mini|Feuerwehrhaus mini|Ortsschild

Müncherlbach (fränkisch: ErlbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 135.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Durch das Dorf fließt der Erlbach, der ein linker Zufluss der Schwabach ist. Der Ort ist von den Fluren Im Flecken und Winterleite (südlich), Herbstwiesenfeld (nördlich), Tollbuck (nordöstlich), Hundsgraben und Rohrer Grund (südöstlich) umgeben. 1,5 km nordwestlich des Ortes entlang der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim befindet sich eine der größten Photovoltaikanlagen des Landkreises Ansbach.

Der Ort liegt an der Bundesstraße 14 zwischen Heilsbronn (4 km südwestlich) und Buchschwabach (3 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2239 verläuft nach Rohr (3,5 km südöstlich). Die Kreisstraße FÜ 22/AN 25 verläuft nach Raitersaich (1,9 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gottmannsdorf (1,8 km nordwestlich) und nach Göddeldorf zur Kreisstraße AN 29 (1,7 km südlich).

Gemarkung Die Gemarkung Müncherlbach hat eine Fläche von 4,879 km². Die Gemarkung ist in 403 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12.106,47 m² haben.

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Erelbach“ im Jahr 1300. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort die Erle ist. Die meisten Höfe gehörten zu dieser Zeit dem Kloster Heilsbronn, weswegen der Ort zur besseren Unterscheidung von Orten gleichen Namens den Zusatz „monachorum“ (1505) bzw. „Münch-“ (ab 1568 bezeugt) erhielt.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Müncherlbach nur die 3 Mannschaften verzeichnet, die das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten (3 Bauern). Die Mannschaften anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 11. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738. Im Dreißigjährigen Krieg gingen die meisten Anwesen in Flammen auf.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 239.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Müncherlbach 19 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof, wurde aber vom Spitalamt Nürnberg strittig gemacht. Grundherren waren das Kastenamt Bonnhof (5 Anwesen), das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Cadolzburg: 1 Hof, 2 Häuser; Kastenamt Schwabach: 2 Höfe, 2 Halbhöfe), Nürnberger Eigenherrn (von Holzschuher: 1 Hof, von Stromer: 1 Hof, von Haller: 1 Hof) und die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt Heilig Geist: 2 Höfe, 1 Gut; Landesalmosenamt: 1 Hof). Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien, von denen 6 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 679. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.

Im Jahre 1806 kam Müncherlbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Müncherlbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weißenbronn und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Weißenbronn zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Müncherlbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Müncherlbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1002. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,876 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Müncherlbach am 1. Januar 1972 nach Heilsbronn eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 1 (Gastwirtschaft zum goldenen Hirschen): zweigeschossiger Bau, bezeichnet „1753“, mit zweigeschossigem Giebel und Satteldach sowie geohrtem Portalrahmen; Anbau bezeichnet 1808G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 128. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 9: dazugehörige Scheune

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 Einwohner 119 165 176 178 176 173 161 158 157 176 169 172 165 162 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 21 24 27 29 29 30 Quelle

Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2016 2020 Einwohner 161 161 201 188 170 293 286 269 236 222 221 240 247 256 Häuser 31 33 41 51 Quelle

Religion Müncherlbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Emmeram (Rohr) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach