Ketteldorf (fränkisch: KedldorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 113.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Im Kirchdorf entspringt der Kettelbach, der mit weiteren Bächen zu einem Bach zusammenfließt, der zuletzt Weihersmühlbach genannt wird. Dieser ist ein rechter Zufluss der Bibert. 0,5 km südlich befindet sich der Ketteldorfer Forst, 0,75 km südwestlich das Waldgebiet Faule Zagel.
Die Kreisstraße AN 17 verläuft nach Heilsbronn (2,4 km südöstlich) bzw. nach Neuhöflein (2,5 km nordwestlich). Die Kreisstraße AN 22 verläuft nach Großhaslach (2,8 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zur Kreisstraße AN 24 (1,8 km nördlich) zwischen Bonnhof (1,9 km südöstlich) und Betzendorf (0,7 km nordwestlich).
Gemarkung Die Gemarkung Ketteldorf hat eine Fläche von 5,586 km². Die Gemarkung ist in 766 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7162,06 m² haben.
Geschichte Vermutlich wurde Ketteldorf schon zwischen 750 und 850 gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1138 als „Ketelndorf“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Ketilo, eine umgelautete Verkleinerungsform des Personennamens Kato. Das Kloster Heilsbronn war schon mit seiner Gründung im Jahr 1132 in Besitz zweier Höfe in „Ketelendorf“. Nach und nach erwarb es alle übrigen Höfe. Zu dieser Zeit wurde auch eine Kapelle errichtet, die bis 1716 bestand. An ihrer Stelle wurde die heutige evangelisch-lutherische Kirche errichtet.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 127 ff.
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn von 1608 wurden für Ketteldorf 19 Mannschaften verzeichnet, die alle das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn hatten (zwölf Bauern, sieben Köbler). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738. Im Gegensatz zu den meisten anderen Orten dieser Gegend blieb Ketteldorf während des Dreißigjährigen Krieges größtenteils bewohnt. Nur vier Anwesen verödeten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 130.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ketteldorf 19 Anwesen (12 Höfe, 4 Gütlein, 1 Wirtsgut, 1 Bäckergütlein, 1 Tropfhaus). Das Hochgericht über zwei Anwesen übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, über 17 Anwesen das Richteramt Roßtal. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Neben den Anwesen gab es noch die Kirche und kommunale Gebäude (Schmiede, Schafhaus, Hirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 875. Es gab zu dieser Zeit 21 Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
1806 kam Ketteldorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ketteldorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Petersaurach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Petersaurach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ketteldorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Ketteldorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 997 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,487 km². Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Ketteldorf am 1. Januar 1972 nach Heilsbronn eingemeindet.
Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Filialkirche mit Friedhofsbefestigung Haus Nr. 3. Wohnstallhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 6: eingeschossiger Massivbau mit zweigeschossigem Giebel und profilierten Fensterrahmen; an der Stirnseite brandenburgisches Wappen, bezeichnet „1735“G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 117. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Häuser Nr. 9, 15, 16: eingeschossige Bauten 18./19. Jahrhundert mit dreigeschossigem Giebel
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 Einwohner 176 197 203 225 231 221 212 200 196 217 211 201 188 170 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 25 28 37 38 35 34 Quelle Dort mit 129 angegeben. Es wurden die Einwohnerzahlen der Gemeinden Ketteldorf und Kehlmünz vertauscht.
Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 180 164 194 217 211 340 368 358 161 141 165 166 164 166Häuser 37 49 30 44 Quelle
Religion Ketteldorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Maria (Großhaslach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.
Personen Gerd Schmelzer (* 1951), deutscher Immobilienunternehmer
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1138 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach