miniatur|Die neogotischen Westtürme des Rheingauer Domes von Philipp Hoffmann miniatur|Südansicht
Rheingauer Dom wird die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Geisenheim im Rheingau genannt (Bischof-Blum-Platz 1, 65366 Geisenheim).
Geschichte Die spätgotische Hallenkirche entstand größtenteils 1510 bis 1518, unter dem Mainzer Dombaumeister Johann von Hattstein,Adam Gottron: Hattstein, Johann von in: Neue Deutsche Biographie, Band 8, 1969, S. 61 (Online-Ansicht). als Nachfolgebau einer 1146 erstmals erwähnten romanischen Kirche. Nachdem 1829 die noch aus der romanischen Entstehungszeit stammenden Westtürme wegen Baufälligkeit abgerissen wurden, nahm der in Geisenheim geborene Baumeister Philipp Hoffmann 1834 bis 1838 einen neogotischen Umbau vor. Neben dem Neubau der nunmehr 46 Meter hohen Türme wurde die Wölbung des Langhauses verändert.Baedeker Wiesbaden Rheingau, 2001, ISBN 3-87954-076-4, S. 115. Die Bezeichnung Dom erhielt der Bau aufgrund seiner Größe und Bedeutung im Vergleich zu anderen Kirchen der Region. Sitz eines Bischofs war er nie.
Seit 2015 ist der Rheingauer Dom die Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei Heilig-Kreuz-Rheingau einer sogenannten Pfarrei neuen Typs. Zu ihr gehören, neben Geisenheim, folgende Ortskirchen mit den jeweiligen Kirchorten: Heilig-Kreuz in Assmannshausen St. Petronilla in Aulhausen St. Hildegard in Eibingen St. Johannes der Täufer in Johannisberg St. Martin in Lorch St. Bonifatius in Lorchhausen St. Laurentius in Presberg St. Katharina in Ransel St. Jakobus in Rüdesheim St. Anna in Sauerthal St. Michael in Stephanshausen St. Antonius in Wollmerschied.
Ausstattung Aus der Zeit der Spätgotik erhalten ist noch das Netzgewölbe des Chores sowie der sogenannte Dreikönigsaltar. 1886 wurde der neogotische Hochaltar eingefügt.
Orgel Die Orgel wurde 1842 von den Gebrüdern Stumm erbaut. Das Instrument hat 31 Register auf zwei Manualen und Pedal. Im Rahmen einer grundlegenden Restaurierung wurden Umbauten rückgängig gemacht und die Orgel wieder in den Ursprungszustand versetzt. Zahlreiche Register von Stumm sind original erhalten.Nähere Informationen zur . miniatur|Prospekt der Stumm-Orgel
I Unterwerk C–g3 1. Principal 8′ (S) 2. Bourdon B/DTeilung zwischen h0 und c1 8′ (S) 3. Flautraver Dbeginnt bei c1 8′ 4. Octav 4′ (S) 5. Spitzfloet 4′ (S) 6. Gamb 4′ 7. Quint 3′ 8. Rohrfloete 4′ (S) 9. Octav 2′ 10. Mixtur III 11. Krummhorn 8′ II Hauptwerk C–g3 12. Principal 16′ (S) 13. Principal 8′ (S) 14. Cornet V D (S) 15. Gedackt 8′ (S) 16. Solicional 8′ 17. Viola de Gamba 8′ (S) 18. Octav 4′ (S) 19. Quintatoene 8′ (S) 20. Solicional 4′ (S) 21. Quint 3′ (S) 22. Flaut 4′ (S) 23. Super-Octav 2′ (S) 24. Mixtur IV (S) 25. Trompet B/D 8′ Pedal C–c1 26. Subbaß 16′ (S) 27. Violon 16′ (S) 28. Octav-Baß 8′ (S) 29. Violoncell 8′ (S) 30. Octav 4′ (S) 31. Posaune-Baß 16′ Anmerkungen (S) = Original erhaltenes Register von Stumm
Glocken Das vierstimmige Geläut des „Rheingauer Domes“ besteht aus drei historischen und einer modernen Kirchenglocke. Sie hängen in den Holzglockenstühlen der beiden Türme an Holzjochen, die 2011 erneuerten wurden.Glockendatenbank createsoundscape.de
Glocke Name Masse Durchmesser Schlagton(16tel) Gussjahr Glockengießer Hängeort 1 Christus ≈ 2500 kg 1570 mm cis1 -9 1401 unbekannt Nordturm 2 St. Martin ≈ 1300 kg 1300 mm d1 -11 1631 Thomas Simon von Mainz Südturm 3 St. Josef 1231 kg 1230 mm e1 -8 1960 Friedrich Wilhelm Schilling Nordturm 4 Sta. Maria ≈ 800 kg 1080 mm f1 +2 1484 Heinrich Moller / Frankfurt Südturm
Gräber Im Rheingauer Dom sind Friedrich von Stockheim (1462–1528) und seine Frau begraben.
Weitere Bilder
Siehe auch Liste der Klöster und Kirchen im Rheingau
Weblinks
Homepage der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingauer Dom in Geisenheim auf rheingau.de Turmaufnahme des Sondergeläutes in der katholischen Pfarrkirche Heilig Kreuz in Geisenheim
Einzelnachweise
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