mini|St. Laurentiuskirche
Vestenberg (fränkisch: FestnbärchE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 188. Dort folgendermaßen transkribiert: „festnbęrch“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Pfarrdorf grenzt im Osten direkt an Schafhof und im Nordosten direkt an Adelmannssitz. Ein Teil der Ortschaft liegt im Rippbachtal, der größere Teil an der Steigung bis auf die Anhöhe. Der Rippbach ist ein linker Zufluss des Haselbachs (auch Haslach genannt). Im Westen liegt der Kindlerswald und im Südwesten das Waldgebiet Himmelreich.
Gemeindeverbindungsstraßen führen die Kreisstraße AN 10 kreuzend nach Adelmannssitz (0,6 km nordöstlich), nach Schafhof (0,2 km südöstlich), nach Wustendorf zur AN 10 (1,1 km nördlich), nach Frohnhof (1,2 km westlich), nach Külbingen zur Bundesstraße 14 (2,6 km südwestlich) und zur AN 10 nördlich von Wicklesgreuth (1,1 km südöstlich).
Gemarkung Die Gemarkung Vestenberg liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Petersaurach, teils auf dem Gemeindegebiet von Weihenzell. Sie hat eine Fläche von 9,671 km² und ist in 1280 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7555,16 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Adelmannssitz, Frohnhof, Külbingen, Schafhof und Thurndorf.
Geschichte Der Ort wurde 1234 als „Festinberc“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet zu der festen Burg.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 188; K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 200; H. Dallhammer: Petersaurach: Dokumentation einer Großgemeinde, S. 171. Anders Website Petersaurach.de: Hiernach Ersterwähnung 1182.
Der Ort war Sitz der Herren von Vestenberg. Ihr Wappen, der grün-weiß-grüne Schild mit dem Brackenkopf als Helmzier, befindet sich noch auf der Stützmauer in der Ortsmitte. Ihre Burg Vestenberg lag oberhalb des Ortes an der Stelle der heutigen Kirche, nur ein kleines Stück Mauer hat die Zeiten überdauert. Oft wechselte die Burg ihre Besitzer, von den Vestenberg zu den Dornbergern, dann zu den Heideckern und von diesen zu den Herren von Eyb, die sie fast 300 Jahre lang besaßen, bis sie die Herrschaft 1724 an die Markgrafen verkauften. Aus der Zeit der Herren von Eyb ist noch die alte Kapelle von 1466 erhalten, sie dient heute als Gemeindehaus. Während des Bauernkriegs (1524/26) wurde der Ort völlig verwüstet. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort stark in Mitleidenschaft gezogen. Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich in Vestenberg protestantische Flüchtlinge aus Oberösterreich an.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Vestenberg 28 Anwesen (Altes Vogthaus, Schafhof mit Gütlein, 1 Gut, 10 Gütlein, 1 Halbgut, 2 Halbgütlein, 2 Mühlen, 1 Schmiede, 1 Tafernwirtschaft, 1 Bäckersgut, 1 Gütlein mit Badrecht, 6 Leerhäuser). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Vogtamt Vestenberg. Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrgut) und kommunale Gebäude (Schule, Hirtenhaus). Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Es gab zu dieser Zeit 29 Untertansfamilien.
Im Jahr 1806 kam Vestenberg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 der Steuerdistrikt Vestenberg gebildet, zu dem Adelmannssitz, Fessenmühle, Frankendorf, Frohnhof, Külbingen, Schafhof, Thurndorf und Wustendorf gehörten. Die Ruralgemeinde Vestenberg entstand im Jahr 1811Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–1817. Zitiert nach und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden Fessenmühle, Frankendorf und WustendorfNach K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 11, gehörte Wustendorf ursprünglich zur Gemeinde Großhaslach und sei dann am 27. August 1833 nach Bruckberg umgemeindet worden. Bei findet sich dergleichen nichts. Es wird auch durch die einschlägigen Ortsverzeichnisse nicht bestätigt. nach Bruckberg umgemeindet. Im selben Jahr reichte Vestenberg ein Gesuch ein, dies rückgängig zu machen, was jedoch abgelehnt wurde. Ab 1862 war das Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) für Vestenberg zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,467 km².
Am 30. April 1978 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde aufgelöst. Adelmannssitz, Frohnhof, Külbingen, Schafhof und Vestenberg wurden nach Petersaurach eingemeindet, Thurndorf kam zur Gemeinde Weihenzell.
Historische Beschreibungen In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahr 1732 wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1804) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Im Topo-geographisch-statistischen Lexicon vom Königreiche Bayern (1832) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Baudenkmäler In Vestenberg gibt es fünf Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Laurentius mit Friedhof und Friedhofsbefestigung Brauhausstraße 9: Gasthaus Brauhausstraße 16: Brauerei Burgweg 6: Ehemaliges Schulhaus Burgweg 10: Zweites Schulhaus in der ehemaligen Kirche
ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 17: eingeschossiges Haus des 18. Jahrhunderts mit Zwerchgiebel und MansarddachG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 145. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Vestenberg gibt es zwei Bodendenkmäler, darunter Ruine der Burg Vestenberg, vermutlich eine Abschnittsburg der Herren von Vestenberg (später von Dornberg, von Heydeck, von Eyb, Ansbacher Markgrafen) im Südwesten des Ortes an einem Bergrücken. Erhalten geblieben sind die hohen Bruchsteinmauern mit zum Teil unzugänglichen Kelleranlagen. Seit 1953 wird das Gelände als Freilichtbühne genutzt. Sie wurde 2003 im Zuge der Dorferneuerung renoviert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Vestenberg Jahr 1818 1827 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 483 484 487 512 518 537 515 533 514 519 526 494 504 494 517 495 457 475 502 462 730 731 670 547 527 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 89 95 88 97 96 98 90 98 105 Quelle Für die Gemeinde Vestenberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Adelmannssitz (S. 3), Frohnhof (S. 27), Külbingen (S. 51) und Thurndorf (S. 91). H. Dallhammer: Petersaurach: Dokumentation einer Großgemeinde, S. 184.
Ort Vestenberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022 Einwohner 146 149 172 166 182 142 142 221 152 135 170 197 187 217 Häuser 32 34 32 35 30 29 31 45 Quelle
Religion Vestenberg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Laurentius. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.
Wirtschaft In Vestenberg gibt es mehrere kleine Handwerksbetriebe, bis 2011 gab es noch eine aktive Brauerei, die Löwenbräu Vestenberg.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1234 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach