Külbingen (fränkisch: KilwingE. Fechter; Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 119 f.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Külbingen liegt in der Gemarkung Vestenberg.

Geografie Beim Dorf entspringt der Rippbach, ein linker Zufluss des Haselbachs. 0,5 km nordöstlich mündet der Höllgraben als rechter Zufluss in den Rippbach. Westlich liegt die Flur Hirn, östlich der Wolfsberg und das Bärental. Ebenfalls westlich liegt das Waldgebiet Streitlach südwestlich befindet sich der Lichtenauer Wald.

Der Ort liegt unmittelbar nördlich der Bundesstraße 14 zwischen Katterbach (1,5 km westlich) und Wicklesgreuth (2,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Frohnhof (1,2 km nördlich), nach Vestenberg (2 km nordöstlich) und zu einer Gemeindeverbindungsstraße zwischen Thurndorf (1 km westlich) und Frohnhof (0,5 km nordöstlich).

Geschichte Die Endung -ingen des Ortsnamens lässt darauf schließen, dass der Ort schon während der Völkerwanderungszeit im 7. Jahrhundert gegründet wurde. Georg Rusam geht aber davon aus, dass der Ort aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit und der ungünstigen Lage zu den Spätsiedlungen zu rechnen ist. - Wikisource.org Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Siedlung 1357 als „Kulbinggen“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Cholbo, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.

Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurde für Külbingen nur ein Köblergut verzeichnet, das diesem unterstand. Alle übrigen Anwesen unterstanden dem Rittergut Vestenberg der Herren von Eyb.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 744.

In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Ein Weyler, worinnen 9. Anßpachl. zum Schloß Vestenberg gehörige Unterthanen, 9. Adelich Eybische, 1. Stiftamt Anßpachischer und 1. Nürnberg Lichtenauischer Hintersaß, samt 1. gemeinen Hürtenhauß, seind nach Sachsen gepfarret und den Zehenden zum Schloß Vestenberg zu geben schuldig, als wohin auch die Vogthey und Gemeindsherrschaft gehörig, die Hochfraischl. hohe Obrigkeit aber, hat dieß Orts das allhiesige Ober- und Castenamt Anßpach.“Zitiert nach H. Dallhammer: Petersaurach: Dokumentation einer Großgemeinde. S. 182.

In der Beschreibung des Pflegamtes Lichtenau von 1748 wurden für Külbingen 19 Untertansfamilien verzeichnet: eines unterstand der Hauptmannschaft Sachsen des Pflegamtes, der Rest unterstand anderen Grundherren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 746.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Külbingen 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Vestenberg. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Vogtamt Vestenberg: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Wirtschaft, 2 Güter, 1 Gut mit Backrecht, 2 Gütlein, 1 Schmiedgut, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Halbhof, 2 Leerhäuser), das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb (1 Hof, 1 Halbhof, 4 Güter, 2 Gütlein, 2 Halbgütlein, 2 Halbhäuser) und das Pflegamt Lichtenau (1 Gütlein). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 878. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 1012 f. Es gab zu dieser Zeit 23 Untertansfamilien, von denen 13 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 3, Sp. 241.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Külbingen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 961. Am 1. Mai 1978 wurde Vestenberg (mit Külbingen) im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Petersaurach eingegliedert. Im Jahre 1994 wurde mit der Dorferneuerung und der Flurbereinigung begonnen.

Bodendenkmal Östlich von Külbingen wurden Funde aus der Mittleren Steinzeit gemacht, die bis 10.000 v. Chr. datiert werden.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 171 158 189 181 165 175 165 242 198 208 204 236 238 261HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 29 30 32 30 30 34 39 55 Quelle

Religion Külbingen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt, seit 1809 ist die Pfarrei St. Laurentius (Vestenberg) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.

Literatur

Weblinks

kuelbingen.de

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ersterwähnung 1357