mini|Verbreitungskarte Der Goldtukan (Pteroglossus bailloni) ist ein in Südamerika beheimateter Spechtvogel aus der Familie der Tukane. Er gehört der Gattung der Schwarzarassaris an und wurde erstmals 1819 von Louis Pierre Vieillot beschrieben.
Merkmale Der Goldtukan ist ein mittelgroßer Vogel mit dem typischen großen Tukanschnabel. Das Gefieder ist von oliv und gelblicher Farbe.Lester Short, Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets, and Honeyguides: Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, 2001, ISBN 978-0198546665, S. 369. An der Basis ist der grünlich-gelbe Schnabel kastanienrot. Die unbefiederte Haut um die Augen ist rosaorange.Carolina Demetrio Ferreira, Michelle Noronha da Matta Baptista (2021): Birds of Parque Nacional do Caparaó, Atlantic Forest, southeastern Brazil. In: Check List 17 (6), S. 1570. (Online bei Researchgate)
Verbreitung und Lebensraum Der Goldtukan ist im Osten Paraguays, in der argentinischen Region Misiones und im Südosten Brasiliens zu finden, wo er in Feucht- und Regenwäldern heimisch ist.Eckelberry (1964): A NOTE ON THE TOUCANS OF NORTHERN ARGENTINA (PDF; 64 kB), The Wilson Bulletin, Vol. 76, No. 1. S. 5.
Lebensweise Goldtukane ernähren sich hauptsächlich von Früchten.
Gefährdung Nach Angaben der IUCN ist der Bestand „near threatened“, was eine noch nicht akute Bedrohung bedeutet. Die Zerstörung des tropischen Lebensraums stellt derzeit die größte Gefahr dar.
Systematik Über die Gattungszugehörigkeit des Goldtukans herrschte seit seiner Entdeckung oft Uneinigkeit. Ursprünglich wurde er als Ramphastos bailloni geführt, in den 1930er und 1940er Jahren war eine Einordnung in die Gattung Andigena (Blautukane) angedacht.Kimura et al. (2004): GENETIC DISTANCES AND PHYLOGENETIC ANALYSIS SUGGEST THAT BAILLONIUS CASSIN, 1867 IS A PTEROGLOSSUS ILLIGER, 1811 (PICIFORMES: RAMPHASTIDAE), ORNITOLOGIA NEOTROPICAL 15: S. 529 Später galt er lange Zeit als eigene Gattung mit nur einer Art, mit dem wissenschaftlichen Namen Baillonius bailloni. Im Jahr 2004 wurde auf Grundlage der Untersuchung des Genoms der Tiere ein Vergleich mit anderen Tukanen vorgenommen, der eine Einordnung als Pteroglossus zum Ergebnis hatte.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Goldtukans erfolgte 1819 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Ramphastos Bailloni. Vieillot bezog sich bei seiner Beschreibung auf François Levaillants L'Aracari baillon.Louis Pierre Vieillot (1819), S. 283 1811 führte Johann Karl Wilhelm Illiger die für die Wissenschaft neue Gattung Pteroglossus ein.Johann Karl Wilhelm Illiger (1811), S. 202 Dieser Begriff leitet sich von für Feder und für Zunge ab. Bailloni ist Jean François Emmanuel Baillon (1742–1801) gewidmet.François Levaillant (1806), S. 44–46, Tafel 18 Alfred Laubmann sah die Art in seinem Werk Die Vögel von Paraguay noch in der Gattung Andigena , 1851. Für Paraguay sah er nur einen Nachweis durch Arnaldo de Winkelried Bertoni aus dem Jahre 1917Arnaldo de Winkelried Bertoni (1919), S. 256 bei Puerto Bertoni.Alfred Laubmann (1939), S. 196
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Tukane