Windsbach (, fränkisch: WinschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 204.) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geographie Geographische Lage mini|300px|Die Rezat bei WindsbachWindsbach liegt im Rangau, 20 Kilometer östlich der Kreisstadt Ansbach und 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg. Durch das Gemeindegebiet fließen die Fränkische Rezat, die Aurach, Nebenflüsse der Rezat (rechts: Hopfengraben, Seeleingraben, Erlbach; links: Wernsbach, Schwalbenbach, Goldbach), Nebenflüsse der Aurach (rechts: Watzendorfer Bach, Almesbach, Kettersbach; links: Lanzenbach, Klingengraben).

Die höchsten Erhebungen sind der Rötelbuck () östlich von Brunn, der Kellerberg () südwestlich von Windsbach und der Goldberg () nördlich von Untereschenbach. Der tiefste Punkt findet sich bei Untereschenbach mit . Die Prünst ist das größte zusammenhängende Waldgebiet. Es liegt in dem Flurgebiet Auf dem Sand und erstreckt sich zwischen Windsbach und Ismannsdorf. An diesem schließen sich im Süden das Seeleinshölzlein und das Seehölzlein an. Nördlich von Moosbach und westlich von Suddersdorf erstreckt sich das Waldgebiet Brand.

Gemeindegliederung Es gibt 29 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Der Hauptort Windsbach gliedert sich in die Obere und Untere Vorstadt, das Industriegebiet Fohlenhof, Fallhaus und Bergmichl. Wernsmühle, Moosbach und Retzendorf sind mit dem Hauptort weitestgehend zusammengewachsen. Ehemalige Gemeindeteile, nunmehr Wüstungen, sind Grünthalhof (wurde nach 1818 nicht mehr erwähnt) und die Kugelmühle (2012 abgerissen).

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bertholdsdorf, Brunn, Elpersdorf, Hergersbach, Ismannsdorf, Moosbach, Retzendorf, Sauernheim, Suddersdorf, Untereschenbach, Veitsaurach, Wernsbach (Gemarkungsteil 1), Windsbach und Winkelhaid. Die Gemarkung Windsbach hat eine Fläche von 5,989 km² und ist in 2439 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schwalbenmühle.

Nachbargemeinden

Geschichte Nach Georg Rusam erfolgte die Kolonisierung dieses Gebietes Ende des 8. Jahrhunderts. Wegen des sandigen Bodens schritt die Besiedelung nur langsam voran. Das Gelände wird als „sumpfiger oder doch nasser Boden in flach auslaufender Talmulde“ beschrieben. Im Jahre 1130 wurde der Ort als Windesbach erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname enthält den Personennamen Winid, der als Gründer des Ortes angesehen werden kann.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 245.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 204, schließt noch explizit aus, dass der erste Namensbestandteil auf die Wenden hinweise, da das Bestimmungswort im Genetiv Singular steht und nicht im Plural. – Die Wenden wurden im 10. Jahrhundert rund um Ansbach angesiedelt, was sich auch in den Ortsnamen niedergeschlagen hat. 1278 wurden Windsbach die Stadtrechte verliehen. Die Burggrafen von Nürnberg erwarben 1292 erste Güter in Windsbach und konnten ihren Besitz im Ort 1400 vergrößern.

Seit dem 14. Jahrhundert war Windsbach Sitz eines Oberamtes des Fürstentums Ansbach.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Windsbach 77 Mannschaften verzeichnet, wovon 10 Mannschaften außerhalb der Stadtmauern lebten. 76 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Windsbach, 1 Anwesen dem Verwalteramt Merkendorf. Außerdem gab es ein Amtshaus, zwei adelige Freihäuser, Rathaus, Schul- und Mesnerhaus, Kaplanhaus, Pfarrhaus und 2 Hirtenhäuser. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 729.

Während und nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt und ihr Umland zu einem wichtigen Ansiedlungsraum evangelischer Glaubensvertriebener aus Österreich, die hier eine neue Heimat fanden und deren Nachkommen bis heute hier ansässig sind.E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Windsbach im 17. Jahrhundert, S. 76 ff.

Das Oberamt Windsbach wurde 1750 durch das erst 1741 entstandene Oberamt Heilsbronn vergrößert.J. B. Fischer: Statistische und topographische Beschreibung, Bd. 2, S. 398. Ab 1791/92 wurde das Fürstentum Ansbach von dem preußischen Staat als Ansbach-Bayreuth verwaltet. Damit ging das Oberamt Windsbach in dem Ansbacher Kreis auf.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Windsbach 155 Anwesen. Das Hochgericht und die Stadtherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Alle Anwesen hatten Brandenburg-Ansbach als Grundherrn (Kastenamt Windsbach: 153, Kapellamt Windsbach: 1, Verwalteramt Merkendorf: 1). Innerhalb der Stadtmauern gab es 101 Anwesen, in der Vorstadt 54. Daneben gab es herrschaftliche, kommunale und kirchliche Gebäude.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 929 f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.

Im Jahre 1806 kam Windsbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Windsbach gebildet, zu dem Fallhaus, Schwalbenmühle, Wernsmühle gehörten. Die Munizipalgemeinde Windsbach wurde 1810 gegründetStaatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Windsbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn, 1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt, seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1016 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 5,890 km².

Zwischen 1954 und 1958 fand die Umgemeindung der Wernsmühle von Windsbach nach Wernsbach statt.Bei E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 201, wurde der Ort noch als der Gemeinde Windsbach zugehörig beschrieben, bei G. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 153, jedoch ist es die Gemeinde Wernsbach.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren fanden folgende Eingemeindungen statt: Ehem.Gemeinde Einwohner(1970) Eingemeindungs-datum Bemerkungen Bertholdsdorf 252 1. Mai 1978 mit Kitschendorf und Winterhof Brunn 260 1. Januar 1972 mit Leipersloh und Kettersbach Elpersdorf bei Windsbach 122 1. Januar 1972 mit Kugelmühle Hergersbach 96 1. Juli 1972 Ismannsdorf 180 1. Juli 1972 mit Speckheim Moosbach 117 1. Januar 1972 Retzendorf 95 1. Januar 1972 mit Wolfsau und Hölzleinsmühle Sauernheim 131 1. Januar 1974 mit Hopfenmühle Suddersdorf 144 1. Juli 1973 mit Waldhaus Untereschenbach 171 1. Juli 1972 Veitsaurach 382 1. Mai 1978 mit Lanzendorf und Buckenmühle Wernsbach 372 1. Januar 1972 Eingliederung von Neuses und des Restes von Wernsmühle (238 der 372 Einwohner), Umgliederung des Ortes Wernsbach nach Neuendettelsau Winkelhaid 110 1. Juli 1972 mit Thonhof

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 5033 auf 6018 um 985 Einwohner bzw. um 19,6 %.

Gemeinde Windsbach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015Einwohner 976 1363 1350 1343 1525 1483 1460 1521 1562 1556 1623 1583 1575 1645 1686 1614 1708 1710 2936 3035 2877 2869 4973 5825 6182 6094HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 und 1852 als Häuser sowie 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 178 183 222 229 247 246 257 292 339 466 1267 1665Quelle Für die Gemeinde Windsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Schwalbenmühle (S. 84) und Wernsmühle (S. 102).

Ort Windsbach Jahr 1818 1840 1852 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011Einwohner 949 1330 1317 1315 1455 1535 1558 1588 3021 2873 2862 2847 3607Häuser 174 178 218 242 253 288 336 465 730 Quelle

Politik Stadtrat Der Stadtrat hat einschließlich des Ersten Bürgermeisters 21 Mitglieder: mini|Rathaus Windsbach

Partei / Liste Sitze 2026 Sitze 2020 Sitze 2014SPD/Unabhängige Wähler 5 5 5CSU/Engagierte Bürger 6 5 5Wählergemeinschaft Windsbach-Umland 7 7 5Grüne 2 3 2Freie Wähler/Windsbacher Bürgerblock (WBB) – – 3

Bürgermeister Erster Bürgermeister: Matthias Seitz (SPD/UW) Zweiter Bürgermeister: Norbert Kleinöder (Umland) Dritter Bürgermeister: Norbert Flachenecker (SPD/UW) Seitz wurde am 16. März 2014 mit 54,61 % der Stimmen gewählt, gefolgt von Norman Blevins (CSU) und Nicolette Seeghitz (FW). Am 15. März 2020 wurde Seitz im Amt bestätigt. Bei den Kommunalwahlen vom 8. März 2026 wurde Seitz mit 82,2 % wiedergewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Windsbach hat eine rot-weiße Gemeindeflagge.

Raumordnung Von 2004 bis 2016 gehörte Windsbach zur Kommunalen Allianz (Komm,A). Weitere Mitglieder waren Bruckberg, Dietenhofen, Heilsbronn, Neuendettelsau und Petersaurach. 2016 entstand die Allianz Kernfranken durch den Zusammenschluss von Komm,A und LiSa (Lichtenau, Sachsen bei Ansbach). Kernfranken ist ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept. Seit 2016 bilden die ehemaligen Unterzentren Neuendettelsau, Heilsbronn und Windsbach gemeinsam ein Mittelzentrum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Knabenchor

1946 gründete Hans Thamm in Windsbach den inzwischen international bekannten Windsbacher Knabenchor in der Tradition des Dresdner Kreuzchors. Von 1978 bis Januar 2012 wurde der Chor von Karl-Friedrich Beringer geleitet. Von 2012 bis 2022 war Martin Lehmann Chorleiter. Zum 1. September 2022 übernahm Ludwig Böhme die Leitung des Windsbacher Knabenchors.

Bau- und Bodendenkmäler mini|hochkant|Oberes Tor Von den ehemals fünf Türmen und der Stadtmauer stehen nur noch das Obere (Schwabacher Tor) und das Untere Tor (Brückentor) sowie Teile der Stadtbefestigung. Um den Stadtturm aus dem 13. Jahrhundert, der auf Voranmeldung als Aussichtsturm bestiegen werden kann,Stadtturm auf der Webseite Fränkisches Seenland erkennt man die zweite Verteidigungsanlage, die Amtsburg.

Am Kirchplatz steht die ehemalige dritte Verteidigungsanlage, die Kirchenburg. Die Stadtkirche St. Margareta, erbaut 1730, ersetzte die Vorgängerkirche aus der Zeit um 800.

Das Rathaus, das von 1748 bis 1752 erbaut wurde, bildet den Mittelpunkt der historischen Altstadt. Daneben befand sich das alte Schloss, das 1736 abgerissen wurde. In den Jahren 1737 und 1738 wurde an dieser Stelle das Rentamt gebaut. Die Pläne stammten von dem Hofbaudirektor Leopoldo Retti und dem jungen Landbauinspektor Johann David Steingruber. Das Gebäude diente als Finanzamt und Sitz der Amtmänner. 2003 und 2004 wurde das Rentamt grundlegend restauriert. Zurzeit wird das Gebäude unter anderem von der Musikschule Rezat-Mönchswald genutzt.

Ein besonderes Kleinod ist die Gottesruhkapelle St. Stephan, erbaut um 1400 vom Amtmann Ritter von Hellberg, mit Freskenmalereien um 1430.