Normtatsachen sind Fakten, die ein Gericht kennen muss, um juristische Obersätze zu bilden oder um unbestimmte Rechtsbegriffe und Generalklauseln auslegen zu können (z. B. übliche Vergütung, Verkehrssitte, Sittenwidrigkeit, verkehrserforderliche Sorgfalt iSd Abs. 2 BGB, Handelsbräuche iSd. HGB). Musielak/Voit, ZPO 12. Auflage 2015, § 284, Rn. 3

Über Normtatsachen hat das Gericht nach ZPO von Amts wegen Beweis zu erheben. BAG Urteil vom 13. April 2010 - Az. 9 AZR 113/09

Literatur Eike Schmidt: Der Umgang mit Normtatsachen im Zivilprozeß. In: Christian Broda (Hrsg.): Festschrift für Rudolf Wassermann zum sechzigsten Geburtstag. Luchterhand, Neuwied/Darmstadt 1985, ISBN 3-472-05102-7, S. 807–818. Jürgen H. A. Sander: Normtatsachen im Zivilprozeß. Duncker & Humblot Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-428-09241-4. (= Schriften zum Prozessrecht, PR 139)

Weblinks Helmut Rüßmann: Normtatsachen - Ein vorläufiger Überblick. KritV 1991, S. 402–415.

Einzelnachweise

Kategorie:Juristische Methodenlehre Kategorie:Zivilprozessrecht (Deutschland)