Die DEL-Saison 2008/09 war die 15. Spielzeit seit Bestehen der Deutschen Eishockey Liga. Es traten 16 Vereine gegeneinander an; der Meister der 2. Bundesliga 2007/08, die Kassel Huskies, hatte erwartungsgemäß die Lizenz erhalten. Nach 52 Hauptrundenspieltagen und den Play-offs feierten die Eisbären Berlin ihre vierte Deutsche Meisterschaft in den vergangenen fünf Jahren.

Eröffnet wurde die Spielzeit am Donnerstag, dem 4. September 2008, mit der Neuauflage des Vorjahres-Finales; die Eisbären Berlin schlugen die Kölner Haie 2:1. Die restlichen Partien des ersten Spieltags wurden einen Tag später ausgetragen.kicker.de, DEL-Saisonstart 2008/09 steht

Voraussetzungen Teilnehmer

Gemäß dem Kooperationsvertrag zwischen der DEL und dem Deutschen Eishockey-Bund gab es in der Saison 2007/08 keinen sportlichen Absteiger aus der DEL. Der Meister der 2. Bundesliga Kassel Huskies konnte jedoch in die DEL aufsteigen. Die Hessen erhielten am 4. Juli 2008 nach Erfüllung aller finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen die Lizenzkicker.de, Grünes Licht für die Huskies. Folgende 16 Vereine nahmen damit an der Deutschen Eishockey Liga 2008/09 teil (alphabetische Sortierung mit Vorjahresplatzierung): Klub Standort Vorjahr Play-offs Augsburger Panther Augsburg 12. – Eisbären Berlin Berlin 2. Deutscher Meister Füchse Duisburg Duisburg 15. – DEG Metro Stars Düsseldorf 9. Halbfinale Frankfurt Lions Frankfurt am Main 4. Halbfinale Hamburg Freezers Hamburg 7. Viertelfinale Hannover Scorpions Hannover 8. Play-off-Qualifikation ERC Ingolstadt Ingolstadt 10. Play-off-Qualifikation Iserlohn Roosters Iserlohn 5. Viertelfinale Kassel Huskies Kassel – Aufsteiger Kölner Haie Köln 3. Vizemeister Krefeld Pinguine Krefeld 11. – Adler Mannheim Mannheim 6. Viertelfinale Sinupret Ice Tigers Nürnberg 1. Viertelfinale Straubing Tigers Straubing 14. – Grizzly Adams Wolfsburg Wolfsburg 13. –

Modus und Regelwerk Auf ihrer 69. Gesellschafterversammlung beschloss die Liga im November 2007, nach der Aufstockung der Liga von 15 auf 16 Mannschaften, die Anzahl der Vorrundenspiele von derzeit 56 Spielen auf 52 zu verringern. Dazu werden die Teams in vier Gruppen auf Grundlage der Hauptrunden-Abschlusstabelle 2006/07 eingeteilt. Die Mannschaften treten weiterhin jeweils viermal gegeneinander an, außer den Mannschaften aus der Gruppe A (Plätze 1, 8, 9 und 16) gegen jeden der Gruppe D (4, 5, 12, 13) sowie den Teams der Gruppe B (2, 7, 10, 15) gegen jeden der Gruppe C (3, 6, 11, 14), welche jeweils nur zweimal aufeinander treffen. Die Aufteilung der Liga in Gruppen wird sich dabei jedoch nicht in der Tabelle widerspiegeln. Der Vorschlag, die DEL in regionale Gruppen nach Vorbild der NHL einzuteilen, wurde verworfen.

Die sechs bestplatzierten Mannschaften ziehen weiterhin automatisch in die Play-offs ein, die vier Teams auf den Plätzen sieben bis zehn kämpfen in einer Qualifikation nach der Hauptrunde um die Play-offs. Der Beschluss, zur Saison 2008/09 Play-downs und eine Relegation mit dem Meister der 2. Bundesliga einzuführen, wird dagegen nicht umgesetzt, weil die Eishockeyspielbetriebsgesellschaft der 2. Bundesliga die dazu nötigen Reformen aufgrund von „gegebenen Strukturen und Notwendigkeiten für den Spielbetrieb der 2. Liga und Oberliga“ in der Kürze der Zeit nicht ermöglichen konntekicker.de, DEL: Kein Auf- und Abstieg.

Für die Saison 2008/09 sieht die Gruppeneinteilung und die Spielanzahl damit folgendermaßen aus: Spiele gegen Gruppe AAdler MannheimFrankfurt LionsEisbären BerlinKassel Huskies Gruppe BDEG Metro StarsHamburg FreezersKrefeld PinguineGrizzly Adams Wolfsburg Gruppe CSinupret Ice TigersHannover ScorpionsIserlohn RoostersEV Duisburg Gruppe DERC IngolstadtKölner HaieStraubing TigersAugsburger Panther Gruppe A 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 2 (1 Heim, 1 Auswärts) Gruppe B 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 2 (1 Heim, 1 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) Gruppe C 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 2 (1 Heim, 1 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) Gruppe D 2 (1 Heim, 1 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts) 4 (2 Heim, 2 Auswärts)

Sportliches mini|Die neue O₂ World während ihrer Errichtung Kurz nach Beginn der Spielzeit 2008/09 zogen die Eisbären Berlin in die kurz zuvor fertiggestellte, 17.000 Zuschauer fassende O2 World. Zur Saison 2008/09 wurde von der IIHF zum ersten Mal die Champions Hockey League – ein Landesmeisterwettbewerb nach Vorbild der UEFA Champions League – ausgetragen. Die DEL wurde von der IIHF auf Platz 7 der europäischen Ligenrangliste eingestuft, daher konnten zwei Mannschaften an der CHL teilnehmen: Der Hauptrundensieger Nürnberg Ice Tigers scheiterte in einem Qualifikationsturnier gegen den SC Bern (Schweiz). Die Eisbären Berlin waren als Meister direkt für die Gruppenphase qualifiziert und wurden mit drei Siegen aus vier Spielen Zweiter in der Gruppenphase hinter dem späteren Finalisten HK Metallurg Magnitogorsk aus Russland.

Der seit 2002 ausgetragene Deutsche Eishockey-Pokal wurde diese Saison in leicht veränderter Form ausgespielt. Die Vorrunde wurde in acht Turnieren an Standorten der ESBG mit je zwei DEL- und zwei ESBG-Mannschaften ausgetragen. Dabei trafen jeweils die ESBG- und die DEL-Vertreter aufeinander, DEL-Clubs und ESBG-Clubs spielten nicht untereinander. Der Sieger des Turniers zog ins Viertelfinale ein, welches wie bisher im K.-o.-Modus gespielt wurde. Den Titel sicherten sich die Grizzly Adams Wolfsburg.

Transfers Meister Eisbären Berlin vertraute zum Saisonbeginn auf seine Eingespieltheit aus der vergangenen Saison und verstärkte sich nur punktuell. Neben Nachwuchsspieler André Mangold verstärkte sich das Team lediglich mit DEL-Top-Verteidiger Richie Regehr, der von den Frankfurt Lions an die Spree wechselte, und Stürmer Matt McIlvane. Vorjahresfinalist Kölner Haie konnten mit Mike Johnson einen noch prominenteren Spieler verpflichten. Der Kanadier absolvierte in seiner Karriere 661 NHL-Spiele für die St. Louis Blues, die Montreal Canadiens, die Tampa Bay Lightning und die Toronto Maple Leafs und ersetzte Ivan Ciernik, der trotz laufenden Vertrags in Köln in die neue russische KHL zum HK Sibir Nowosibirsk wechselte. Mit Harlan Pratt von den Augsburger Panthern, Christoph Melischko vom ERC Ingolstadt und Christoph Ullmann von den Adler Mannheim sicherten sich die Haie zudem die Dienste dreier weiterer DEL-erfahrener Stammkräfte. Kai Hospelt und Sebastian Furchner wechselten hingegen zum Ligakonkurrenten Grizzly Adams Wolfsburg. Auch Rekordmeister Mannheim ergänzte seinen Kader nur an einigen Stellen. Mit Torhüter Fred Brathwaite und Stürmer Jason King wechselten zwei NHL-erfahrene Spieler zu den Adlern. Die Stammkräfte Martin Ančička (zu den Sinupret Ice Tigers), Jeff Shantz (EC KAC) und Eduard Lewandowski (HK Spartak Moskau) verließen hingegen den Verein.

mini|Frederic Cassivi wechselte von den Washington Capitals ins Tor der Sinupret Ice Tigers Mit dem NHL-erfahrenen Ben Simon verpflichtete indes Überraschungs-Play-off-Teilnehmer Iserlohn Roosters den frühzeitig nach Frankfurt abgewanderten Pat Kavanagh ersetzen. Die Frankfurt Lions kompensierten die Abgänge der beiden Stammkräfte Richie Regehr und Jason Marshall mit der Verpflichtung von Mathieu Biron, jüngerer Bruder von NHL-Torhüter Martin Biron, sowie John Slaney und Lance Ward. Im Sturm konnten zudem mit dem NHL-erfahrenen Josh Langfeld und Jamie Wright von den DEG Metro Stars zwei weitere namhafte Spieler unter Vertrag genommen werden. Lokalrivale Kassel Huskies konnte währenddessen mit Nationalspieler Manuel Klinge sowie Colin Beardsmore aus Nürnberg und Sean Tallaire aus Köln drei etablierte Spieler für die erste Saison nach einer zweijährigen Ligaabstinenz verpflichten. Die durch die schlechte Vorsaison wirtschaftlich angeschlagenen DEG Metro Stars verließen Publikumsliebling Tore Vikingstad und Torjäger Klaus Kathan zwei langjährige Stammspieler, mit Adam Courchaine (Duisburg), Shane Joseph (Augsburg), Ryan Ramsay (Krefeld) und Bradley Tutschek (Ingolstadt) konnten immerhin einige DEL-erfahrene Ersatzkräfte eingekauft werden.

Zudem wechselten mit Jere Karalahti, der früher für die Los Angeles Kings sowie die Nashville Predators aktiv war und nun bei den Hamburg Freezern anheuerte, Frédéric Cassivi, der in Nürnberg den nach Russland abgewanderten Nationaltorhüter Dimitrij Kotschnew ersetzte, Jon Klemm, zweimaliger Stanley-Cup-Gewinner und Neu-Straubinger, weitere Spieler, die bereits in der National Hockey League Erfahrungen gesammelt hatten, in die DEL.

Wirtschaft Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Etats der Vereine fast stabil, der durchschnittliche Etat belief sich auf 5,24 Mio. €, was eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr darstellte. Der Gesamtetat der Vereine wurde bedingt durch die Aufstockung der Liga um eine weitere Mannschaft von 78,7 auf 84,3 Millionen Euro erhöht. Wieder stand der DEL eine vergleichsweise hohe Summe an TV-Geldern vom Pay-TV-Sender Premiere zur Verfügung. Als Hauptsponsor der Liga warben weiterhin die Gelben Seiten in jedem Stadion an der Bande sowie auf den offiziellen Internetpräsenzen der Clubs. Im August 2008 kündigte das Hamburger Verlagshaus Milchstraße, zudem unter anderem die Programmzeitschriften TV Spielfilm und TV Today gehören, eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Eishockey Liga an.

Etat-Übersicht der DEL-Clubs 2008/09Rheinische Post online, Club Etat 2008/09 in Mio. € Veränderung gegenüberdem Vorjahr Gehaltsetat in Mio. €Sport-Bild, 12/2009, 18. März 2009, Seite 59 Zuschauerschnitt Kalkulation Hauptrundedel.org, Zuschauerschnitt Hauptrunde 2008/09 Play-offsdel.org, Zuschauerschnitt Play-offs 2008/09 Adler Mannheim 8,0 ±0 4,5 9.000 11.756 12.237 Eisbären Berlin 7,7 +1,7 4,5 9.500 13.746 14.083 DEG Metro Stars 7,2 −0,3 3,6 7.000 6.084 9.943 Hamburg Freezers 7,1 ±0 4,2 9.500 7.949 6.660 Kölner Haie 6,5 ±0 2,7 10.000 10.342 – ERC Ingolstadt 6,2 +0,2 3,5 3.700 3.346 – Hannover Scorpions 5,0 ±0 3,5 4.500 5.668 4.916 Sinupret Ice Tigers 4,8 ±0 2,4 4.600 4.322 7.976 Frankfurt Lions 4,8 ±0 2,2 5.200 6.208 5.650 Grizzly Adams Wolfsburg 4,5 ±0 2,2 2.500 2.328 2.560 Iserlohn Roosters 4,5 +0,7 2,5 3.000 3.864 – Krefeld Pinguine 4,1 +0,3 2,3 3.500 4.491 7.819 Füchse Duisburg 4,0 +1,0 2,5 2.000 1.792 – Straubing Tigers 3,7 +0,2 1,8 3.900 4.226 – Augsburger Panther 3,1 −0,2 1,5 3.500 3.678 5.052 Kassel Huskies 3,1 – 2,0 3.500 4.071 – Ligaschnitt 5,27 +0,02 2,9 5.300 5.867 8.219

Die Adler Mannheim blieben damit weiterhin Etat-Krösus der Liga, die größte Etaterhöhung konnte Meister Eisbären Berlin mit zusätzlichen 1,7 Millionen Euro verzeichnen. Neues Schlusslicht der Rangfolge sind die Augsburger Panther und Aufsteiger Kassel Huskies, nachdem das Team mit dem bislang kleinsten Etat, der EV Duisburg, sein Budget um eine Million Euro erhöhte. Die starke Saison der Iserlohn Roosters, die überraschend den fünften Platz der Vorrunde belegten, brachte der Mannschaft eine Etaterhöhung um 700.000 Euro. Als erstes Team der DEL hatten die DEG Metro Stars bereits im Februar 2008 bekannt gegeben, den Etat für die nächste Saison deutlich zu kürzen. Dies begründete der Verein vor allem mit dem schlechten Abschneiden des Clubs in der Vorrunde 2007/08 sowie dem Einbruch in den Zuschauerzahlen auf lediglich 6.124 Zuschauern pro Heimspiel.Westdeutsche Zeitung online, Sparkurs setzt Kräfte frei

Am 28. August verstarb Gerd Schröder, der Besitzer der Frankfurt Lions und Aufsichtsratsvorsitzende der DEL, im Alter von 49 Jahren, nachdem er wenige Tage zuvor einen Schlaganfall erlitten hatte. Nach anfänglichen Bedenken wurde die Zukunft der Lions allerdings für gesichert erklärt.Eishockey-Magazin, , Zugriff am 28. März 2013 Jürgen Arnold, Gesellschafter des ERC Ingolstadt, übernahm indes Schröders Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Eishockey Liga.kicker.de, Arnold neuer Aufsichtsratsvorsitzender