mini|St. Michael (Luftbild) mini|Dorfgemeinschaftshaus mini|St. Michael mini|Pfarrhaus
Weißenbronn (fränkisch: Waisn-brunnE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198. Dort folgendermaßen transkribiert: „waisnbrún“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage An das Pfarrdorf schließt sich unmittelbar östlich Betzmannsdorf an. Im Ort entspringt das Weißenbronner Bächlein, das bei Göddeldorf als rechter Zufluss in die Schwabach mündet. Südwestlich liegt der Weißenbronner Wald mit dem Grubenberg, südöstlich liegt das Waldgebiet Betzenlohe.
Die Kreisstraße AN 17 führt nach Heilsbronn (2 km nordwestlich) bzw. nach Triebendorf (3 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 29 führt an Betzmannsdorf vorbei nach Göddeldorf (3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen über den Butzenhof nach Weiterndorf (1,3 km nördlich) und nach Mausendorf (1,8 km südwestlich).
Gemarkung Die Gemarkung Weißenbronn hat eine Fläche von 7,312 km². Sie ist in 968 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7553,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Betzmannsdorf und Triebendorf.
Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Wizenbrunnen“ im Jahre 1286. Es gab die Schreibweisen „Witzenbrun“ (1318), „Wiesenbrunn“ (1322), „Weißenbrunn“ (1337). Der Ortsname leitet sich von einem gleichnamigen Gewässernamen ab, der eine helle, klare Quelle bezeichnet (heute als Weißenbronner Bächlein bezeichnet).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198. Im frühen 14. Jahrhundert wurde eine Kirche erbaut, die 1337 konsekriert und dem Erzengel Michael geweiht wurde.
Das Kloster Heilsbronn kam nach und nach bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den Besitz sämtlicher 38 Anwesen und auch des Pfarrpatronats. Schon lange vor diesen Erwerbungen stand dem Kloster die Jurisdiktion im Ort zu.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 296.
Gemäß dem 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach von 1608 gab es in Weißenbronn 37 Mannschaften: Die vier Bauern und 33 Köbler hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus und das Pfarrhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733. Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn von 1608 wurden für Weißenbronn 38 Mannschaften angegeben (4 Bauern und 34 Köbler).Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 740.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden einige Gebäude beschädigt, darunter auch die Kirche und das Mesnerhaus; die Einwohner wurden von durchziehenden Truppen immer wieder beraubt und zu deren Einquartierung genötigt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 296 ff. Im Gegensatz zu den umliegenden Orten erholte sich Weißenbronn nach Kriegsende ziemlich rasch. Dafür waren nicht zuletzt die rund 250 Glaubensflüchtlinge aus Österreich verantwortlich, die im Gebiet der Pfarrei eine neue Heimat fanden.E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Windsbach im 17. Jahrhundert, S. 69 ff.
Im Jahre 1716 wurde die St.-Michaels-Kirche mit den Steinen und Ziegeln der zerstörten St.-Stephans-Kapelle in Wollersdorf restauriert. 1738 wurde ein Pfarrhaus errichtet, in das ebenfalls Steine und Ziegel der Kirchenruine verbaut wurden.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Weißenbronn 40 Anwesen (2 Höfe, 3 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Wirtschaft, 1 Gut, 23 Gütlein, 1 Gütlein mit Feuerrecht, 1 Gütlein mit Badstube, 2 Schmieden, 6 Tropfhäuser). Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrhaus) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 926. Es gab zu dieser Zeit 39 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 142. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
Im Jahre 1806 kam Weißenbronn an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 der Steuerdistrikt Weißenbronn gebildet, zu dem Betzmannsdorf, Göddeldorf, Müncherlbach, Seitendorf, Trachenhöfstatt, Triebendorf und Weißenbronn gehörten. Die Ruralgemeinde Weißenbronn entstand im Jahr 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden drei Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Müncherlbach, Ruralgemeinde Seitendorf mit Göddeldorf und Trachenhöfstatt, Ruralgemeinde Weißenbronn mit Betzmannsdorf und Triebendorf. Von 1862 bis 1879 gehörte Weißenbronn zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,238 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Heilsbronn eingemeindet.
Baudenkmäler In Weißenbronn gibt es sieben Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Michael Sonnenstraße 15a: Ehemaliges Forsthaus Talstraße 4: Fachwerkscheune, 17./18. Jahrhundert Talstraße 6: Pfarrhaus, erbaut 1738/39 Talstraße 14: eingeschossiger Bau, 17./18. Jahrhundert, mit Fachwerkgiebel und Krangaube Wollersdorfer Straße 5: Ehemaliges Schulhaus mit Nebengebäude Martersäule aus Sandstein mit Kreuzrelief, 17./18. Jahrhundert, westlich des Ortes an der Straße nach Heilsbronn an der Gemarkungsgrenze
Einwohnerentwicklung Gemeinde Weißenbronn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 331 366 390 386 399 417 432 431 409 444 413 420 402 385 424 434 440 414 385 547 537 484 421 392HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 65 68 78 82 81 83 79 80 85 Quelle Für die Gemeinde Weißenbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Betzmannsdorf (S. 9) und Triebendorf (S. 92). Die dort angegebenen Einwohnerzahlen für Betzmannsdorf sind mit Sicherheit falsch, für Weißenbronn höchstwahrscheinlich falsch. Einwohnerzahlen für die Gemeinde vom Historischen Gemeindeverzeichnis 1953 übernommen.
Ort Weißenbronn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 265 233 315 337 337 310 350 405 338 295 374 408 429 461Häuser 53 56 65 67 63 64 67 92 Quelle
Religion Weißenbronn ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Michael. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unserer Lieben Frau gepfarrt.
Persönlichkeiten Georg M. Hahn (1848–1923), Kapellmeister in Weißenbronn Michael Raab (1601–1667), Pfarrer und Dekan, geboren in Weißenbronn
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1286 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach