Die U-Bahn München ist neben der S-Bahn das wichtigste Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs in München. Seit der Eröffnung der ersten Strecke am 19. Oktober 1971 wurde ein Netz mit 103,1 km Streckenlänge und 96 Haltestellen errichtet, an das auch die Nachbarstadt Garching bei München angeschlossen ist und in Zukunft auch der Planegger Ortsteil Martinsried (beide Landkreis München).

Die Münchner U-Bahn wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben und ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert. Im Jahr 2024 wurden 452 Millionen Fahrgäste verzeichnet.

mini|Plan des Münchner U-Bahn-Netzes (Stand 2018) mini|U-Bahnhof Münchner Freiheit nach dem Umbau 2008–2009 mini|Der U-Bahnhof Marienplatz besitzt seit 2006 zwei Erweiterungsstollen zur Vergrößerung der Bahnsteigflächen mini|U-Bahnhof Theresienwiese mini|Der U-Bahnhof Westfriedhof mit prämierter Lichtinstallation

Liniennetz mini|350px|Das U-Bahn-Liniennetz in topografischer Darstellung (Stand 2013)

Das Netz der Münchner U-Bahn hat eine Gesamtlänge von 103,1 km mit insgesamt 100 U-Bahnhöfen. Dabei werden die vier Turmbahnhöfe Olympia-Einkaufszentrum, Hauptbahnhof, Sendlinger Tor und Odeonsplatz mit ihren zwei Ebenen doppelt gezählt. Der kürzeste Abstand zwischen zwei Haltestellen beträgt 513 m zwischen Josephsplatz und Theresienstraße, der größte beträgt 4208 m zwischen Fröttmaning und Garching-Hochbrück.

Bis auf die Linien U5 und U6 verkehren alle Linien komplett in Tunneln. Die Linie U5 tritt kurz vor dem südlichen Linienende in Neuperlach Süd an die Oberfläche, die U6 im nördlichen Abschnitt zwischen Studentenstadt und Garching-Hochbrück sowie auf einem kurzen Stück zwischen Garching und Garching-Forschungszentrum.

Im gesamten Netz beträgt die Streckenhöchstgeschwindigkeit 80 km/h.

Auf allen Linien verkehren die Züge im 10-Minuten- sowie insbesondere zur Hauptverkehrszeit auch im 5-Minuten-Takt, teilweise jedoch nicht auf dem kompletten Linienlauf. Zu Betriebsbeginn und im Spätverkehr nach Mitternacht verkehren die Züge meist nur im 20-Minuten-Takt oder seltener. In Nächten auf Werktage außer Samstag herrscht von ca. 1 bis 4 Uhr Betriebsruhe; der Nachtverkehr wird durch die Trambahn und Nachtbuslinien geleistet. In Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen wurde mit dem Jahr 2025 ein durchgehender Nachtverkehr im 30-Minuten-Takt eingeführt, auf der U6 allerdings nur bis Fröttmaning und nicht bis nach Garching. Zuvor herrschte von ca. 2 bis 4 Uhr Betriebsruhe. Durch Linienüberlagerungen ergeben sich abschnittsweise entsprechend dichtere Takte.

Bis auf den Früh- und Spätverkehr verkehren die meisten Linien mit Langzügen (6-Wagen-Züge), lediglich die Linie U4 und die Verstärkerlinie U7 zwischen Neuperlach Zentrum und Olympia-Einkaufszentrum werden überwiegend mit Vollzügen bedient, die heute als Kurzzüge bezeichnet werden. Die ehemaligen Kurzzüge aus nur einem Doppeltriebwagen werden nicht mehr eingesetzt.

Stammstrecken Das Netz der Münchner U-Bahn besteht aus drei Stammstrecken durch die Innenstadt, die von jeweils zwei Linien befahren werden. Auf den gemeinsamen Abschnitten der Linien sind die Fahrpläne so abgestimmt, dass sich durch die sich überlagernden Takte in der Regel eine gleichmäßige Zugfolge ergibt. Die älteste Stammstrecke wird von den Linien U3 und U6 befahren (Abschnitt Münchner Freiheit bis Implerstraße), die zugehörige Kennfarbe der Haltestellenbeschilderung ist Blau. Die U1 und U2 befahren zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz die mit einem roten Linienband ausgestattete zweite Stammstrecke. Die zuletzt gebaute Stammstrecke, die Stammstrecke 3, wird zwischen Westendstraße und Max-Weber-Platz von der U4 und der U5 befahren und ist mit einem gelben Linienband versehen. Die meisten anderen Bahnhöfe der jeweiligen Linienfamilien sind ebenfalls mit dieser Kennfarbe an den Bahnhofswänden versehen.

Bis 1980 erhielt das Linienband die Farbe der Linie, die bei der Eröffnung des entsprechenden U-Bahnhofes dort verkehrte; daher wurde der Nordast der U3 mit einem orangen Linienband ausgestattet. Mit Eröffnung der Strecke der U1 zum Rotkreuzplatz im Jahr 1983 änderte man das Konzept und führte die Kennfarben für die Liniengruppen der Stammstrecken ein. Eine Abweichung bestand auf der Strecke zwischen Innsbrucker Ring und Neuperlach Süd, die als Teil der heutigen U2 (damals U8) eröffnet wurde und folglich mit einem roten Linienband ausgestattet war, seit 1999 aber nur noch von der U5 bedient wird; die zugehörige Kennfarbe Gelb wurde erst 2022 im Zuge von Renovierungsarbeiten installiert. Seit der Eröffnung des Bahnhofs Georg-Brauchle-Ring im Jahr 2003 wurden die Kennfarben nur noch bei einzelnen Bahnhöfen verwendet, außerdem sind sie bei einigen älteren Bahnhöfen durch Austauschen der Bahnhofsbeschilderung verschwunden.

Nummerierung Die Nummerierung der Linien ist nicht in der Reihenfolge ihrer Eröffnung erfolgt, vielmehr wurden ursprünglich die Nummern der jeweiligen verkehrenden Straßenbahnlinien übernommen. So hat die zuerst eröffnete Linie U6 ihre Bezeichnung von der Tramlinie 6 übernommen, die auf einer Trasse mit ähnlichem Einzugsgebiet die Stadt von Nord nach Süd durchquerte. Um Lücken zu vermeiden, wurde ab 1988 aber mit der Umnummerierung der U8 in U2 und der bis zur Inbetriebnahme in Planungen als U9 (Ersatz für Trambahnlinien 9, 19, 29) bezeichneten Linie in U4 davon abgewichen.

Die MVG betreibt acht U-Bahn-Linien, davon zwei nur zeitweise verkehrende Verstärkerlinien (Signets mit zweifarbigem Hintergrund).

Linie Verlauf Länge(km) Halte-stellen Abstand ø Abstand Olympia-Einkaufszentrum – Westfriedhof – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz – Mangfallplatz 12,185 15 1116 m585 m 870 m Feldmoching – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz – Innsbrucker Ring – Messestadt Ost 24,377 27 1683 m513 m 938 m Moosach – Olympia-Einkaufszentrum – Olympiazentrum – Scheidplatz – Münchner Freiheit – Odeonsplatz – Sendlinger Tor – Implerstraße – Fürstenried West 21,204 25 1416 m579 m 884 m Westendstraße – Hauptbahnhof – Odeonsplatz – Max-Weber-Platz – Arabellapark 9,245 13 933 m521 m 770 m Laimer Platz – Westendstraße – Hauptbahnhof – Odeonsplatz – Max-Weber-Platz – Innsbrucker Ring – Neuperlach Zentrum – Neuperlach Süd 15,435 18 1708 m521 m 908 m Garching Forschungszentrum – Fröttmaning – Münchner Freiheit – Odeonsplatz – Sendlinger Tor – Implerstraße – Klinikum Großhadern 27,416 26 4208 m579 m 1097 m Olympia-Einkaufszentrum – Westfriedhof – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz – Innsbrucker Ring – Neuperlach Zentrum 16,602 19 1708 m553 m 922 m Olympiazentrum – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Neuperlach Zentrum 15,762 19 1708 m513 m 876 m

Linie U1

mini|U-Bahnhof mini|U-Bahnhof Westfriedhof mini|U-Bahnhof St.-Quirin-Platz

Linie Verlauf

Die U1 beginnt seit 2004 am Olympia-Einkaufszentrum im Stadtteil Moosach, wo auch die U3 unter dem Bahnhof der U1 eine Haltestelle hat. Hier existiert auch die in München einmalige Einrichtung eines unterirdischen „Bike-and-Ride“-Parkhauses, also eines Fahrrad-Parkhauses direkt im U-Bahnhof.

Auf dem Weg zum Westfriedhof folgt die U1 der Hanauer Straße, an der Kreuzung zum Georg-Brauchle-Ring befindet sich der 2003 eröffnete und vom Künstler Franz Ackermann gestaltete gleichnamige Bahnhof. Der Bahnhof Westfriedhof ist wegen seiner von Ingo Maurer entworfenen Beleuchtung ein beliebtes Fotomotiv auch für Werbeagenturen. Weiter führt die U1 über Gern, wo die Stadtteilgeschichte auf großen Glasflächen in der Hintergleiswand nachzulesen ist, zum Rotkreuzplatz, zwischen 1983 und 1998 der nördliche Endpunkt der U1. Unter der Nymphenburger Straße führt die Linie nun über die Maillingerstraße zum Stiglmaierplatz, um schließlich am viergleisigen Hauptbahnhof mit der U2 in die gemeinsame Innenstadt-Stammstrecke zu münden.

Auf dem dicht befahrenen Innenstadtabschnitt verkehren U1 und U2 gegeneinander so versetzt, dass sich ein 3/7-Minuten-Takt ergibt. Von Montag bis Freitag ergibt sich durch Verdichterzüge zu bestimmten Tageszeiten ein gleichmäßigerer Takt. Am Hauptbahnhof unterqueren sie zudem die Stammstrecke der S-Bahn sowie die U4 und U5. Gleich am nächsten Bahnhof Sendlinger Tor unterquert die U1 die Gleise der U3 und U6 in einem Bahnhof mit zwei weit auseinander liegenden Einzelröhren, die durch einen Querbahnsteig verbunden sind.

Der folgende Bahnhof Fraunhoferstraße ist wegen seiner Nähe zur Isar im Schildvortrieb in zwei Einzelröhren aufgefahren, die jedoch im Bahnhofsbereich verbunden sind. Aus diesem Grund ist der Bahnhof durch dicke Säulen geprägt. Der folgende Bahnhof Kolumbusplatz ist als dreigleisiger Verzweigungsbahnhof ausgeführt, hier trennen sich nun die Linienwege von U1 und U2 wieder.

Die 1997 eröffnete Strecke der U1 biegt hier Richtung Süden ab, durchquert den bunt gestalteten Bahnhof Candidplatz und erreicht schließlich den Wettersteinplatz. Der folgende Bahnhof St.-Quirin-Platz ist architektonisch einzigartig und für die Münchner U-Bahn ebenso ungewöhnlich, da er zur Seite mit einem großen „Auge“ geöffnet ist und sich über ihm eine muschelförmige Dachkonstruktion aus Glas wölbt. Als einziger Bahnhof ist er mit zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Aufzügen ausgestattet, da sich in der Nähe eine Einrichtung der Behindertenbetreuung befindet, was diese ungewöhnliche Maßnahme rechtfertigt. Ursprünglich geplant war hier lediglich ein Aufzug, die Aussparung hierfür kann man an der Decke des Bahnsteiggeschosses erkennen.

Unter der Naupliastraße befindet sich schließlich der Endbahnhof Mangfallplatz, an den sich eine große unterirdische Park-and-Ride-Anlage anschließt. Vom Wettersteinplatz aus war hier ursprünglich eine Trambahnstrecke vorgesehen, doch wurde die U-Bahn favorisiert.

Pläne über eine Verlängerung der U1 im Süden weiter bis zum Krankenhaus Harlaching oder gar zur Großhesseloher Brücke sind aus Kostengründen und wegen zweifelhaftem verkehrlichen Nutzen zurückgestellt worden. Ursprünglich sollte hier die Trambahnlinie 25 ersetzt werden, da bis Mitte der 1980er Jahre die Tram vollständig durch die U-Bahn ersetzt werden sollte. Eine Verlängerung im Norden Richtung Fasanerie ist mittelfristig ebenfalls nicht zu erwarten.

Linie U2

mini|U-Bahnhof Feldmoching mini|U-Bahnhof Messestadt Ost Linie Verlauf

Die U2 dürfte die Linie mit den am häufigsten gewechselten Linienenden sein. Auch änderte sie ihre Bezeichnung, da sie anfangs als Linie U8 bezeichnet wurde. Sie ist die einzige Linie (U2- und U8-Geschichte zusammengenommen), die auf allen drei Linienfamilien (U1/2, U3/6, U4/5) fährt bzw. gefahren ist. Die U2 hat heute eine Betriebslänge von ca. 24,4 km.

Heute beginnt die U2 im Norden unter dem S-Bahnhof Feldmoching, wo Anschluss zur S-Bahn-Linie S1 nach Freising und zum Flughafen und – zeitweise – auch zum Regionalzugverkehr nach Landshut besteht. Nach dem Bahnhof Milbertshofen trifft die U2 am viergleisigen Bahnhof Scheidplatz auf die U3, wo am selben Bahnsteig ein direktes Umsteigen möglich ist, der Anschluss wird in der Regel abgewartet. Bis zur Eröffnung der Strecke zur Dülferstraße im Jahr 1993 verkehrte die U2 ab Scheidplatz wie die U3 zum Olympiazentrum. Durch Schwabing und die Maxvorstadt geht es schließlich weiter in Richtung Innenstadt durch die Bahnhöfe Hohenzollernplatz, Josephsplatz, Theresienstraße und Königsplatz.