mini|Kapelle mini|Kapelle, Gedenktafel für die gefallenen Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg mini|Alte Scheune
Gottmannsdorf (fränkisch: Gammasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 85. Dort folgendermaßen transkribiert: „gaməschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Gottmannsdorf liegt in der Gemarkung Bonnhof.
Geografie Südlich des Dorfs entlang der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim befindet sich eines der größten Photovoltaikanlagen des Landkreises Ansbach. Im Norden liegt das Waldgebiet Schwall, im Nordosten schließt sich die Hirschleiten und im Osten das Egestal an. 1 km westlich liegt das Waldgebiet Lohe. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Müncherlbach (1,7 km südöstlich), nach Raitersaich zur Kreisstraße AN 25/FÜ 22 (1,4 km nordöstlich), nach Bürglein (2,4 km nordwestlich), Bonnhof (2,6 km westlich) und Heilsbronn (3 km südwestlich) jeweils zur Staatsstraße 2410.
Geschichte In Zusammenhang mit der Errichtung einer Kirche im Jahre 1239 wurde der Ort als „Godemůzelstorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Godomyslъ.Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2, Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth, Heidelberg 2006, S. 114. Es ist davon auszugehen, dass der Ort zu den Siedlungen zählt, die von den Slawen angelegt wurden (s. Slawische Siedlungsnamen in Nordostbayern). Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich in der Folgezeit mehrfach: „Gotmuzzelsdorf“ (1268), „Gotmanssdorff“ (1402), „Gotmannsdorff“ (1413), „Gotmanßdorff“ (1504).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 85f.
Die Kirche war ursprünglich eine Filiale von St. Maria (Großhaslach), ab 1249 von St. Johannes (Bürglein). Das Kloster Heilsbronn erwarb nach und nach acht Höfe, zwei blieben nürnbergisch.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 202 ff.
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Gottmannsdorf nur die sieben Mannschaften verzeichnet, die das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten (vier Bauern, zwei Köbler und einen Stadel). Die Mannschaften anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737. Im Dreißigjährigen Krieg brannten neben der Kirche vier Höfe ab, vier waren unbewohnt und verödeten, nur zwei blieben bewohnt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 204.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gottmannsdorf 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof. Grundherren waren das Kastenamt Bonnhof (4 Höfe, 2 Güter, Gemeindehirtenhaus) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof, 1 Wirtshaus).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 119. Es gab zu dieser Zeit acht Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 367 f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gottmannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Gottmannsdorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Bonnhof umgemeindet. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Heilsbronn eingegliedert.
Baudenkmäler Haus Nr. 5: Wohnhaus mit Scheune Glockenturm der ehemaligen Kirche: zweigeschossiger verputzter Ziegelbau wohl des 18. Jahrhunderts mit Stichbogenöffnungen und vierseitigem PyramidendachG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 97. Denkmalschutz aufgehoben. Steinkreuz, mittelalterlich, im Osten des Ortes an der Weggabelung nach Raitersaich und Müncherlbach aus Sandstein mit zwei eingeritzten Pflugscharen Martersäule, barock, am Südausgang des Ortes: Hohe Sandsteinstele über quadratischem Grundriss mit abgekanteten Ecken über dem Sockel
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 74 121 129 122 123 112 127 167 119 58 116 111 109 97HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 12 16 22 20 26 23 24 25 Quelle
Religion Gottmannsdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ersterwähnung 1239 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft