Holzhausen (bis 1971 Holzhausen b. Battenberg) ist ein Stadtteil von Hatzfeld im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Ort liegt im Ederbergland in den bewaldeten Höhen der Ederberge an der Eder.

Geschichte Ortsname Der Ortsname Holzhausen deutet auf eine Siedlung im Wald hin. Aufgrund des Suffixes „–hausen“ lässt die Annahme der Gründung des Ortes im Zeitraum vom 9. bis zum 12. Jahrhundert zu.Ulrich Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Marburg 1973 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 1), S. 16.

Ortsgeschichte Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung Holzhausens geht auf das Jahr 1274 zurück. In einer Urkunde vom 2. Februar 1274 schenkte Berta von Schweinsberg, geborene Gräfin von Hatzfeld dem Kloster Haina ihre Güter in Holzhausen.Kloster Haina. Regesten und Urkunden, Erster Band 1144-1300, bearb. von Eckhart G. Franz, Marburg 1962 (Veröffentlichungen der Historischen Kommissionen für Hessen und Waldeck 9,5), S. 303, Nr. 601.

Zur Zeit der Ersterwähnung gehörte Holzhausen zum Gebiet der Battenberger, einer Nebenlinie der Wittgensteiner.Karl Bechthold, Versuch einer Battenberger Chronik, in: 750 Jahre Battenberg (Eder). Die Bergstadt im Walde, hrsg. vom Magistrat der Stadt Battenberg (Eder), Korbach/Bad Wildungen 1984, S. 62–81. Vor dem Hintergrund der Territorialbestrebungen der beiden mächtigeren Territorialherren, dem Landgraf von Hessen und dem Erzbischof von Mainz,Karl E. Demandt, Geschichte des Landes Hessen, Kassel ²1980 (Revidierter Nachdruck der zweiten, neubearbeiteten und erweiterten Auflage 1972), S. 322–323; Lennarz, Hessisches Hinterland, S. 116. hatten die Battenberger die Lehnshoheit des Bischofs von Mainz anerkannt.Bechthold, Battenberger Chronik, S. 77. Dies bedeutet, dass zum Zeitpunkt der urkundlichen Ersterwähnung Holzhausen zum Machtbereich des Mainzer Erzbischofs gehörte.

Eine Urkunde vom 31. März 1297, welche längere Zeit als erste urkundliche Erwähnung Holzhausens angesehen wurde, besagt, dass die Einwohner des Dorfes Holzhausen eine Kornernte verkauften.Kloster Haina, Erster Band, S. 406–407, Nr. 854. Die Tatsache, dass in dieser Urkunde die Einwohner Holzhausens als Vertragspartner genannt werden, lässt den Schluss zu, dass zu dieser Zeit die Dorfbewohner freie Leute und keine Leibeigenen waren.Lennarz, Hessisches Hinterland, S. 42.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Holzhausen:

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Holzhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hatzfeld (Eder) (damalige Schreibweise Hatzfeld/Eder) eingegliedert. Für Holzhausen wurde, wie für die übrigen Stadtteile, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Holzhausen angehört(e):

um 1400 und später: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Amt Battenberg (zeitweise verpfändet) ab 1464: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt BattenbergDie Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Battenberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Battenberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BattenbergTrennung von Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Frankenberg, Stadt Hatzfeld ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Hatzfeld

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Holzhausen 432 Einwohner. Darunter waren 6 (1,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 72 Einwohner unter 18 Jahren, 156 zwischen 18 und 49, 114 zwischen 50 und 64 und 90 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 195 Haushalten. Davon waren 60 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 60 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 120 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1577: 27 Hausgesesse • 1712: 30 Haushaltungen • 1806: 314 Einwohner, 50 Häuser • 1829: 342 Einwohner, 54 Häuser

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 338 evangelische(= 98,83 %), 4 katholische (= 1,17 %) Einwohner • 1885: 350 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 411 evangelische (= 91,74 %), 33 katholische (= 7,37 %) Einwohner

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Verkehr Der Bahnhof Holzhausen (Eder) lag an der Bahnstrecke Bad Berleburg–Allendorf, welche stillgelegt ist.

Literatur Georg Dehio, Ernst Gall, Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. 2. Auflage. Sonderausgabe Darmstadt 1982, S. 444.

Weblinks Holzhausen In: Webauftritt der Stadt Hatzfeld (Eder).

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