Ismannsdorf (fränkisch: IsmaschdoafR. Schuh: Gunzenhausen, S. 151. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „isməšdǫrf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Durch das Dorf fließt der dort noch Mühlbach genannte Erlbach, der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Ort mündet der Eschenbach von rechts ein. 0,5 km östlich liegt das Seeleinshölzlein, 0,5 km nordöstlich das Waldgebiet Prünst. Im Südosten erhebt sich der Bummerberg. 0,4 km westlich gibt es eine Quelle im Baumbachtal, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Die Staatsstraße 2220 führt nach Windsbach (4 km östlich) bzw. an der Bölleinsmühle, den Sallmannshof und Utzenmühle vorbei nach Wolframs-Eschenbach (3,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Speckheim (0,8 km südöstlich) und nach Sauernheim (1,5 km nordwestlich).
Gemarkung Die Gemarkung Ismannsdorf hat eine Fläche von 5,636 km². Sie ist in 631 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8932,31 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Speckheim.
Geschichte Ismannsdorf lag verkehrsgünstig an der Heer- und Handelsstraße, die von Nürnberg über Windsbach und Dinkelsbühl nach Straßburg führte.K. Dunz: Windsbach, S. 258. 1154/57 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als dem Kloster Heilsbronn dort Güter veräußert wurden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 372. 1157/61 wurde er bei weiteren Veräußerungen als „Isiboldesdorf“ erwähnt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 47. Nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 151 und H. Klauss (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen, S. 217, Ersterwähnung. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der germanische Personenname Isibold, der als Gründer der Siedlung angesehen werden kann.R. Schuh: Gunzenhausen, S. 152. Dem Ortsnamen nach zu schließen soll Ismannsdorf zu den ältesten Siedlungen dieser Gegend zählen.H. Klauss (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen, S. 217. Von 1338 bis 1396 erwarb das Kloster vier Höfe. Insgesamt wurden fünf Anwesen heilsbronnisch.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 451. In der Urkunde von 1338 wurde der Ort „Ismanstorf“ genannt.
Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 1 Untertansfamilie im Ort.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für „Ißmannsdorff“ fünf Mannschaften verzeichnet, die 4 Bauernhöfe und 1 Mühle bewohnten. Die Grundherrschaft über alle Anwesen übte das Verwalteramt Merkendorf aus, das Hochgericht hatte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 14. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731. Das Verwalteramt Merkendorf übte das Gemeinderecht und den Hirtenstab aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743.
Laut den Vetter’schen Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 gab es in „Ißmannsdorff“ 9 Untertansfamilien: die Zapfwirtschaft unterstand dem Kastenamt Windsbach, 7 Halbhöfe (darunter die Schmiede und Mühle) dem Verwalteramt Merkendorf und 1 Halbhof dem Nürnberger Eigenherrn von Nützel.Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 120II no. 69aIII fol. 135. Zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 152. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 7 Untertansfamilien angegeben, wovon eine dem Pflegamt unterstand und sechs dem Verwalteramt Merkendorf.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.
Ab 1764 gab es in Ismannsdorf eine Schule, die auch Schüler der Orte Sauernheim und Speckheim besuchten. 1964 wurde sie geschlossen und die Schüler in den Schulverband Windsbach eingegliedert.K. Dunz: Windsbach, S. 260.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ismannsdorf 13 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Verwalteramt Merkendorf. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Verwalteramt Merkendorf: 2 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Viertelhöflein, 1 Mühlgut, 1 Schmiede, 1 Häuslein; Kastenamt Windsbach: 1 Wirtshaus) und der Nürnberger Eigenherr von Holzschuher (1 Halbhof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schulhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 872. Es gab zu dieser Zeit 11 Untertansfamilien, wovon 10 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 37. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
1806 kam Ismannsdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ismannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ismannsdorf, zu der Speckheim gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Ismannsdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und zum Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt, seit 1972 Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1972 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 996f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,922 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ismannsdorf am 1. Juli 1972 in die Stadt Windsbach eingemeindet. Im Jahr 1978 wurde mit der Flurbereinigung begonnen.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Ismannsdorf gibt es zwei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Ismannsdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 161 171 186 191 190 193 184 176 168 174 173 180 182 187 172 182 185 190 174 261 233 209 208 180 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 32 30 34 33 33 34 34 35 36 Quelle Im Original: 284 E. Beide Orte ergeben aber nur 184 E.
Ort Ismannsdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 85 88 92 86 84 89 119 111 97 81Häuser 16 16 18 19 18 18 19 18Quelle
Religion Ismannsdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, seit 1685 ist die Pfarrei St. Margareta (Windsbach) zuständig, nachdem die Bewohner schon ab 1575 den Gottesdienst in Windsbach besucht hatten. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Bonifatius (Windsbach) zuständig.
Söhne und Töchter des Dorfes Johann Wilhelm Späth (* 1786 in Ismannsdorf; † 1854 in Nürnberg), Techniker, Erfinder und Gründer der ersten Nürnberger Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert Patrick Kernstock (* 1992 in Gunzenhausen) lebt in Ismannsdorf; Schaffte 2022 die Challenge Roth in 11:54:36 Stunden.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1154 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach