Der Bundestagswahlkreis Aurich – Emden (Wahlkreis 24) ist ein Wahlkreis in Niedersachsen für die Wahlen zum Deutschen Bundestag. Er umfasst den Landkreis Aurich und die kreisfreie Stadt Emden.

Der Wahlkreis gilt als eine der ausgeprägtesten SPD-Hochburgen in Deutschland. Hier waren deren Kandidaten bislang jedes Mal siegreich.

Wahlkreisgeschichte Der Wahlkreis war bei der Bundestagswahl 1949 die Nummer 1 der niedersächsischen Wahlkreise. Danach erhielt er die bundesweite Wahlkreisnummer 23. Er bestand ursprünglich aus der Stadt Emden, dem Landkreis Aurich und dem Landkreis Norden, der 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert wurde.

Zur Bundestagswahl 1965 wurde er aufgelöst. Die Stadt Emden und der Landkreis Norden gingen dabei an den Wahlkreis Emden – Leer und der Landkreis Aurich an den Wahlkreis Wilhelmshaven.

Zur Bundestagswahl 1980 wurde er in seiner alten Form wieder errichtet. Bis 1998 hatte er die Nummer 19, von 2002 bis 2009 die Nummer 25, seit 2013 die Nummer 24.

Bei der Bundestagswahl 2002 errang die SPD mit 61,7 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis aller deutschen Wahlkreise, 2005 mit 55,9 Prozent das zweitbeste. 2009 errang die SPD nach hohen Verlusten von 17,1 Prozentpunkten erstmals seit Jahrzehnten kein Ergebnis jenseits der 50-Prozent-Marke.

Wahlkreisabgeordnete Wahl Abgeordneter Partei Stimmenin % 1949 35,5 1953 43,0 1957 48,6 1961 48,6 1965 bis 1976 siehe Wahlkreise Emden – Leer und Wilhelmshaven 1980 62,4 1983 57,1 1987 58,7 1990 56,9 1994 57,1 1998 59,6 2002 61,4 2005 58,3 2009 44,4 2013 50,3 2017 49,6 2021 52,8 2025 41,2

Wahlergebnisse Bundestagswahl 2025

Bundestagswahl 2021

Der Stimmzettel zur Bundestagswahl am 26. September 2021 umfasst 21 Landeslisten. Die Parteien haben folgende Kandidaten aufgestellt. Direktkandidat ParteiErststimmen in %Zweitstimmen in %Joachim Kleen CDU17,717,7Johann SaathoffSPD52,843,3 Sahra Buss FDP8,78,9 -AfD -8,2Stefan Maas GRÜNE9,313,0 Friedrich-Bernd Albers DIE LINKE3,63,4 -Die PARTEI -0,8Diedrich KleenTierschutzpartei3,11,6Detlev KrügerFREIE WÄHLER3,11,3 -PIRATEN -0,3 -NPD -0,1–V-Partei³ -0,0–ÖDP -0,1 -MLPD -0,0–DKP -0,0David FrerichsdieBasis1,60,8–du. -0,1–LKR -0,0 -Die Humanisten -0,1–Team Todenhöfer -0,1–Volt -0,1Anton LenzEinzelbewerber0,1 - Johann Saathoff war bei der Bundestagswahl 2021 der Kandidat mit dem besten Erststimmenergebnis aller Bewerber in Deutschland und der einzige direkt gewählte Kandidat, der dies mit absoluter Mehrheit in seinem Wahlkreis erreichte.

Bundestagswahl 2017

Zur Bundestagswahl 2017 am 24. September wurden 8 Direktkandidaten und 18 Landeslisten zugelassen.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %Reinhard HegewaldCDU27,628Johann SaathoffSPD49,637,8Uwe EwenFDP4,97,1Garrelt AgenaGRÜNE7,07,4Marcus StahlDIE LINKE.6,77,2 Michael-Tillmann BerndtPIRATEN1,70,4 –NPD –0,3 –Tierschutzpartei –0,8 –MLPD –0,0 –AfD –9,1 –DiB –0,1 –DKP –0,0Alrich BartelsFREIE WÄHLER2,40,5 –BGE –0,1Doris von PentzEinzelbewerber0,1 – –DM –0,1 –ÖDP –0,1 –Die PARTEI –0,7 –V-Partei³ –0,1

Bundestagswahl 2013

Die Bundestagswahl 2013 fand am 22. September statt. Es wurden 14 Landeslisten zugelassen und im Wahlkreis 24 Aurich-Emden sechs daran angeschlossene Direktkandidaten: Direkt gewählt wurde Johann Saathoff von der SPD, Heiko Schmelzle gelang für die CDU der Einzug in den Bundestag über die niedersächsische Landesliste. Nicht wieder gewählt wurde Thilo Hoppe von den Grünen, der auf der Landesliste seiner Partei auf Platz acht gestanden hatte. Da die Liste aufgrund des im Vergleich zu 2009 schlechteren Wahlergebnisses für die Grünen nur bis Platz sechs „zog“, verlor er sein Mandat.

Mit einem Erststimmenergebnis von 50,3 Prozent holte Saathoff das zweitbeste Erststimmenergebnis für die SPD bundesweit nach Joachim Poß, der im Bundestagswahlkreis Gelsenkirchen 50,5 Prozent holte. Dies blieben die beiden einzigen mit absoluter Stimmenmehrheit geholten Mandate der SPD im Bund. Das Zweitstimmenergebnis von 43,8 Prozent bedeutete gegenüber 2009 eine Verbesserung um fünf Prozent für die SPD, blieb aber dennoch deutlich unter demjenigen in den Wahlen bis 2005, in denen die Sozialdemokraten über Jahrzehnte mehr als 50 Prozent der Stimmen gewannen. Gemeinsam mit dem Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II bedeuteten die 43,8 Prozent jedoch das zweitbeste Zweitstimmenergebnis bundesweit, wiederum nach dem Wahlkreis Gelsenkirchen mit 44,0 Prozent.

Gegenüber der Bundestagswahl 2009 verloren sowohl Grüne als auch Linke und FDP. Mit einer Wahlbeteiligung von 69,9 Prozent wurde der Wert von 2009 (70,0 Prozent) noch einmal unterboten.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %Heiko SchmelzleCDU 32,3 32,4Johann SaathoffSPD 50,3 43,8Stephan BüntingFDP 1,6 3,3Thilo HoppeGRÜNE 9,6 8,3Marco NotmanDIE LINKE. 4,8 4,96 –PIRATEN – 1,4 –NPD – 1,0 –Tierschutzpartei – 0,8 –MLPD – 0,0 –AfD – 3,1 –pro Deutschland – 0,1 –REP – 0,1Klaus KlitzschFREIE WÄHLER 1,4 0,5 –PBC – 0,1

Bundestagswahl 2009

Die Bundestagswahl 2009 hatte folgendes Ergebnis:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Garrelt Duin SPD 44,4 38,8 Reinhard Hegewald CDU 25,8 24,6 Cornelia Debus FDP 7,1 10,4 Thilo Hoppe Bündnis 90/Die Grünen 11,1 10,4 Martin Heilemann Die Linke. 10,1 11,5 Horst Wagener NPD 1,4 1,3 – Die Tierschutzpartei – 0,8 – RRP – 0,5 – PIRATEN – 1,5 – MLPD – 0,0

Wahlergebnisse der Parteien seit 1949 Wahl SPD CDU FDP Grüne Linke1990-2002: PDS, 1949/1953: KPD NPD /REP1990/94: REP, 1998/2002: REP und NPD AfD DRP1949: DKP-DRP202528,6 %23,3 %3,3 %8,2 %7,5 %–21,0 %–– 2021 43,3 % 17,7 % 8,9 % 13,0 % 3,4 % 0,1 % 8,2 % – – 2017 37,8 % 28,0 % 7,1 % 7,4 % 7,2 % 0,3 % 9,1 % – – 2013 43,8 % 32,4 % 3,3 % 8,3 % 4,96 % 1,0 % 3,1 % – – 2009 38,8 % 24,6 % 10,4 % 10,4 % 11,5 % 1,3 % – – – 2005 55,9 % 24,9 % 6,2 % 6,2 % 4,5 % 1,1 % – – – 2002 61,7 % 24,0 % 6,0 % 5,6 % 1,0 % 0,5 % – – – 1998 61,6 % 25,8 % 4,4 % 4,9 % 0,9 % 0,7 % – – – 1994 56,0 % 29,2 % 6,0 % 5,9 % 0,9 % 0,7 % – – – 1990 55,3 % 30,9 % 7,1 % 4,6 % 0,3 % 0,7 % – – – 1987 57,0 % 28,6 % 6,4 % 7,4 % – 0,3 % – – – 1983 54,8 % 33,9 % 5,3 % 5,6 % – 0,1 % – – – 1980 60,3 % 28,5 % 9,2 % 1,6 % – 0,1 % – – – 1965 bis 1976siehe Wahlkreise Emden – Leer und Wilhelmshaven 1961 47,5 % 36,0 % 10,1 % – – – – 1,5 % GDP 2,7 %, DFU 2,1 % 1957 48,0 % 33,7 % 5,3 % – – – – 2,2 % GB/BHE 4,3 %, DP 6,0 % 1953 40,3 % 28,1 % 11,7 % – 2,8 % – – 7,9 % GB/BHE 5,3 %, DP 2,9 % 1949 35,5 % 13,4 % 10,0 % – 5,3 % – – 11,5 % DP 9,9 %

Weblinks Strukturdaten des Wahlkreises Aurich – Emden (Stand 2009)

Einzelnachweise

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