sandras: Mémoires de Monsieur d’Artagnan, capitaine lieutenant de la première compagnie des Mousquetaires du Roi, Chez Pierre Marteau, Köln 1700, Er wurde vom 14. März bis zum 14. Juli 1844 kapitelweise in der Zeitung Le Siècle veröffentlicht und erschien im Jahr darauf erstmals als Buch. Dumas hatte zunächst den Romantitel „Athos, Porthos & Aramis“ vorgesehen, der dem Feuilleton-Redakteur Desnoyers von Le Siècle jedoch zu kompliziert erschien. Er schlug den Namen „Die drei Musketiere“ vor, der von Dumas auch wegen des absurden Umstands akzeptiert wurde, dass der Roman eigentlich die Geschichte des vierten Musketiers erzählt. Der Roman wurde vielfach ins Deutsche übertragen, zuerst 1844 von Wilhelm Ludwig Wesché. Im 20. Jahrhundert war er die Vorlage für zahlreiche Verfilmungen.

Im Jahr 1845 verfasste Dumas die Fortsetzung Vingt ans après (Zwanzig Jahre danach). Sie spielt während des Bürgerkriegs der Fronde, in dem die vier Freunde auf verschiedenen Seiten kämpfen. Im Jahr 1847 erschien schließlich der dritte Teil, Le Vicomte de Bragelonne ou Dix ans plus tard (Der Vicomte von Bragelonne oder Zehn Jahre später), der die Geschichte vom Mann mit der eisernen Maske erzählt. Im Roman ist der Unbekannte Philippe, der Zwillingsbruder des Königs, der in der Bastille gefangen gehalten wird und dessen wahre Identität die Maske verbergen soll. Auch dieses Werk wurde mehrfach verfilmt.

Handlung Paris Im April des Jahres 1625 bricht der junge Gascogner d’Artagnan nach Paris auf, um Mitglied der Musketiere der Garde zu werden. In der Stadt Meung macht sich Rochefort, ein Spion des Kardinals Richelieu, über d’Artagnans Pferd lustig, was zu einer Auseinandersetzung führt. D’Artagnan wird verprügelt, und Rochefort stiehlt ihm sein Empfehlungsschreiben. Doch d’Artagnan sieht, wie Rochefort einer Frau, Lady de Winter, Anordnungen Richelieus überbringt. Lady de Winter ist ebenfalls eine Spionin des Kardinals.

In Paris wird d’Artagnan bei dem Hauptmann der Musketiere, Monsieur de Tréville, vorstellig, doch dieser kann ihm keinen Platz in der Musketiersgarde geben, denn man muss besondere Verdienste dafür vorweisen oder in einer anderen Kompanie gedient haben. Vom Fenster Trévilles aus bemerkt d’Artagnan Rochefort auf der Straße und stürzt aus dem Hauptquartier, um seinen „Mann aus Meung“ einzuholen. Auf der Treppe prallt er gegen die verletzte Schulter von Athos, verwickelt sich draußen in dem Mantel von Porthos und zieht vor einer Taverne ein kompromittierendes Taschentuch unter Aramis’ Fuß hervor, was ihm drei Duelle mit diesen Musketieren einbringt.

Duelle sind durch ein Edikt des Königs Ludwig XIII. verboten, und so versuchen die Kardinalsgarden, als sie die vier Duellanten überraschen, die Musketiere festzunehmen. Die Musketiere ergeben sich nicht, obwohl sie in der Minderheit sind. D’Artagnan schlägt sich auf die Seite der Musketiere, und nach einem hart erkämpften Sieg wird er von Athos, Porthos und Aramis als Freund angenommen. Tréville vermittelt d’Artagnan einen Platz in der Kompanie von Monsieur des Essarts im Régiment des Gardes françaises.

Die Diamantspangen Der junge Gascogner verliebt sich in die Frau seines Vermieters, Constance Bonacieux. Diese ist Kammerfrau bei der Königin Anna von Österreich und vermittelt zwischen der Königin und dem Herzog von Buckingham, der aufgrund eines von Richelieu gefälschten Briefes nach Paris kommt. Buckingham und die Königin treffen sich zu einem Stelldichein und Anna überreicht Buckingham zwölf Diamantspangen als Andenken. Um Anna des Ehebruchs zu überführen und weitere Informationen zu erlangen, lässt Richelieu Monsieur Bonacieux verhaften. Als dieser vor den Augen der Musketiere abgeführt wird, erkennen sie die Größe der Intrige, in die sie geschlittert sind, und schwören sich „Einer für alle, alle für einen“.

Richelieu überzeugt den König, ein Fest zu geben, an dem die Königin die Diamantspangen tragen soll. Gleichzeitig schickt er Lady de Winter nach England, um Buckingham zwei der Spangen zu stehlen, so dass er sicher sein kann, dass die Königin die Spangen am Fest nicht tragen kann. Die Königin beauftragt Constance Bonacieux, jemanden zu finden, der die Broschen zurückbringt. Constance versucht zuerst, ihren Mann dafür zu gewinnen, aber dieser, von Richelieu inzwischen als Spion angeworben, verrät ihr Vorhaben dem Kardinal. Und so werden die vier Freunde, die den Auftrag übernehmen, von den Schergen des Kardinals verfolgt.

Unterwegs unterliegt Porthos im Duell einem scheinbar Betrunkenen, Aramis wird angeschossen und Athos als Falschmünzer angeklagt. Nur d’Artagnan kann sich bis nach England durchschlagen. Er erreicht den Herzog von Buckingham, dieser lässt binnen einer Nacht zwei Spangen nachmachen, und d’Artagnan kehrt mit den Diamantspangen gerade noch rechtzeitig nach Paris zurück.

In der Zwischenzeit ist Constance von Richelieu entführt worden. Bevor d’Artagnan sich jedoch auf die Suche nach ihr macht, versucht er, seine Freunde wiederzufinden. Diese befinden sich noch dort, wo er sie verließ: Porthos ist verletzt, Aramis bereit, in ein Kloster einzutreten – wovon ihn d’Artagnan aber dank eines Briefes von Aramis’ Geliebter, Madame de Chevreuse, abbringt –, und Athos stark betrunken in einem Keller eingesperrt. Sie kehren zusammen nach Paris zurück, wo Monsieur de Tréville ihnen eröffnet, dass ihre jeweiligen Truppen an der Belagerung von La Rochelle teilnehmen werden. Während die drei Musketiere und die Garde sich auf die Jagd nach ihrer Ausrüstung machen, trifft d’Artagnan den Schwager von Milady, Lord de Winter, mit dem er sich duelliert. Er lässt ihm das Leben, und Lord de Winter lädt ihn zu seiner Schwägerin ein. D’Artagnan macht Milady den Hof, sie verhält sich zunächst freundlich. Da nutzt d’Artagnan die Dunkelheit und gibt sich als ihr Geliebter, de Wardes, aus. Er verbringt eine Nacht mit ihr, will aber auch unter seinem Namen ihre Liebe erhalten und fälscht deswegen einen Brief de Wardes’. Daraufhin verbringt Milady mit d’Artagnan die Nacht und versucht, ihn zur Rache an de Wardes aufzustacheln. Doch d’Artagnan gesteht ihr die Beischlaferschleichung, woraufhin Milady versucht, ihn zu töten. Im Kampf zerreißt ihr Nachthemd, und d’Artagnan sieht das Brandmal der Lilie auf ihrer Schulter.

Er erkennt, dass Milady Athos’ Ehefrau ist, die dieser vor mehreren Jahren eigenhändig erhängt zu haben glaubte, als er nach ihrer Hochzeit die Lilie auf ihrer Schulter als Brandzeichen entdeckte.

La Rochelle Zunächst befindet sich d’Artagnan ohne seine drei Kameraden, die als Musketiere immer in der Nähe des Königs zu sein haben, bei seinem Regiment vor La Rochelle. Der König war erkrankt und kann deswegen noch nicht an der Belagerung teilnehmen. D’Artagnan findet fast den Tod in einem Hinterhalt, den Milady als Rache angezettelt hat. Auch einem zweiten Mordanschlag mit vergiftetem Wein entkommt er nur knapp, doch einer der Handlanger Miladys stirbt daran, im selben Moment, in dem auch die Musketiere endlich das Lager erreichen. Sie erkennen, wie gefährlich Lady de Winter ist.

Eines Abends folgen Athos, Porthos und Aramis Richelieu zu einer Herberge, in der er Lady de Winter trifft. Der Kardinal verlangt von ihr, sie solle mit Buckingham Verhandlungen aufnehmen, um das Eingreifen der Engländer in die Kriegshandlungen zu verhindern, und wenn der Herzog nicht dazu bereit sei, solle sie ihn töten. Dazu gibt er ihr einen Freibrief. Sie verlangt als Gegenleistung d’Artagnans Kopf. Die Musketiere hören das Gespräch durch ein kaputtes Ofenrohr mit, und Athos erkennt die Stimme seiner Frau. Als der Kardinal die Herberge wieder verlassen hat, kehrt Athos zu Lady de Winter zurück und verlangt von ihr die Herausgabe des Freibriefs.

Da sie im Lager nicht offen reden können, veranstalten die drei Musketiere und d’Artagnan ein vom Kampf umtobtes Picknick in einer Bastion nahe bei La Rochelle. Unter dem Feuer der Feinde beschließen sie, an Lord de Winter, den Schwager Miladys, zu schreiben und ihm Lady de Winters Pläne zu offenbaren, damit er sie bei ihrer Ankunft in England festnimmt. Außerdem schreibt Aramis einen Brief an seine Geliebte, damit sie sich bei der Königin nach dem Verbleib von Constance Bonacieux erkundigt. Zurück im Lager werden sie als Helden gefeiert, und d’Artagnan wird endlich Musketier.

Constance Lady de Winter wird bei ihrer Ankunft in England tatsächlich von ihrem Schwager festgenommen, doch sie kann ihren Wärter John Felton verführen und ihn dazu bringen, Buckingham zu erstechen. Sie kehrt nach Frankreich zurück und versteckt sich in demselben Kloster, in dem auch Constance Bonacieux Schutz gesucht hat. Nach der Belagerung von La Rochelle machen sich die Musketiere – die jetzt vier sind – auf die Suche nach Constance, deren Aufenthaltsort sie von Madame de Chevreuse erfahren haben. Doch sie kommen zu spät, Lady de Winter hat die junge Frau aus Rache an d’Artagnan vergiftet und ist geflohen. Constance stirbt in d’Artagnans Armen.

Athos schwört Rache und beauftragt den Henker von Lille, Lady de Winter zu töten. Als Beweis, dass er das Recht hat, über sie zu richten, zeigt er dem Henker den Freibrief des Kardinals. Die Musketiere und Lord de Winter, der Lady de Winter nachgereist ist, finden die Mörderin in Armentières und sprechen sie einstimmig schuldig. Der Henker schlägt ihr den Kopf ab und versenkt ihren Körper in der Lys. Richelieu will die Musketiere für ihre Taten bestrafen, doch d’Artagnan zeigt auch ihm seinen eigenen Freibrief. Daraufhin übergibt der Kardinal ihm ein Leutnantspatent für eine Stelle bei den Musketieren. Der Name ist noch frei. Nachdem seine Freunde auf d’Artagnans Fragen hin ablehnen, schreibt endlich Athos d’Artagnans Namen in das Papier.

D’Artagnan duelliert sich drei Mal mit Rochefort und befreundet sich schließlich mit ihm. Die Wege der Freunde jedoch trennen sich: Porthos heiratet eine reiche Witwe, Aramis tritt in ein Kloster ein, und Athos zieht sich auf eine Grafschaft zurück, die er geerbt hat. Nur d’Artagnan bleibt als Leutnant bei den Musketieren.

Zwanzig Jahre danach Die Suche nach den verlorenen Freunden Zwanzig Jahre nach den Ereignissen, die in den drei Musketieren geschildert wurden, macht sich d’Artagnan, immer noch Leutnant der Musketiere, auf Geheiß Mazarins auf, um seine Freunde zu suchen. Es ist die Zeit der Fronde und Mazarin versucht, sich mit treuen und vor allem kampferprobten Männern zu umgeben. Doch nur Porthos, Chevalier du Vallon de Bracieux et de Pierrefonds, willigt ein, d’Artagnan zu folgen. Er ist inzwischen Witwer und langweilt sich auf seinen Besitztümern, jede Abwechslung ist ihm willkommen, umso mehr, da d’Artagnan ihm den Titel eines Barons verspricht, wenn er Mazarin treu dient. Aramis, Chevalier d’Herblay und Abbé in einem Kloster in Noisy-le-Sec, erklärt, er sei zu weltabgewandt, um die Waffen wieder zu ergreifen, doch d’Artagnan entdeckt, dass er der Geliebte von Madame de Longueville, einer Frondeuse, ist, mit der er am Ende des Romans auch einen Sohn haben wird. Athos, Comte de la Fère et de Bragelonne, lebt mit seinem Sohn, Raoul de Bragelonne, auf dem Gut, das er geerbt hat. Auch er weigert sich, in den Dienst Mazarins zu treten, verschweigt d’Artagnan aber, dass er und Aramis von Rochefort für die Fronde und die Befreiung des Herzogs von Beaufort angeworben wurden.

Mordaunt