mini|hochkant=1.30|Stadt Staßfurt im Salzlandkreis Löderburg ist eine Ortschaft der Stadt Staßfurt im Salzlandkreis in der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt, und mit rund 2200 Einwohnern der größte Ortsteil der Stadt Staßfurt. Löderburg liegt 34 Kilometer südlich von Magdeburg und 58 Kilometer nördlich von Halle. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1180, trat Löderburg nie groß in Erscheinung. Der Ort ist bereits seit 1600 eine Gemeinde, als er sich mit Athensleben zusammenschloss. Löderburg wurde bekannt durch den großen Salz- und Kohleabbau in der Region. Der Ort liegt an der Bode und besitzt zwei Übergänge darüber.

Bei Löderburg liegt das Touristenzentrum Am Löderburger See, welches ein bedeutender Freizeitort im Raum Staßfurt und dem Salzlandkreis ist.Am Löderburger See stassfurt.de

Geografie und Geologie Löderburg liegt etwa 3,5 km in nordwestlicher Richtung vom Stadtkern und etwa 1 km vom Ortsausgang Staßfurts entfernt. Als Folge des bis in die 1950er Jahre betriebenen Bergbaus entstanden zahlreiche Seen (teilweise mit künstlicher Haltung des Wasserstandes), die das Gesicht des Ortes heute mitprägen. Am Ort verläuft die Bode in Süd-Ost-Richtung. Dieser Fluss entspringt im Harz und mündet bei Nienburg in die Saale. Die Kreisstraße 1303 stellt Verbindungen zur Landesstraße 71 her, die nur etwa 1 km vom Ort entfernt liegt, und in Atzendorf zu den Landesstraßen 70 und 50 führt.

Löderburg liegt an der Bode in der fruchtbaren Magdeburger Börde und ist dadurch umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen, entlang der Ufer der Bode erstreckt sich ein schmales Waldgebiet. Um Löderburg liegen die Orte Lust und Athensleben im Norden, Neu Staßfurt im Osten, Atzendorf und Förderstedt im Nordosten und Staßfurt im Süden. Alle umliegenden Orte zählen zum Stadtgebiet Staßfurts im Salzlandkreis.

Nachbarortschaften und -gemeinden

mini|Bode bei Löderburg mini|Bodebrücke Löderburg mini|Fußgänger Bodeübergang am Thie mini|Anglersee Seemann

Wasseranbindungen Flüsse Löderburg ist unmittelbar östlich des Flusslaufs der Bode gelegen. Die topografische Struktur des Ortes wird durch zwei markante Übergänge über die Bode geprägt: einen Verkehrsübergang in Richtung des Löderburger Sees und einen Fußgängerübergang auf dem Thie. Die Nähe zur Bode war ein entscheidender Faktor für die frühe Besiedlung und die damit verbundene Ortsentwicklung. Darüber hinaus befinden sich in der näheren Umgebung von Löderburg die Wehranlagen Staßfurt-Nord und Rothenförde, die eine wichtige Funktion im Rahmen des regionalen Wasserwirtschaftssystems erfüllen.

Seen Die Landschaft um Löderburg ist durch eine Vielzahl von Seen geprägt, darunter die Laake, der Salzteich, der Kreuzteich und der Seemann. Diese Gewässer entstanden durch die natürliche Flutung ehemaliger Tagebaugruben nach deren Stilllegung. Der Löderburger See wurde zu einem regionalen Tourismuszentrum ausgebaut und bietet umfangreiche Freizeitmöglichkeiten. Die übrigen Seen dienen primär als Angelgewässer und tragen zur lokalen Biodiversität bei. Gemeinsam ist allen Gewässern, dass sie reine Süßwasserseen sind, was auf den ausschließlichen Abbau von Kohle in den umliegenden Gruben zurückzuführen ist.

Klima Der durchschnittliche Jahresniederschlag Löderburgs liegt bei etwa 600 mm. Gemessen am gesamtdeutschen Durchschnitt gilt das als niedrig; trotz häufiger Regentage fallen die Niederschlagsmengen gering aus, dies tritt daher auf, da der Ort noch im Regenschatten des Harzes liegt. Gemessen an der Niederschlagsmenge sind die trockensten Monate April und Oktober, niederschlagsreichste Monate sind Juli und Dezember. Die wärmsten Monate sind Juli und August, die kühlste Monate sind laut Statistik Januar und Dezember, mit 5,8 Stunden zeigen sich die meisten Sonnenstunden im Juni, der Durchschnitt liegt bei etwa 3,6 Stunden pro Tag.

Klimadiagramm Löderburgs Löderburg ist durch ein gemäßigtes Klima gekennzeichnet, das sich durch ausgeprägte saisonale Veränderungen auszeichnet. Die Winter sind typischerweise kühl, während die Sommermonate mit warmen Temperaturen aufwarten. Die Übergangsjahreszeiten, Frühling und Herbst, präsentieren sich mit milden Temperaturen, was zur ganzjährigen Attraktivität der Region beiträgt.

Geschichte

mini|250px|links|Die Provinz Sachsen in Preußen 1815–1945

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Neuzeit 1180 n. Chr. wurde Löderburg erstmals urkundlich erwähnt; zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Ludwigsburg bei Löderburg errichtet, welche auch späterer Namensgeber des Ortes war; zudem besaß der Ort eine Kirche und ein Pfarrhaus.

Die Familie von Freckleben war eine Ministerialenfamilie, die sich auch in Löderburg niederließ. Erste namentliche Erwähnungen des Adelsgeschlechts reichen bis ins Jahr 1120, als Milo von Freckleben und 1125 Otto von Freckleben urkundlich auftreten. Sie besaßen Ländereien in den Stiftslanden Quedlinburg, Magdeburg und Halberstadt, mit Löderburg als einem ihrer Stammsitze. 1436 starb das Geschlecht der von Freckleben auf Plötzkau aus. Ihr Wappen zeigte auf einem schwarzen Schild zwei goldene Pfähle.

Zwischen 1171 und 1176 soll Bernhard III. (Sachsen) die Vogtei in Löderburg („Luderburg“) von der Untervogtei und bestätigt sie dem Kloster Unser Lieben Frauen zu Magdeburg.

Um 1600 übernahm Löderburg die Verwaltung von Athensleben, das zu dieser Zeit ein kleiner Ort von Fischern und Kaufleuten war. Dies führte später zu einem Zusammenschluss der Orte und somit zu einem gemeinsamen Ortsherren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wohnten ca. 46 steuerpflichtige Personen und deren Familien in Löderburg, die zu großen Teilen aus Bauern und Handwerkern bestanden. Zu dieser Zeit gab es nur wenige Verbindungen zu anderen Orten, da das Gebiet von großen Sümpfen umgeben war. 1726 und 1748 brachen Großbrände in Löderburg aus, die auf mehrere Gebäude und sogar die evangelische Kirche der Gemeinde übergriffen, es wurde aber niemand getötet.

Am 5. Mai 1809 zog Ferdinand von Schill, auf dem Weg von Dessau nach Dodendorf bei Magdeburg, mit seiner Abteilung der Magdeburger Garnison durch Löderburg. Dort begann dann die Schlacht bei Dodendorf. Voller Tatendrang schloss sich Schill der Löderburger Bürger Heyer an, der von da an nicht mehr nach Löderburg zurückkehrte. Heyer ist der heutige Namensgeber für die Heyerstraße am Thie in Löderburg. 1815 gehörte Löderburg zur Preußischen Provinz Sachsen, die in direkter Nähe eine Grenze des Gebiets zur Provinz Anhalt hatte. 1861 lebten in Löderburg bereits 852 Einwohner.

1877 wurde der Ortsteil Thie über einen Damm geographisch und politisch mit Löderburg verbunden, was dazu führte, dass Löderburg die erste Dorfschule bekam, die sich am Thie befand.

1848 begann der Bau des ersten Braunkohlenwerks in Löderburg; zu diesem Zeitpunkt lebten hier etwa 1.050 Einwohner im Ort. Nach dem großen Aufschwung durch die Salz Schächte und der Pottaschefabrik wuchs die Einwohnerzahl von Löderburg sehr schnell, im Jahr 1880 waren es bereits 1918 Einwohner, durch den großen Einwohnerzuwachs wurde dann die erste Freiwillige Feuerwehr in Löderburg von Alexander von Boremsky gegründet. Und im Jahr 1900 wuchs die Einwohnerzahl auf 5.500 Personen. Der Aufschwung brachte auch infrastrukturelle Vorteile, es wurde die erste richtige Schule der Gemeinde gebaut, eine Gemeindeverwaltung errichtet und ein Gasthof in Löderburg gegründet. Doch nach der Schließung der Salzbergwerke und Kohlegruben ging die Einwohnerzahl wieder etwas zurück, im Jahr 1926 waren es dann nur noch 4200 Einwohner und 3.785 Einwohner im Jahr 1928. 1885 begann der Bau der ersten festen Straßen in Löderburg und 1900 gab es eine Verbindung an die nach Staßfurt führende Staßfurter Straßenbahn, der Betrieb wurde allerdings 1957 wieder eingestellt.

1925–1926 war Löderburg ein Dorf im Landkreis Calbe (Sachsen-Anhalt) mit etwa 4.200 Einwohnern, 450 Häusern und einer Flurgröße von 300 ha. Zu den Ortsteilen gehörten Thie, Dorf, Kolonie, Neu-Staßfurt, das Salzwerk und das Domänenvorwerk Löderburg. Thie und Marbe waren bereits mit dem Dorf verbunden. Löderburg hatte ein Postamt, eine Fernmeldestelle, eine Braunkohlegrube und eine Mühle. Eine elektrische Kleinbahn verband den Ort über Staßfurt mit Hecklingen. Zudem gab es eine evangelische und eine katholische Kirche. Die Verwaltung erfolgte über das Amtsgericht Staßfurt und das Standesamt Löderburg.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde in einem Kampfstoffwerk in Löderburg Arsinöl auch A-Öl produziert. Es diente der Senkung des Gefrierpunkts von Schwefellost. Nach dem Krieg wurden etwa 7500 t Arsinöl von den Alliierten in der Ostsee, Nordsee und der Biskaya versenkt.

Löderburg nach 1945 1945 wurden im Braunkohletagebau bei Löderburg aufgrund der Kohleknappheit immer weitere Möglichkeiten zum Kohleabbau entwickelt; dieser Standort war dabei bedeutend, als zum Beispiel Schüttelrutschen und Transportbänder erstmals eingesetzt wurden und bereits um 1939 genutzt wurden, außerdem begann hier die Einführung des Kurzstrebbruchbaues (1944) und des ersten Steigkettenförderers der DDR im Kurzstreb (1951). 1952 wurde der Tagebau wegen zu geringer Abgaben geschlossen. Infolge eines Grubenunglücks im Jahr 1935 wurde zum Gedenken an die Grubenarbeiter ein Holz-Kreuz errichtet, doch nach einigen Jahren zerfiel es und am 26. April 2004 wurde ein neues 7,5 m hohes Stahlkreuz am Ortsausgang Richtung Lust errichtet. Nach der Schließung entstanden in den Gruben Seen, die heute als Anglerseen genutzt werden; der größte See ist der Löderburger See der etwa 400 m außerhalb von Löderburg liegt und als Badesee genutzt wird.

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Athensleben eingegliedert.

Infolge der DDR-Zeit entstanden in Löderburg neue infrastrukturelle Orte, wie das Großwohngebiet mit den für die DDR typischen Plattenbauten, der Sportplatz, eine Kindertagesstätte bzw. ein Schulhort, eine Kaufhalle, die noch heute steht, aber vom direkt daneben errichteten NP-Markt ersetzt wurde, und eine Sekundarschule, die heute als Wohnblock genutzt wird, und ein Bürgerhaus, welches zusätzlich als Schießübungscenter des Schützenvereins, sowie als Wahlort für Kommunal-, Landes- und Bundeswahlen genutzt wird. Im Zuge einer Gebietsreform in Sachsen-Anhalt verlor Löderburg am 1. März 2003 seinen Status als eigenständige Gemeinde und ist seitdem ein Ortsteil der Stadt Staßfurt.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands Zur früheren Gemeinde Löderburg gehörten auch die Ortschaften Athensleben, Lust und Rothenförde, die aber weiterhin das Wappen von Löderburg führen. Ab 2007 lief das umfangreiche Sanierungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt Stark-III in Löderburg, in dem alle Straßen des Kernortes neu saniert wurden, sowie eine Förderung von privaten Fassadensanierungen gestellt wurde. Seit 2017 fanden umfangreiche Erneuerungen der im Kernort vorliegenden DSL-Leitungen statt, welche durch sogenannte Glasfaser-Breitbandleitungen, durch das Tochterunternehmen GlasCom des regionalen Erdgas- und Stromanbieters EMS, ersetzt werden.

Chronik (Quellen: )

Frühe Geschichte bis zum 18. Jahrhundert

Die Anfänge des Ortes sind durch die Zugehörigkeit zu geistlichen Verwaltungsbezirken und landwirtschaftliche Strukturen geprägt. Katastrophen wie Stadtbrände veränderten das Ortsbild mehrfach.

1180: Erste urkundliche Erwähnung des Ortes als „Luderdeborch“ in einem Kirchenprotokoll. 15. Jahrhundert: Der Ort gehört administrativ zum Erzstift Magdeburg. 1645: Erster Nachweis des Bildungswesens: Die Schule in Löderburg wird in einem kirchlichen Dokument erwähnt. 1685: Die Einwohnerzahl von „Lödderburgk“ beläuft sich auf etwa 250 Personen. 1726 & 1748: Schwere Ortsbrände verursachen große Schäden. Der Brand vom 26. März 1726 zerstört unter anderem fünf Häuser auf dem Thie.

19. Jahrhundert: Industrialisierung und Infrastruktur