mini|Wladimir Wladimirowitsch Posner, 2010 mini|Posner im Interview mit US-Außenministerin Hillary Clinton im März 2010
Wladimir Wladimirowitsch Posner (, engl. Transkription Vladimir Vladimirovich Pozner; * 1. April 1934 in Paris) ist ein französischstämmiger russisch-US-amerikanischer Journalist und Moderator.
Leben Seine Mutter Geraldine Lutten war eine gebürtige Französin; sein Vater Wladimir Alexandrowitsch Posner (1908–1975) war Sohn eines jüdischen russischen Flüchtlingspaares.https://www.ft.com/content/67eab48e-25b8-11e5-bd83-71cb60e8f08c Im Jahre 1940 musste die Familie vor den heranrückenden Nazis Frankreich verlassen und emigrierte in die USA. Posner senior bekam 1946 Probleme mit dem FBI, da er unter dem Decknamen „Kallistrat“ Informationen an den sowjetischen Geheimdienst lieferte. Posner junior zufolge wurden die geheimdienstlichen Tätigkeiten seines Vaters durch früher geheim gehaltene Dokumente, die 1996 in den USA veröffentlicht wurden, nachgewiesen. Die Familie wollte nach Frankreich zurückfahren, dies wurde jedoch Posner senior als einem sowjetischen Agenten verboten. Aus diesem Grund wanderte die Familie 1948 nach Ost-Berlin aus, 1952 übersiedelte sie in die Sowjetunion.Wladimir Pozner. „Ja uznal klitschku otza -- Kallistrat“. (online: (russisch))
1958 schloss Wladimir Posner junior die biologische Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität ab. Zunächst verdiente er sein Geld als Übersetzer wissenschaftlicher Texte vom Englischen ins Russische und umgekehrt. Etwas später war er als Sekretär und Übersetzer für den bekannten Dichter Samuil Marschak tätig. 1961 nahm er die Arbeit bei der Nachrichtenagentur APN (heute als RIA Novosti bekannt) auf, vorerst in der dem KGB zugeordneten Abteilung für Desinformation.Interview with Vladimir Pozner, pbs 1999 Bis 1985 moderierte er im staatlichen Radio eine Sendung in englischer Sprache.
Dem sowjetischen Fernsehzuschauer besonders bekannt wurde Posner Ende der 1980er Jahre, als er eine Serie von Talkshows moderierte, in der sowjetische und US-amerikanische Teilnehmer gemeinsam diskutierten und die daher als Fernsehbrücken (russ. ) bekannt wurden.
1991 zog Posner wieder in die USA, kehrte aber 1997 nach Moskau zurück. Er moderierte Sendungen im staatlichen TV-Sender Perwy kanal.Sie haben keine Angst vor Robotern – Sie haben Angst vor den Lebenden, Nowaja Gaseta, 18. April 2019 Seine Sendung Posner, die zum letzten Mal vor dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ausgestrahlt wurde, nahm Perwy kanal Ende März 2022 aus dem Programm.
2010 kritisierte Posner die Russisch-Orthodoxe Kirche wegen ihrer aggressiven Eingriffe in Bildung und Politik.Posner betrachtet die Annahme der Orthodoxie als eine der größten Tragödien Russlands, Interfax, 20. Juli
Seit 2014 besitzt er mit seinem Bruder Pawel die französische Brasserie Chez Géraldine in Moskau, die nach seiner Mutter benannt ist.
Im Jahr 2017 sprach er sich gegen die Unsitte aus, Russland als Besonderheit zu bezeichnen, weil solche Aussagen das Land von einem europäischen in ein Land des afrikanischen Kontinents verwandelten.Pozner kritisierte die Idee der Exklusivität Russlands, fedpress.ru, 18. September 2017 Auf die Frage der BBC, was Putin in drei Worten im Jahr 2018 wolle, sagte Posner, Putin wolle „in seinem Amt überleben, Respekt (vom Ausland) und ein mächtiges Land“. Nach 18 Jahren an der Macht seien für Putin die Flitterwochen vorbei.What Does Putin Want?, BBC The Real Story, 16. März 2018
Posner hat eine Tochter, die Komponistin Katia Tchemberdji.
Literatur Abschied von Illusionen – Das außergewöhnliche Leben und die kontroversen Ansichten des führenden politischen Kommentators der Sowjetunion, Verlag edition q, Berlin 1991, ISBN 978-3-928024-54-9 Eyewitness: A Personal Account of the Unraveling of the Soviet Union, Verlag Random House, New York City 1992, ISBN 978-0-679-41202-1 Adieu aux Illusions: Une vie entre la Russie et l'Amérique, Verlag Les Editions NOIR SUR BLANC, Paris 2015, ISBN 978-2882503763 Немецкая тетрадь. Субъективный взгляд, Verlag AST, Moskau 2019, ISBN 978-5171132132 одноэтажная Америка. Субъективный взгляд, Verlag AST, Moskau 2020, ISBN 978-5171215453
Weblinks
Wladimir Posners Website (russisch) Artikel in The New York Times Karen Hughes auf Slate.com
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Russland) Kategorie:Journalist (Sowjetunion) Kategorie:Fernsehen (Russland) Kategorie:Moderator Kategorie:Russischer Emigrant Kategorie:Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Träger des Verdienstordens für das Vaterland Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Mann Kategorie:Fernsehmoderator (Russland)