Today’s Zaman, Titel der Sonntagsausgabe: Sunday’s Zaman, war eine englischsprachige Tageszeitung in der Türkei. Sie war eine Schwesterpublikation der türkischsprachigen Zaman und gehörte wie diese dem Medienkonzern Feza Gazetecilik A.Ş., welcher der Gülen-Bewegung nahestehenden soll.Engel und Dämon. In: Spiegel Special, 6/2008.
Gründung und Organisation Bei ihrer Gründung im Januar 2007 war die Today’s Zaman die dritte englischsprachige Zeitung der Türkei, nach der 1961 gegründeten Turkish Daily News (welche seit 2001 zur Dogan Media Group gehört und seit 2008 Hürriyet Daily News and Economic Review heißt) und The New Anatolian (2005 bis 2007). SETimes 19/01/2007 European Journalism Centre (Excerpt from European Media Governance: The National And Regional Dimensions, published by Intellect) Die wirtschaftliche Konkurrenz und ideologischen Gegensätze zwischen Hürriyet Daily News und Today’s Zaman entsprechen dabei denen zwischen den jeweiligen verbundenen türkischsprachigen Tageszeitungen Hürriyet und Zaman. Die Today’s Zaman (und Zaman und der Feza Medienkonzern) galten als Unterstützer der Gülen-Bewegung. Beim Gründungsempfang der Today’s Zaman waren neben zahlreichen Ministern der AKP auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan anwesend, der schon vor der Gründung Zeitungsentwürfe vom Feza-Geschäftsführer präsentiert bekommen hatte.Ercan Yavuz: New English Daily From Ankara. iosworld.org, 15. Januar 2007 Die seit 16. Januar 2007 täglich erscheinende Today’s Zaman hatte einen eigenen Chefredakteur und ca. 40 Redakteure.Bülent Keneş: Today’s Zaman, 3. Dezember 2007 Chefredakteur seit Gründung war Bülent Keneş, der zuvor Chefredakteur der Tageszeitung Bugün war.Bülent Keneş Profile guardian.co.uk Die Auflage, die im April 2007 etwa 11.000 betrug,, netGazete, abgerufen am 30. April 2007. lag im April 2011 bei 7.026. Today’s Zaman war zusammen mit Zaman die einzige türkische Zeitung, die Mitglied des International Newspaper Color Quality Clubs war. (PDF)wan-ifra.org
Profil und Inhalte Today’s Zaman bezog Nachrichten und Inhalte von der türkischen Zeitung Zaman und der Nachrichtenagentur Cihan Haber Ajansı, die ebenfalls dem Feza Medienkonzern angehörte.Providing a Better Understanding of Turkey Today’s Zaman, 15 January 2007 (Fethulla Gülen Website) Laut Chefredakteur Keneş verfolgte Today’s Zaman eine „liberale und demokratische Redaktionslinie, unter der Voraussetzung, dass die Empfindlichkeiten religiöser Gruppen respektiert werden“. Die „schwarze Propaganda aus pro-israelischen Kreisen“, der zufolge die englischsprachige Today’s Zaman nur eine liberalere und demokratischere Redaktionslinie heuchele als die türkische Schwesterzeitung Zaman, habe nicht den Hauch eines Beweises.Bülent Keneş: Todays Zaman, 14 June 2010; “Today’s Zaman pursues a liberal and democratic editorial policy, provided that the sensitivities of religious groups are respected” Die wichtigsten Journalisten der Today’s Zaman zu politischen und kulturellen Themen waren Zaman-Chefredakteur Ekrem Dumanlı, Kerim Balci, Andrew Finkel, Nicole Pope und Ali Bulac,Turkey – Guide to Major Turkish Daily Newspapers. (PDF; 436 kB) Federation of American Scientists, 2008 welcher als Repräsentant des intellektuellen Strang des türkischen Islamismus unserer Tage gilt.Guenter Seufert: Porträt Ali Bulaç von Qantara.de, 16. Februar 2007 Weitere Kolumnisten waren Mümtazer Türköne, Charlotte Mcpherson, Klaus Jürgens und Kathy Hamilton. Der Direktor der Nachrichtenagentur Cihan, Abdulhamit Bilici, schrieb auch regelmäßig als Kolumnist in den Zeitungen Zaman und Today’s Zaman über außenpolitische Themen.Journalists regularily [sic] writing on Turkey-Armenia relations European Stability Initiative, August 2010 Gelegentlich schrieb auch der ehemalige Chefredakteur der türkisch-armenischen Zeitung Agos, Etyen Mahçupyan Artikel. Der ehemalige niederländische Europapolitiker Joost Lagendijk veröffentlichte Kolumnen in der Today’s Zaman und Zaman.Joost Lagendijk: Sundays Zaman, 17 October 2010
Während der Kontroverse um ein Gülen-kritisches Manuskript des Journalisten Ahmet Şık im April 2011 wurde der Kolumnist Andrew Finkel entlassen, als dieser in seiner eingereichten Kolumne die „aggressive Verfolgung von Menschen, die Bücher schreiben“ beklagte und bekräftigte, dass es „kein Verbrechen sei, Bücher zu schreiben, die die Gülen-Bewegung angreifen“.Andrew Finkel: hurriyetdailynews.com, 7. April 2011 Chefredakteur Keneş erklärte daraufhin, Finkel sei entlassen worden, weil seine Artikel wiederholt der Redaktionslinie widersprochen haben, leider sei Finkel „unter den Einfluss von starker und dunkler Propaganda“ gekommen.Bülent Keneş: Todays Zaman, 11. April 2011; “some of our writers have come under the influence of the strong and dark propaganda that is at play and have started to stagger. Unfortunately I feel the same way about Finkel … If you read his earlier articles on the Today’s Zaman’s website you too will see that that Finkel’s last article, which was not published, is not the only article of his that contradicts the daily’s editorial line.”
Sunday’s Zaman In der Sonntagsausgabe unter dem Titel Sunday’s Zaman setzte die Zeitung ihren Schwerpunkt auf Hintergrundanalysen, Kommentare, Features und Berichte von kulturellen und sozialen Ereignissen und Unterhaltung.
Am 27. Juli 2016 wurden alle der Gülen-Bewegung nahestehenden Zeitungen (einschließlich Today’s Zaman), Zeitschriften und Nachrichtenagenturen bei der Säuberungswelle nach dem Putschversuch in der Türkei 2016 durch eine Rechtsverordnung verboten und aufgelöst.
Siehe auch Liste türkischer Zeitungen Liste nach dem Putschversuch 2016 verbotener türkischer Medien
Weblinks (englisch) Sunday’s Zaman
Einzelnachweise
Kategorie:Zeitung (Türkei) Kategorie:Englischsprachige Tageszeitung Kategorie:Ersterscheinen 2007 Kategorie:Erscheinen eingestellt 2016 Kategorie:Gülen-Bewegung