Die Operativo afianzamiento de la soberanía (), kurz Operation Soberanía, war eine von Argentinien gegen Chile vorbereitete militärische Invasion zur Eroberung des Beagle-Kanals. Sie wurde am 22. Dezember 1978 gestartet, aber wenige Stunden später abgebrochen. Diese Eskalation des Beagle-Konflikts seitens Argentiniens wird als einer der Gründe für die Unterstützung des Vereinigten Königreiches durch Chile während des FalklandkriegsSiehe , abgerufen am 26. August 2008: When the Falklands War broke out, Chile still had a long-standing dispute with Argentina over access to the Beagle Channel, making the chance of military co-operation between Britain and Chile a distinct possibility angesehen.
Ausgangssituation → Hauptartikel: Schiedsgericht im Beagle-Konflikt
Um den Beagle-Konflikt über die Inseln und die maritimen Rechte südlich des Beagle-Kanals zu beenden, hatten Chile und Argentinien beschlossen, 1971 den Disput vor einem gemeinsam aufgerufenen Tribunal zu verhandeln. Sie wählten gemeinsam die fünf Richter aus dem Internationalen Gerichtshof von Den Haag und vereinbarten, dass nach internationalem Recht gehandelt werden sollte. Aus historischen Gründen sollte das Tribunal im Namen der britischen Krone Recht sprechen. Am 22. Mai 1977 verkündete Königin Elisabeth II. das Urteil, das im Wesentlichen die chilenische Position übernahm. Am 25. Januar 1978 erklärte Argentinien das Urteil für null und nichtig und begann, auf Chile militärisch Druck auszuüben um eine Annullierung des Urteils und eine Grenzziehung passend zu den argentinischen Interessen durchzusetzen.Siehe David R. Mares, , Mai 2004, Working Paper #29, page 9, James A. Baker III Institute for Public Policy, Energy Forum, abgerufen am 26. August 2008: Argentina rejected the decision and attempted to militarily coerce Chile into negotiating a division of the islands that would produce a maritime boundary consistent with Argentine claims.
Das militärische Ungleichgewicht Chile, ein Land mit langem und schmalem Territorium, musste sich einem Land entgegenstellen, das doppelt so viele Einwohner hatte, ein doppelt so hohes Pro-Kopf-Einkommen hatte und riesige geographische Vorteile besaß.
Die Spannung blieb bis nach dem Falklandkrieg und verursachte enorme Kosten auf beiden Seiten der Anden.Siehe von Sabrina Melidoni, Buenos Aires, 2006 (S. 45).
Nach der Ermordung von Orlando Letelier in Washington, D.C. 1976 waren die Vereinigten Staaten von Amerika auf Distanz zu Chile gegangen und hatten durch Gesetz den Verkauf von Waffen an Chile verboten (Kennedy-Amendment, später International Security Assistance and Arms Export Control Act von 1976).
ÖsterreichSiehe Historia general de las Relaciones Exteriores de la República Argentina por Andrés Cisneros y Carlos Escudé en : „... en el mismo mes de junio de 1981, la Argentina adquirió 57 tanques austríacos, operación que generó los recelos del lado chileno, pues en 1980 el mismo país proveedor de esos tanques les negó a los militares trasandinos la compra de 100 unidades“ und Deutschland lieferten keine Waffen an Chile. Am 6. März 1978 stellte Der Spiegel fest:
Das Vereinigte Königreich, Deutschland, Österreich und Frankreich verkauften auch während der heißesten Phase des Konflikts Waffen an Argentinien und die Vereinigten Staaten unterhielten gute Beziehungen mit der Junta in Buenos Aires, dank der argentinischen Hilfe an die USA in Mittelamerika.Siehe „Clarin“ Los secretos de la guerra sucia continental de la dictadura vom 24. März 2006 Allerdings wurde später das Kennedy-Amendment auch auf Argentinien angewendet.
Im Dezember 1978, als ein Ausbruch des Krieges unvermeidbar erschien, vereinbarten Blohm + Voss und die argentinische Junta den Bau von vier Zerstörern; ein Geschäft, das manche Beobachter in Deutschland als verfassungswidrig ansahen:
Frankreich verkaufte und lieferte 1978 zwei Korvetten Typ D'Estienne D'Orves A-69 mit Exocet-Raketen bewaffnet, ursprünglich für das Apartheid-Regime in Südafrika gebaut. Die „Good Hope“ und „Transvaal“ durften wegen des UN-Embargos nicht ausgeliefert werden. In Argentinien wurden sie in ARA Drummond und ARA Guerrico umbenannt. Das Vereinigte Königreich lieferte seinem späteren Kriegsfeind Type 42 Zerstörer: am 19. September 1977 wurde in der „Vickers Shipbuilding & Engineering Limited (VSEL)“ Werft in Barrow-in-Furness der „ARA Hércules“ (gebaut und ausgerüstet in Großbritannien) und am 28. November 1981 in Portsmouth der „ARA Santísima Trinidad“ (gebaut in Argentinien, ausgerüstet in Großbritannien) der argentinischen Kriegsmarine übergeben.https://www.globalsecurity.org/military/world/argentina/navy-history.htm
Alle diese Rüstungsverkäufe wurden zu der Zeit vereinbart oder ausgeführt, als Argentinien den völkerrechtsverbindlichen Schiedsspruch (Laudo Arbitral) schon abgelehnt hatte (25. Januar 1978) und der Zweck der Aufrüstung Argentiniens (zumindest dem „Spiegel“) bekannt war:
Ein Überblick über das Ungleichgewicht gibt die nebenstehende Tabelle mit den Militärausgaben beider Länder. Militärausgaben vor und nach der Operation Soberania Land\Jahr 1976 1977 1978 1979 1980 1981 ChileMilitärausgaben4875667139511.128949Prozentsatz von BSP3,53,54,14,65,2 ArgentinienMilitärausgaben2.7022.2252.3392.6412.1262.241Prozentsatz von BSP2,22,02,32,52,0 * Die Militärausgaben sind in Millionen US-Dollar von 1979.
Dieses zahlenmäßige Ungleichgewicht konnte teilweise durch folgende Faktoren gemildert werden:
Chile verwendete einen höheren Anteil seines Bruttonationaleinkommen für Landesverteidigung Verteidigung impliziert weniger Risiken als AngriffSiehe Interview mit General Martín Balza, Oberkommandierender des argentinischen Heeres, in der Zeitung La Tercera, Chile, vom 21. Dezember 2001 () Die ständigen Einmischungen der argentinischen Streitkräfte seit den 1930er Jahren in die Tagespolitik hatten ihre beruflichen Fähigkeiten deutlich geschmälert. Die Anden sind eine natürliche und meist schwer zugängliche Barriere.
Die argentinische Übermacht erreichte nicht das 3:1David R. Mares, „Violent Peace“, Columbia University Press, 2001, ISBN 0-231-11186-X, página 142: „And even if one were to grant Argentina equal quality on the ground, it only had a 1.6-1 advantage“ Niveau, das für eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Sieges als notwendig erachtet wird.
Über Disziplin, Moral, Motivation, Fertigkeiten, Versorgung, Wartung, über die Fähigkeiten des Offizierskorps und der politischen Führung, die wichtiger sind als bloße Zahlen, konnte man im Voraus nur spekulieren.
In einem Interview schätzte der damalige Botschafter der Vereinigten Staaten in Argentinien, Raúl Héctor Castro, die Meinung des argentinischen Militärs zum geplanten Krieg mit folgenden Worten ein:
„Ellos suponían que iban a invadir Chile, Santiago, especialmente. Les parecía algo muy fácil; una cuestión de cruzar la frontera y que los chilenos se iban a dar por vencidos. Y yo les decía: No, no, se equivocan. Ellos tienen una armada mejor que la de ustedes. Están bien armados, son muy fuertes“Siehe Interview mit dem damaligen US-Botschafter in Buenos Aires, Raúl Héctor Castro in , Argentinien, vom Sonntag, 20. Dezember 1998.
(Übersetzung: „Sie dachten, sie könnten vor allem in Santiago einmarschieren, einfach die Grenze überqueren und die Chilenen würden die Waffen strecken. Ich sagte ihnen, nein, ihr macht einen Fehler, sie sind gut bewaffnet und ihre Marine ist besser als eure.“)
Augusto Pinochet sah dagegen einen langen und blutigen Krieg voraus. In einem InterviewEntrevista con la periodista María eugenia Oyarzún en „Augusto Pinochet, diálogos con su historia“, 1999 meinte er: „una guerra de montonera, matando todos los días, fusilando gente, tanto por parte de los argentinos como por nuestra parte, y al final, por cansancio, se habría llegado a la paz“. (Übersetzung: „Ein Krieg zwischen Partisanen, jeden Tag hätte man Menschen ermordet, exekutiert, sowohl von unserer Seite als von Seite der Argentinier, am Ende hätte man, aus Abnutzung, den Frieden geschlossen.“)
Der Aktionsplan
Obwohl amtliche Stellungnahmen oder Dokumente über die Planung des Angriffskrieges fehlen, gibt es aus allen Schichten der argentinischen Gesellschaft so viele Berichte zu diesem PlanAuswahl an Berichten: Siehe Alejandro Luis Corbacho, Predicting the Probability of War During Brinkmanship Crises: The Beagle and the Malvinas Conflicts, Seite 6, abgerufen am 26. August 2008: „When it became clear that the Chileans wanted full acceptance of the [Court of Arbitration] resolution, the Argentine position hardened, and Argentina began to challenge the Chilean commitment to defend the territory“ Während eines Treffens in Puerto Montt, Februar 1978 der President von Argentina Jorge Videla drohte, (General Juan E. Gugliamelli: „Cuestión del Beagle. Negociación directa o diálogo de armas“, compiled from articles in magazin „Estrategia“, Buenos Aires Nr:49/50, January-Frebuary 1978:) „… las negociaciones directas constituyen la única vía pacífica para solucionar el conflicto …“ Siehe Raúl Madrid Murúa, „La Estrategia Nacional y Militar que planificó Argentina, en el marco de una estrategia total, para enfrentar el conflicto con Chile el año 1978“, Seite 55: „Al no llegar a un acuerdo entre ambos países, comienza durante las diversas negociaciones, la tercera fase de su maniobra, pasando a una estrategia de la disuasión directa, efectuando para lo anterior actitudes de amedrentamiento, desplazamientos de fuerzas y aumento sistemático de las violaciones a los espacios aéreos y marítimos chilenos.“ Siehe vom 20. Dezember 1998 … la mediación del papa Juan Pablo II fue providencial para la Argentina: no sólo evitó una guerra de agresión contra Chile … Siehe vom 20. Dezember 1998: „De hecho, Chile no iba a ser el país atacante. Lo tenía todo: las islas y más aún. Era el generalato argentino el que auspiciaba el estallido.“ Siehe , Argentinien vom 12. August 1996: „Se tomó, por tanto, la decisión de invadir a Chile y se puso en marcha el reloj de la cuenta regresiva.“ Siehe Seiten 242 bis 243 der englischen Ausgabe von „Argentina in the twentieth Century“ ó „Breve Historia Contemporanea de la Argentina“ vom Luis Alberto Romero, 1994, Pennsylvania State University Press oder Fondo de Cultura Economica, ISBN 0-271-02191-8 oder ISBN 0-271-02192-6: „The aggression against Chile …“ Siehe Pacho O’Donnell, „Historias Argentinas“, 1. Edition, Buenos Aires, Sudamerica, 2006, ISBN 950-07-2749-8, das Kapitel: Se necesita una guerra (Seite 315) Siehe Interview mit Pio Laghi, Nuntius in Argentinien in 1978 in vom 20. Dezember 1998:„El ministro de Economía, Martínez de Hoz, y el jefe del Ejército, general Viola, que no querían que estallara el conflicto, me informaron en una cena diplomática que se había tomado la decisión de desencadenar la guerra“ Siehe Warnung vom Bob Pastor, Staatssekretär für interamerikanische Affairs im US-Außenministerium, an die argentinische Junta: „Si ustedes toman una sola roca, por minúscula que sea, el gobierno de los Estados Unidos y sus aliados de la OTAN los van a calificar de agresores. Le pediría que transmitiera este mensaje con claridad absoluta a Buenos Aires. El presidente Carter está al tanto de nuestra conversación …“ , Argentinien, vom 21. Dezember 2003 Siehe Kommentar „En su lógica“ in der Zeitung vom 5. September 2005: „Ahí, Argentina rompió reglas y apuró la guerra con el país vecino.“ Siehe Interview von Sergio Onofre Jarpa, Botschafter Chiles in Argentinien in 1978, in der Zeitung , Chile: „Había una campaña muy odiosa contra Chile a través de la prensa y los medios de comunicación, que demostraba cuál era la actitud del oficialismo.“ Siehe Artikel „Cartas desde el abismo“ in der Zeitung , Argentinien, vom 20. Dezember 1998: „el drama que se estaba por abatir sobre la Argentina y Chile en 1978, impulsado por el afán belicista de los halcones del régimen militar argentino“