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Großhaslach (fränkisch: Hohsla bzw. GroshoslaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 88. Dort folgendermaßen transkribiert: „hōsla“ bzw. „grṓshosla“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung. Zum Gemeindeteil Großhaslach zählen Obere Mühle, Straßenmühle und Untermühle.

Geografie Lage Durch das Pfarrdorf fließt die Haselbach. Großhaslach liegt zwischen zwei Waldgebieten, dem Haslacher Wald im Westen und dem Ketteldorfer Forst im Osten. Die Kreisstraße AN 22 führt durch den Ort nach Ketteldorf (2,8 km nordöstlich) bzw. zur Bundesstraße 14 (1,5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zur Kreisstraße AN 10 bei Adelmannssitz (2,5 km westlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt über Steinbach (2,5 km nordwestlich) zur Staatsstraße 2246 (3,8 km nordwestlich).

Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemarkung Die Gemarkung Großhaslach hat eine Fläche von 13,978 km². Sie ist in 2129 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6565,39 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Gleizendorf, Gütlershof, Neumühle und Steinbach.

Geschichte Großhaslach gilt als eine der ältesten Siedlungen zwischen Ansbach und Nürnberg. Laut Überlieferung soll sich dort schon vor dem Jahre 800 eine Kirche befunden haben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort allerdings erst am 18. Oktober 1144, als eine Gräfin von Öttingen die Pfarrei „Hasela“ dem Kloster Heilsbronn schenkte. Der Ortsname bedeutet „Siedlung an einem Fluß (= -ach), der mit Haselbüschen bestanden ist“.Nach E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 88, eine typische Ortsnamensbildung: vgl. auch Birkach, Erlach, Lindach usw.

Im Jahre 1295 verkaufte Albrecht von Vestenberg seine Güter und seine Burg zu Großhaslach dem Kloster Heilsbronn, 1299 verkauften die Grafen von Öttingen ihre Güter dem Kloster, so dass der ganze Ort dem Zisterzienserkloster unterstand.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 2, S. 204 ff.

Die Pfarrkirche St. Maria wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts an der Stelle der alten Kirche gebaut. 1783 wurde der von dem markgräflichen Hofbaumeister Johann David Steingruber entworfene Saalbau neu errichtet. In dem sogenannten Bahrhaus, dem mittelalterlichen Beinhaus hinter der Kirche, steht ein romanischer Taufstein, der wohl aus dem 12./13. Jahrhundert stammt.

Gemäß dem 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn von 1608 gab es in Großhaslach 32 Mannschaften: die 8 Höfe und 24 Köblergüter (darunter 2 Mühlen, Badstube und Hirtenhaus) unterstanden dem Klosterverwalteramt Heilsbronn.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 737.

In den Oberamtsbeschreibungen des Fürstentums Ansbach von Johann Georg Vetter aus dem Jahre 1732 heißt es zu dem Ort:

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großhaslach 46 Anwesen (4 Höfe, 5 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 17 Güter, 5 Gütlein, 2 Mühlgüter, 2 Güter mit Backrecht, 1 Tafernwirtschaft, 1 Schmiedgut, 1 Badergut, 6 Leerhäuser). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrgut) und kommunale Gebäude (Schulgut, Kuhhirtenhaus, Schafhirtenhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 861 f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Es gab zu dieser Zeit 44 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 2, Sp. 216.

Im Jahre 1806 kam Großhaslach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahre 1808 der Steuerdistrikt Großhaslach gebildet, zu dem Gleizendorf, Neumühle, Steinbach, Straßenmühle,Wird nach 1818 nicht mehr als Ortsteil geführt Obere und Untere Mühle gehörten. Die Ruralgemeinde Großhaslach wurde im Jahr 1811 gegründetStaatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 961. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). 1848 wurde der Gütlershof auf dem Gemeindegebiet errichtet. Ab 1862 war das Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) für Großhaslach zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, 1870–1879 beim Stadt- und Landgericht Ansbach und seit beim 1880 Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 991. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 13,982 km².

Am 1. Mai 1978 wurde Großhaslach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Petersaurach eingemeindet.

Baudenkmäler In Großhaslach gibt es elf Baudenkmäler: Bruckberger Weg 17: Wohnstallhaus Brunnengasse 1: Wohnhaus Kirchplatz 1: Pfarrhaus Kirchplatz 7: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria mit Kirchhofmauer und Bahrhaus Kirchplatz 15, 17: Altes Schulhaus Talstraße 1: Gutshof Talstraße 4: sogenanntes Schlösschen Talstraße 13, 15: ehemaliges Wohnstallhaus mit zugehöriger Scheune Der Bildstock am Weg nach Ketteldorf ist wohl das älteste steinerne Flurdenkmal im Landkreis Ansbach. Steinkreuze, mittelalterlich, Sandstein: am Nordausgang des Ortes an der Weggabelung nach Steinbach und am Totenweg nach Neuhöflein westlich des Ortes am Fußweg nach Bruckberg bei der Abzweigung des Fußweges nach Reckersdorf (mit eingeritztem Kreuz)

ehemaliges Baudenkmal Martersäule am Waldrand des Staatswalddistrikts X (Marter Fauler Zagel), 200 Meter südlich des Weges nach Ketteldorf: ein Monolith mit unleserlicher Inschrift, bezeichnet „1799“.G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. S. 99.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Großhaslach gibt es sieben Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Großhaslach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 603 606 730 724 718 704 715 721 746 740 664 700 670 691 754 721 748 755 793 1116 1173 1092 998 997HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 74 95 122 129 129 137 137 156 185 Quelle Für die Gemeinde Großhaslach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Gleizendorf (S. 30), Neumühle (S. 63), Obermühle (S. 67), Steinbach (S. 88), Straßenmühle (S. 90) und Untermühle (S. 95). Großhaslach 432 E., 61 H.; Obere Mühle 8 E., 1 H.; Untere Mühle: 8 E., 1 H.

Ort Großhaslach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2009 2015 2022Einwohner 374 448 527 525 541 483 546 845 779 766 796 849 823 861Häuser 54 63 94 100 100 114 142 206 Quelle

Politik Bürgermeister Name Amtszeit Johann Georg Geyer 1860–1862 Jakob Engerer 1863–1867 Johann Stenz 1871 Johann Georg Geyer 1882–1918 Georg Christoph Geyer 1919–1933 Georg Wimmer 1933–1945 Johann Scheuerlein 1946–1948 Ernst Geyer 1948–1972 Johann Jakob Sommer 1972–1978

Wappen Seit 1967 führte die Gemeinde Großhaslach ein Wappen. Die Blasonierung lautet: Über silbernen Schildfuß, darin ein waagrechter blauer Fisch, gespalten; vorne geteilt von Gold und Rot mit 2 Eisenhüten in verwechselten Farben; hinten in Grün ein silberner Balken.

Der Fisch erinnert an die Plünderung des Teiches durch Großhaslacher Frauen nach dem Bauernkrieg von 1525.

Religion Großhaslach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Maria gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau gepfarrt, seit 1992 ist die Pfarrei St. Franziskus zuständig.

Personen Manfred Kittel (* 1962), Historiker und Professor an der Universität Regensburg Dominik Eberle (* 1996), American-Football-Spieler

Literatur

Weblinks

grosshaslach.de

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Petersaurach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1144 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach