mini|270px|Reckersdorf mini|Haus Nr. 4: Ehemalige Mühle
Reckersdorf (fränkisch: Reggasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 157. Dort folgendermaßen transkribiert: „regəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Bruckberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Reckersdorf liegt in der Gemarkung Bruckberg.
Geografie Durch den Weiler fließt der Haselbach und ein namenloser Bach, der dort als rechter Zufluss in den Haselbach mündet. Im Nordwesten grenzt der Schleißwald an, 0,5 km östlich liegt der Haslacher Wald. Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2246, die nach Obereichenbach zur Bundesstraße 14 (6,5 km südwestlich) bzw. nach Bruckberg führt (1,5 km nordöstlich).
Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Geschichte Der Ort wurde 1295 als „Reckersdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Recker (abgeleitet von Redger), der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 157. 1313 verkaufte Albert von Vestenberg die Gefälle eines Hofes an das Kloster Heilsbronn. Am 21. Dezember 1443 wurde Reckersdorf in einer Urkunde erwähnt, mit der die Stadt St. Veit an der Glan, das damals zum Bistum Bamberg gehörte, einem Wilhelm von Waldenfels und seinen Brüdern unter anderem „ein gut zu Reckerstorff“ verlieh.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 2, S. 269.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Reckersdorf 6 Mannschaften verzeichnet: 3 Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach, 1 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, 1 Anwesen der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung der Reichsstadt Nürnberg und 1 Anwesen ursprünglich den Herren von Danngrieß zu Vach, jetzt Pfinzing. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2999. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 691.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reckersdorf 7 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Bruckberg. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 2 Höfe, 1 Mühlgut, 1 Leerhaus; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Hof), die Mendelsche Zwölfbrüderhausstiftung (1 Hof) und der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 901. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 981. Es gab zu dieser Zeit 7 Untertansfamilien, von denen 5 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 1, Sp. 443.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reckersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bruckberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Bruckberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 961.
Baudenkmäler Haus Nr. 1: Bauernhaus, eingeschossiger Bau wohl noch des 17. Jahrhunderts mit FachwerkgiebelG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. S. 134. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 4: Wassermühle, zweigeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit Zwerchhaus
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 50 47 63 48 38 34 33 47 28 32 25HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 9 7 10 9 8 5 5 5Quelle Reckersdorf: 47 Einwohner, 8 Feuerstellen; Reckersdorfer Mühle: 3 E., 1 F.
Religion Reckersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Maria gepfarrt, seit 1981 ist die Pfarrei St. Martin zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Bruckberg (Mittelfranken) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1295