Kondopoga (, , ) ist eine Stadt in der Republik Karelien (Russland) mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Die Stadt liegt etwa 50 km nördlich der Republikhauptstadt Petrosawodsk zwischen der Kondopogabucht des Onegasees und dem höher gelegenen See Nigosero. Die Seen sind auf dem Stadtgebiet durch einen Kanal verbunden, an welchem seit 1923 ein kleines Wasserkraftwerk betrieben wird.

Kondopoga ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Die Stadt liegt an der 1917 eröffneten Murmanbahn, einer heute zur Oktoberbahn der RZD gehörenden Eisenbahnstrecke von Sankt Petersburg nach Murmansk (Streckenkilometer 456).

Geschichte miniatur|links|Wasserkraftwerk und Fischfarm Ein Dorf Kondopoga wurde erstmals 1563 (nach anderen Angaben 1495) urkundlich erwähnt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in der Nähe, beim Dorf Tiwdija, eine Marmorlagerstätte entdeckt. Mit diesem Marmor wurden in Folge viele der Sankt Petersburger Bauwerke verkleidet.

Zu einem wirtschaftlichen Aufschwung kam es mit dem Bau der Murmanbahn 1915–1917 sowie der Errichtung des Wasserkraftwerkes und einer Papierfabrik 1923. 1938 erhielt der Ort bei gleichzeitiger Eingemeindung mehrerer umliegender Dörfer das Stadtrecht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kondopoga am 3. November 1941 von finnischen Truppen besetzt und am 28. Juni 1944 von Truppen der Karelischen Front der Roten Armee im Rahmen der Swir-Petrosawodsker Operation zurückerobert.

Anfang September 2006 kam es in Kondopoga zu schweren ethnischen Konflikten zwischen russischen und aus dem Kaukasusgebiet zugewanderten Einwohnern, hauptsächlich Tschetschenen.Wikinews:de:Rassistische Unruhen in Russland, 4. September 2006.Wikinews:de:Rassenkonflikt von Kondopoga weitet sich auf Republik Karelia aus, 8. September 2006.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1892 600 1939 13.374 1959 16.060 1970 27.908 1979 35.198 1989 36.365 2002 34.863 2010 32.987 Anmerkung: ab 1939 Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten thumb|280px|Die hölzerne Mariä-Himmelfahrts-Kirche in Kondopoga, errichtet 1774, abgebrannt 2018 Die 42 Meter hohe Mariä-Himmelfahrts-Kirche (/Uspenskaja zerkow) von 1774 war ein bedeutendes Denkmal der nordrussischen Holzarchitektur. Am 10. August 2018 wurde sie durch einen Brand vollständig zerstört.В Карелии сгорела уникальная деревянная церковь XVIII века

Kondopoga besitzt ein Heimatmuseum.

Der nahe gelegene Wasserfall Kiwatsch im gleichnamigen Naturschutzgebiet gehört zu den höchsten Flachlandwasserfällen (11 Meter) Russlands. Unweit der Stadt liegt auch der Kurort Marzialnyje Wody.

Persönlichkeiten Wladimir Stepanow (* 1927), sowjetischer Politiker und Diplomat Marat Tarassow (* 1930), Dichter und Übersetzer Viola Malmi (1932–2010), Choreographin Larissa Lasutina (* 1965), dreifache Olympiasiegerin im Skilanglauf Natalia Dittrich (* 1973), Musikerin und Filmkomponistin Jewgenija Medwedewa-Arbusowa (* 1976), Skilangläuferin Juri Gorschkow (* 1999), Fußballspieler

Wirtschaft Bedeutendstes Unternehmen der Stadt ist die Papierfabrik der Kondopoga AG (früher Kondogaer Zellulose- und Papierkombinat), die bis zu einem Drittel des russischen Zeitungspapiers herstellt. Daneben gibt es Holzverarbeitung und Baumaterialienwirtschaft.

Weblinks

Webseite der Stadtverwaltung (russisch), mit englischem Geschichts- und Geographieteil (siehe rechte obere Ecke) Kondopoga auf mojgorod.ru (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Republik Karelien Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1938