Betzmannsdorf (fränkisch: BetsmasdorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 49. Dort folgendermaßen transkribiert: „betsməsdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Betzmannsdorf liegt in der Gemarkung Weißenbronn.

Geografie Durch den Weiler fließt das Weißenbronner Bächlein, ein rechter Zufluss der Schwabach. Südöstlich liegt das Waldgebiet Hölle. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße AN 29, die nach Weißenbronn (0,7 km westlich) bzw. nach Göddeldorf (2,3 km nordöstlich) führt.

Geschichte Der Ort wurde 1132 als „Pecemannesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Zum Dorf des Bezeman. Laut dieser Urkunde erhielt das Kloster Heilsbronn bei seiner Gründung von Bischof Otto von Eichstätt u. a. Besitzungen in Betzmannsdorf.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 49. Betzmannsdorf ist damit das älteste urkundlich erwähnte Dorf der Kirchengemeinde Weißenbronn. Wahrscheinlich war Betzmannsdorf eine Schäferei des Klosters.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 werden für Betzmannsdorf 2 Mannschaften verzeichnet: die 2 Bauern hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 6. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 736. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die zwei Höfe, aus denen der Weiler bestand, zwar nicht eingeäschert, jedoch verödeten sie und fielen deshalb an das Kloster zurück.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 125 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Betzmannsdorf 2 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die beiden Höfe hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 838.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 337 f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Betzmannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weißenbronn und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Weißenbronn zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Heilsbronn eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 1 (Ehemaliger Klosterhof von Heilsbronn): Einfassung durch Bruchsteinmauer; Toreinfahrt mit drei Sandsteinpfosten und Kugelaufsätzen, 18. Jahrhundert. Wohnhaus- und Stallgebäude, eingeschossiger Bau, vielleicht noch des 16. Jahrhunderts mit dreigeschossigem Giebel, Krangaube und Dachgauben. Wohl etwa gleichzeitige ehemalige Schafscheune zweigeschossig mit Fachwerkobergeschoss, Satteldach, Krangaube und Dachgauben. Haus Nr. 3: eingeschossige Fachwerkscheune, 18./19. Jahrhundert, mit dreigeschossigem Giebel Eine Scheune aus Betzmannsdorf befindet sich im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim.

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 2: eingeschossiger Bau, 16./17. Jahrhundert, mit dreigeschossigem FachwerkgiebelG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 83. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 4: eingeschossige Fachwerkscheune, 16./17. Jahrhundert, mit Satteldach

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 18 6 28 31 39 30 28 30 28 39 33 38 32 44HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 3 3 5 5 5 5 6 7 Quelle

Religion Betzmannsdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1132