mini|Ansicht Baslerstraße (2011) mini|Ansicht von der Hofseite (2014) Das Dreiländermuseum Lörrach (von 1978 bis 2012 Museum am Burghof) thematisiert mit seiner Dauerausstellung in deutscher und französischer Sprache Geschichte, Gegenwart, Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Grenzregion „Dreyeckland“ im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Die Region am Oberrhein mit Baden, dem Elsass und der Nordwestschweiz stehen im Mittelpunkt des transnationalen Profils. Sammlung, Ausstellungen, pädagogische Angebote und das Veranstaltungsprogramm sind grenzüberschreitend ausgerichtet.Markus Moehring: Das Dreiländermuseum und die trinationalen Netzwerke am Oberrhein. In: Museumskunde. Band 78, 2013, S. 47.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sammlung zur südbadischen Kunst und Kunstkeramik. Das Museum führt zudem als Teil der literarischen Gedenkstätten des Landes Baden-Württemberg eine Sammlung zu Leben, Werk und Rezeption des alemannischen Dichters Johann Peter Hebel (1760–1826). Website Dreiländermuseum. Dieser wohnte und arbeitete von 1783 bis 1791 als Präzeptoratsvikar im heutigen Museumsgebäude, damals das „Lörracher Pädagogium“. Website Dreiländermuseum.

Das Gebäude wurde 1755 erbaut und ist ein Kulturdenkmal.

Geschichte Ursprung der Sammlung Aus Anlass des 200-jährigen Stadtjubiläums trug eine Gruppe von geschichtsinteressierten Privatpersonen historisch-volkskundliche Exponate zusammen und präsentierte sie 1882 im damaligen Gasthaus „Adler“. Nach den Jubiläumsfeierlichkeiten beschloss die Gruppe, die Exponate der Sammlung nicht wieder zu verteilen, sondern gründete noch 1882 unter dem Vorsitz von Ernst Rupp den Lörracher Altertumsverein zur Pflege der Sammlung.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 63–64.

1909 wurde mit zahlreichen Ortsgruppen der Landesverein Badische Heimat gegründet. Jetzt wurde es möglich, die Sammlung einem Verein, der sich mit lokaler Geschichte, Kunst und Volkskunde auseinandersetzte, zu übergeben. 1915 wurde der Altertumsverein aufgelöst und in die Ortsgruppe Lörrach des Vereins Badische Heimat integriert.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 199. Damit übernahm die Ortsgruppe Lörrach des Vereins Badische Heimat mit dem Vorsitzenden Ernst Wilhelm Schultz 1915 offiziell die Sammlung. Er hatte sich schon 1882 an der ersten Ausstellung der Exponate beteiligt.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 64.

Übergabe an die Stadt Lörrach und Eröffnung eines Museums 1923 gelang eine ständige Präsentation der Sammlung in den Räumen der damaligen Sparkasse am Senser Platz. Um die Sammlung weiterzuentwickeln, vermachte die Ortsgruppe der Badischen Heimat 1927 die Sammlung der Stadt Lörrach, unter der Bedingung diese zu betreuen und auszubauen. Die Stadt bewilligte 2.300 Reichsmark für Unterhalt, Neuankäufe und Ausstellungen und setzte Ernst Wilhelm Schultz als Museumskustos ein.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 65.

Zur Unterstützung der Museumsarbeit gründeten Ernst Wilhelm Schultz und Julius Wilhelm am 6. März 1928 den Museumsverein. Dieser forderte von der Stadt die Einrichtung eines ständigen Museums. 1932 löste die Stadt Lörrach ihr Versprechen ein und das Museum eröffnete als Heimatmuseum in der ehemaligen Markgräflichen Küferei, einem barocken Gebäude am Burghof, am 15. April. Zur Eröffnung präsentierte das Museum eine Sonderausstellung mit dem Thema „Aus Lörrachs Vergangenheit 1682–1800“. Bis zum Ende des Jahres zählte das Museum 1220 Besucher. In den folgenden Jahren sank die Besucherzahl unter 1000.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 198, 200, 202.

1939 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen und die Arbeit konzentrierte sich auf die Erhaltung der Objekte.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 202.

Nachkriegszeit 1947 gab Ernst Wilhelm Schultz im Alter von 86 Jahren die Museumsleitung an Reinhold Weber ab. Schultz organisierte jedoch 1948 mit dem Einverständnis der Militärverwaltung in der Turnhalle des Hebelgymnasiums die erste Nachkriegsausstellung zum Thema „Revolution 1848“. 1949 legt Reinhold Weber sein Amt nieder und Ernst Wilhelm Schultz übernahm bis 1951 erneut das Amt des Museumskustos. Im August 1951 setzte die Stadt Lörrach Alfred Holler (1885–1962) als neuen Kustos ein.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 204.

1953 wurde das Heimatmuseum wieder zugänglich.Markus Moehring: Vom Heimatmuseum zur ExpoTriRhena: Das Museum am Burghof in Lörrach. In: Badische Heimat. Heft 4, S. 771–773. 1961 bat Alfred Holler aus Krankheitsgründen die Stadt Lörrach um Entlassung als Kustos.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 206. Gerhard Moehring und sein Schwiegervater Philipp Hieber übernahmen 1961 nach einer Entscheidung des Stadtrates nebenamtlich die Leitung des Museums. 1969 trat Philipp Hieber altersbedingt als Kustos zurück und Gerhard Moehring trug allein die Verantwortung, bis sein Sohn Markus Moehring 1991 Museumsleiter wurde.Gerhard Moehring: 70 Jahre Museumsverein Lörrach. Eine Dokumentation. In: Badische Heimat. Heft April/1, 1999, S. 206.

1975 wurde das Barockgebäude abgerissen und das Heimatmuseum schloss. Die Exponate wurden in vier städtischen Gebäuden zwischengelagert.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 63–66. Das heutige Museumsgebäude entstand 1755 als Tabakfabrik. Es diente seit 1761 als Schule zuerst unter den Namen Pädagogium, Progymnasium, dann Gymnasium und Hebelgymnasium.Website Dreiländermuseum:

Umzug in das heutige Museumsgebäude Nach einem Architekturwettbewerb im Mai 1974 wurde das ehemalige Hebelgymnasium (Pädagogium) von Oktober 1975 bis Dezember 1977 für insgesamt über 2,8 Millionen Mark umgebaut. Finanziert wurde der Umbau durch die Stadt Lörrach, Bezirkssparkasse, Landesbeihilfe und durch Arbeitsbeschaffungsmittel.Fritz Wilhelm (Hrsg.): Museum am Burghof. Umbau des alten Hebelgymnasiums zum Museum der Stadt Lörrach. Lörrach 1978, siehe Vorwort des Bauherrn Egon Hugenschmidt, Oberbürgermeister. Der Bau wurde völlig entkernt, nur die Fassade blieb erhalten. Am Bau beteiligt waren das Ingenieurbüro Flößer und das Architekturbüro Wilhelm.. Website wilhelm und hovenbitzer und partner. Abgerufen am 3. März 2015. Nach der Einweihung im April 1978Fritz Wilhelm (Hrsg.): Museum am Burghof. Umbau des alten Hebelgymnasiums zum Museum der Stadt Lörrach. Lörrach 1978, siehe Chronologie des Umbaus. wechselte das Museum seinen Standort in den neu errichteten Museumsbau. Es erhielt zudem einen neuen Namen. Der Begriff Heimatmuseum schien veraltet. Das Museum erhielt als Namen die Standortbezeichnung „Museum am Burghof“.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 67.

mini|Dreiländermuseum von der Hofseite aus gesehen, der schwarze Schacht beherbergt den nachträglich angebrachten Aufzug, mit dem man jedes Stockwerk des Altbaus erreichen kann (Foto: 2014) Bis 1991 war Gerhard Moehring nebenberuflich Museumsleiter. Sein Sohn Markus Moehring übernahm 1991 hauptamtlich die Leitung des „Museums am Burghof“. Um die Besucherfrequenz zu erhöhen, richtete Moehring im ersten Stock einen großzügig dimensionierten Sonderausstellungsbereich ein. Breite Bevölkerungsschichten der gesamten Grenzregion sollten durch trinationale Ausstellungsprojekte angesprochen werden.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 67. 1996 wurde mit dem Aufbau eines externen Zentraldepots für die 50.000 Objekte umfassende Sammlung begonnen.Markus Moehring: Vom Heimatmuseum zur ExpoTriRhena: Das Museum am Burghof in Lörrach. In: Badische Heimat. Heft 4, S. 774. Parallel dazu wurde die digitale Erfassung der Bestände eingeführt. Website des Dreiländermuseums. Seit 1996 erscheint die rote Schriftenreihe der Lörracher Hefte, eine Publikationsreihe, die wechselnde Themen der Region zum Schwerpunkt hat.

Gegenwart Sanierung des Museumsgebäudes Das Museumsgebäude wurde 2002 erneut umgebaut und teilsaniert durch die Architekten Freuschle und Bühler. Die Räume im Obergeschoss wurden modernisiert und erweitert und ein Verwaltungsbereich abgetrennt. Für einen barrierefreien Zugang der Ausstellungsräume wurde ein Außenaufzug eingebaut.Markus Moehring: Vom Heimatmuseum zur ExpoTriRhena: Das Museum am Burghof in Lörrach. In: Badische Heimat. Heft 4, S. 771, 774. Anlass für die Umbaumaßnahme war die Neueinrichtung der Dauerausstellung als Dreiländer-Ausstellung. Diese Dauerausstellung erhielt den Namen „ExpoTriRhena“. Der Name entstand in Anlehnung an die „RegioTriRhena“, die sich für eine intensive grenzüberschreitende Arbeit am Oberrhein auch im kulturellen Bereich einsetzte.Markus Moehring: Vom Altertumsverein zum Dreiländermuseum. In: Lörrach 2012. Jahrbuch mit Bilderchronik. Hrsg. von Wolfgang Göckel, Andreas Lauble, Waldemar Lutz, Markus Moehring u. a., 2012, S. 69.

2010 erfolgte eine energetische Sanierung von Fenstern und Dach und der Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage, um für die Exponate ein gleichbleibendes Klima zu schaffen.„Fördermittel ermöglichten energetische Sanierung im Museum am Burghof“. Presseinfo: Angelika Messer, Fachbereich Kultur und Medien Stadt Lörrach vom 1. September 2010. Website Regio Trends. Abgerufen am 3. März 2015. Die grenzüberschreitende Arbeit des Museums im Bereich Sammlung, Ausstellung und Pädagogik machte eine Umbenennung des Museums notwendig.

Umbenennung und Eröffnung Museumsdepot Am 21. September 2012 wurde das Museum am Burghof in Dreiländermuseum umbenannt.Claudia Gabler: Neustart mit Festakt. Veröffentlicht Südkurier. 24. September 2012. Abgerufen am 3. März 2015. Der Name benennt jetzt die thematische Grundausrichtung des Museums. Der Ausbau des Museums zum Dreiländermuseum und die Entwicklung des Netzwerks Museen und des Netzwerks Geschichtsvereine wurde von der EU von 2012 bis 2014 gefördert durch das „INTERREG Projekt B 34“ mit dem Projekttitel „Dreiländermuseum – trinationales Netzwerk für Geschichte und Kultur“.. Website des Förderprogrammes INTERREG IV Oberrhein, Projekte > Angenommene Projekte > Schwerpunkt B. Abgerufen am 3. März 2015.

mini|Museumsdepot des Dreiländermuseums in Lörrach-Brombach