Die Burg Kipfenberg ist eine Spornburg auf einem steilen hohen Felsen östlich über der Gemeinde Kipfenberg, Burgstraße, im Landkreis Eichstätt in Bayern. Die Anlage ist unter der Aktennummer D-1-76-138-6 als Baudenkmal verzeichnet. „Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Burg Kipfenberg“ werden zudem als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-1-7034-0046 geführt.
Geschichte mini|links|Lageplan von Burg Kipfenberg auf dem Urkataster von Bayern Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war 1277 im Besitz der Ritter Kropf, die sich nach der Burg Kropf von Kipfenberg nannten und vorher Ministeriale der Grafen von Hirschberg, Besitzer von Schloss Hirschberg, waren. Am 11. September 1301 verkaufte Konrad, genannt Struma (Kropf), das „castrum et oppidum Kipfenberg“ mit allen Besitzungen an das Hochstift Eichstätt (Bischof Konrad II. von Pfeffenhausen).
Im Zuge der Säkularisation wurde am 25. Februar 1803 das Hochstift Eichstätt aufgelöst und die Kipfenberger Burg ging an den Staat über, der sie an Privatleute verkaufte. Im 18. Jahrhundert begann der Verfall der Burg und ab 1839 wurde sie größtenteils abgebrochen. 1895 kaufte der Privatier Franz Häusler von München die Burg von dem Postboten Schiedermeier und 1914 ging sie in den Besitz der Familie Taeschner aus Potsdam über, die Teile ihrer pharmazeutischen Produktion (bekannt wurde die Firma durch das Hustenbonbon Pertussin) nach Kipfenberg verlagerten.
1914 bis 1925 wurde die Burg im Auftrag von Anna TaeschnerGeschichte des Hauses Kurfürstenstift, auf betreutes-wohnen-in-potsdam.de nach einem Entwurf des Architekten Bodo Ebhardt nach Grundsätzen moderner Wohnkultur mit Burgcharakter um den bis dahin freistehenden Bergfried herum wieder aufgebaut. Eines der drei Kinder von Anna Taeschner, der Orientalist und Islamwissenschaftler Franz Taeschner, wuchs in Kipfenberg auf starb hier 1967. In den 1930er Jahren lebte – wohl auf Einladung der Familie Taeschner – der Landschaftsmaler Franz Siegele mit Unterbrechungen auf der Burg, die er in zahlreichen Bildern zeichnete. mini| Burg Kipfenberg, Lithographie des Landschaftsmalers Franz Siegele (1940) Amts- u. Mitteilungsblatt des Marktes Kipfenberg, Nr. 1/2013, Kipfenberg 1. Januar 2013, Titelseite Nach Weiterveräußerung der Burg 1985 an die Familie Peter Schuck wurde diese umfassend modernisiert und zudem das Römer- und Bajuwarenmuseum errichtet. 2013 wurde die Burg an dem Bremer Unternehmer Thomas Armeding, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär der Hydraulik-Firma Hansa-Flex AG, verkauft.
Heutige Nutzung Die Burg befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. In der Vorburg ist das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg untergebracht.
Beschreibung mini|links|Domenico Quaglio: Burg Kipfenberg, um 1815/1818 Die von einem trapezförmigen romanischen Bering geschützte Burganlage verfügt über einen Zwingerturm aus gotischer Zeit, einen ca. 30 Meter hohen quadratischen Bergfried auf einer Grundfläche von sieben mal sieben Metern und einem Hocheingang auf zehn Meter Höhe. Die Ringmauer der Kernburg hat eine Stärke von 1,45 Metern. An der Nordostseite befindet sich der dreigeschossige gotische „Hexenturm“ und auf einer Felsnase über dem Westbering der Kapellenanbau.
Von der ursprünglichen Anlage blieben im Wesentlichen nur der nun total umbaute Bergfried und die Toranlage in der Ringmauer erhalten.
Literatur
Franz Taeschner: Geschichte der Burg Kipfenberg. Verlag Philipp Brönner (Peter Seitz) & Martin Daentler, Eichstätt 1935,
Weblinks
Burg Kipfenberg beim „Haus der Bayerischen Geschichte“ (Pläne, Geschichte, Baugeschichte, Baubestand) Historische Rekonstruktionszeichnung aus Burgrekonstruktion.de
Burg Kipfenberg im Altmühltal bei „personenschiffahrt.de“
Einzelnachweise
Kipfenberg, Burg Kipfenberg, Burg Kategorie:Bauwerk in Kipfenberg Kategorie:Baudenkmal in Kipfenberg Kategorie:Bodendenkmal in Kipfenberg Kipfenberg